Wie hat Sie das Aufwachsen in der DDR geprägt, Susan Link?
Shownotes
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Das Buch „Ich habe eine Wassermelone getragen" (Piper Verlag, 22 €) erscheint am 30. Oktober 2026 als Hardcover, E-Book und Hörbuch im Piper Verlag.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Man hat ja ein Standing auch bei Freunden und man ist irgendwie, hat seinen Platz gefunden als Jugendlicher.
00:00:06: Ist es auch wichtig?
00:00:07: Und dann kam ich hierhin und ich war niemand oder maximal die aus dem Osten.
00:00:12: Da musste ich mich erst mal reinfinden.
00:00:14: das war also ob ich keine Identität mehr hätte.
00:00:17: Also total eigentlich absurd wenn man daneben steht.
00:00:19: aber für mich hatte sich so ein bisschen angefühlt.
00:00:21: deswegen habe ich auf mich nicht gewagt an der Schule zu reden Unsichtbar, weil ich habe mich auch unsichtbar gemacht und da musste ich erst mal wieder mein eigenes Blatt wieder neu beschriften.
00:00:44: Hallo und herzlich Willkommen zu Talk mit K, dem Podcast des Kölner Stadtanzeiger der nur eine Regel hat!
00:00:50: Wir – und damit meine meine Kommoderatorin Annenburg Maunmich – wir laden interessante Menschen aus Köln ein.
00:00:56: Die Frau, die heute unser winziges kleines Podcaststudio beirrt ist im deutschen Fernsehen eine feste Größe.
00:01:02: Sie moderiert das ARD-Morgenmagazin, den Kölner Treff und auch dem Presseklub.
00:01:06: Sie ist außerdem neunundvierzig Jahre alt!
00:01:08: Und warum ihr Alter für unser Gespräch relevant ist, klären wir jetzt gleich auf.
00:01:12: Herzlich willkommen, Susan Link!
00:01:14: Danke schön, ich freue mich sehr.
00:01:15: Ich bin ja auch winzig, deswegen pass' ich wunderbar an das Studio hervorragend...
00:01:20: Ich finde ja Menschen im Fernsehen sehen oft größer aus.
00:01:23: Also größer und dicker?
00:01:24: Fünf Kilo macht das Fernsehen mindestens.
00:01:28: Aber schlimmer ist, ich hab früher auch im Radio angefangen... Und da sind mir Menschen begegnet und haben gesagt, ich dachte sie wären eine große dunkelhaarige Frau.
00:01:38: Und dann kam ich halt um die Ecke.
00:01:39: und das ist glaube ich noch schlimmer wenn man sich von Stimmen noch was ganz anderes erwartet.
00:01:43: Aber es ist immer ne lustige Begegnung, weil man sich denn den echt trifft!
00:01:46: Das liegt an dieser ja doch eher tiefenkräftigen Stimme.
00:01:50: also Tief wäre übertrieben finde ich.
00:01:51: aber es ist schon ne sehr angenehme Radiostimme.
00:01:56: nie geraucht und nie getrunken das wurde ich früher immer gefragt wie viel ich dafür rauchen würde.
00:02:01: Meine Mama klingt genauso, ich glaube es ist einfach nur übergeben worden.
00:02:31: gegen das wie andere Menschen leben.
00:02:33: Jetzt wäre ich tatsächlich Mittagszeit, wenn ich jetzt Moma gehabt hätte würde ich jetzt mit meiner Schlafmaske im Bettchen liegen und meinen Mittagsschlaf machen.
00:02:40: der ist sehr heilig an Momatagen und ansonsten habe ich das Gefühl Moma hat, hat man zwei Tage.
00:02:48: Also es gibt diese Arbeitsnacht ist das ja quasi dann kommt man nach Hause ich habe dann diesen Schlafbreak Das machen auch andere Kollegen anders und dann beginnt noch mal ein Tag Und der hat dann was mit Familie Haushalt oder eben vielleicht auch schon Mal den Könner treff vorbereiten zu tun.
00:03:03: also Der das ist einfach ein zweiter tag der auch noch stattfindet
00:03:07: und Dann muss man aber zusehen dass man zwischen acht und neun wieder im Bett liegt.
00:03:10: Ja sieben bis acht ich versuche immer vier Stunden Schlafesminimum, den ich erreichen möchte.
00:03:16: Aber ich habe mich da längst von verabschiedet!
00:03:17: Man hat so viele Konzepte... Ich hab schon überlegt mache ich mehr Sport vorher noch oder wann esse ich?
00:03:23: Wann darf ich mich nicht mehr aufregen?
00:03:25: und als ein Quatsch?
00:03:26: und irgendwann habe ich festgestellt das ist alles total egal.
00:03:28: es gibt solche Tage und solche Tage und man muss sich einfach davon freimachen sonst kommt man nie in den Schlaf.
00:03:33: Ist das was woran sich der Biorhythmus jemals gewöhnen kann?
00:03:36: Nee ne?
00:03:36: Bei
00:03:36: mir sowieso... Ich bin komplett abgewöhnt Sie haben es ja gerade aufgezählt auch alleine die Jobstich habe, die sind ja morgens mittags und abends.
00:03:44: Und dann auch noch verstreut in der Woche?
00:03:46: Nein ich hab wirklich eigentlich keinen Rhythmus und man darf sich da einfach nicht mehr mit verrückt machen!
00:03:52: Es gibt ganz viele Leute, die nun wirklich immer Schicht arbeiten und das sage ich mir auch immer oder ich wäre jetzt Arzt so müsste mitten eine Nacht operieren.
00:03:59: was sollen... Diese Menschen denn sagen, dann spreche ich lieber nur nachts.
00:04:02: Das ist anstrengend auch aber nicht ganz so wild!
00:04:05: Sie moderieren ja nicht nur drei Sendungen.
00:04:07: jetzt haben sie auch noch ein Buch geschrieben wann auch immer sie das dann getan haben.
00:04:14: Und Sie haben sich in Ihrem neuen Buch mit der Generation der Frauen in Deutschland beschäftigt, die zwischen nineteenhundertsechzig und neunzehnhundertachtzig geboren worden sind.
00:04:23: Das ist also die weibliche Hälfte der Generation X wie man die nennt.
00:04:27: Was fanden sie spannend daran letztlich ein Buch über sich selbst zu schreiben?
00:04:31: Und übrigens auch über mich weil ich bin Jahrgang neunundsiebzig... Absolut!
00:04:34: ...also die Frauen Ihrer Generation zu schreiben?
00:04:36: Also es ist tatsächlich so.
00:04:38: Ich merke auch dass Sie ein bisschen damit fremdeln Als Menschen mich angesprochen haben, wie ist das denn jetzt?
00:04:44: Kann man ja auch darüber sprechen.
00:04:45: Ist ja kein Geheimnis, dass ich dieses Jahr fünftig werde... Ja, wie is' es denn jetzt und so und im Vergleich zu anderen?
00:04:50: Da hab ich immer gedacht, hmh!
00:04:51: Ich habe mich irgendwie gar nicht mit anderen Generationen verglichen.
00:04:56: zu welcher Generation gehöre ich überhaupt?
00:04:57: Mir ist dann einfach klar geworden, okay wir sprechen ganz viel über Boomer und über Millennials.
00:05:02: Was bin ich denn überhaupt für eine
00:05:03: Generation?".
00:05:04: Und dann ist mir erstmal klar geworden es ist die Generation X zu der wir beide gehören und über die eben so wenig gesprochen wurde.
00:05:10: und da habe ich gedacht ok das interessiert mich wie auch andere Frauen darüber denken, an welcher Phase des Lebens Sie gerade angekommen sind.
00:05:18: Weil es liegt ja auch noch viel vor uns im besten Fall.
00:05:22: und so bin ich da eigentlich drauf gekommen dass man das nicht nur über mich jetzt reflektiert sondern einfach auch mal zu gucken wo stehen wir in dieser Generation?
00:05:29: bevor wir darüber weiter sprechen möchte ich einmal über den Buchtitel sprechen, der ist nämlich eben so ungewöhnlich wie ungemein einträgsam.
00:05:37: Er lautet nämlich Ich habe eine Wassermelone getragen und während meine fabelhafte jetzt leider abwesende Co-Moderatorin dieses Podcast sofort wusste worauf dieser Titel anspielt stand ich noch ne Weile auf dem Schlauch Und vielleicht stehen ja jetzt gerade beim hören auch mit drauf.
00:05:50: erklären sie den nochmal Es ist
00:05:52: wunderbar.
00:05:53: Beides ist wunderba, wenn man ihn kennt und das andere ist natürlich Verwirrung und Verwirrhung ist auch immer lustig.
00:05:58: Also er stammt aus einem Kultfilm unserer Generation den sie wahrscheinlich etwas zu selten geschaut haben nämlich aus Dirty Dancing.
00:06:05: Wie
00:06:05: oft haben Sie ihn geschaut?
00:06:07: Über zwanzigmal auf jeden Fall.
00:06:09: Es ist natürlich ein Film der unsere Generation mitgeprägt hat.
00:06:12: aber diese Situation die Hauptprotagonistin Baby geht in einen Raum in dem Wild getanzt wird eben dieses Dirty dancing Und eigentlich ist sie so eine Person Bei der auch klar ist, wo es hingeht im Leben.
00:06:23: Die ist gut erzogen und ein fleißiges, nettes Mädchen.
00:06:26: Da steht bestimmt schon der Beruf und der Typ fest, der dazu passen soll.
00:06:30: Und sie merkt aber dort in dieser Welt da ist noch was anderes in ihr und braucht Mut da einzutreten und hat diese erste Situation und wird gefragt, was machst du denn hier?
00:06:38: Und sie sagt ich habe eine Wassermelone getragen, was natürlich in der Situation etwas ungelungener Satz ist.
00:06:45: Aber er steht eben für so vieles und für ne Situation das man vielleicht auch kennt Ich komme irgendwo neu rein.
00:06:51: Ich könnte mir das auch vorstellen, dazuzugehören aber irgendwie habe ich noch nicht den richtigen Satz dafür und ich fand das irgendwie ganz passend für unsere Generationen.
00:06:58: Und außerdem gab es in meinem Leben auch eigene Wassermelohnmomente.
00:07:03: und dann hab' ich gedacht komm', das ist doch eigentlich ein netter Titel.
00:07:06: Ich hab mir die Filmszene gestern noch mal angeguckt.
00:07:08: Da lernt ja die Hauptdarstellerin Jennifer Gray, als sie tatsächlich dort Patrick Swayze kennen auf einer Party und der dann eben fragt, wer ist denn die?
00:07:17: Und so.
00:07:17: Dann sagt sie diesen Satz also es ist wirklich die ultimative Demütigung eigentlich.
00:07:21: Ja
00:07:22: aber es ist genau das was uns auch in der Generation Off passiert ist dass wir in Räume treten, wo Menschen schon durchaus sagen, da kannst du reingehen.
00:07:31: Das steht dir jetzt alles offen und man merkt so ja okay ich kann da jetzt rein gehen aber ich weiß gar nicht wie das da funktioniert und deswegen fand es halt ganz passend.
00:07:39: abgesehen davon liebe Ich-Wasser Melonen und deswegen ist das hervorragend passt auch gut zu mir.
00:07:45: also wenn wir noch mal drüber reden, was unsere Generation eigentlich ausmacht.
00:07:49: Also die These ihres Buchs ist ja und die teilig total dass unsere Generationen eigentlich die erste Generation von Frauen ist, die in dem Bewusstsein aufwächst das alle Türen offen stehen und das alle türen offens stehen heißt aber auch irgendwie man muss vielleicht oder man fühlt sich irgendwie gezwungen durch alle Türe zu gehen.
00:08:07: also man kann die Kinder haben aber man soll auch oder darf auch oder will auch arbeiten gehen und am besten hat man auch eine Karriere.
00:08:16: Ist das ein Leben, was dann zwangsläufig zu einer Überforderung führt?
00:08:19: Muss es nicht.
00:08:20: Wenn man sich selbst darauf auch kontrolliert wie kriege ich mich selbst hin in diesem funktionieren müssen?
00:08:29: aber das ist genau die Herausforderung, die zumindest die Frauen unserer Generation betrifft, die sie dann eben für Kinder entschieden haben dass dir gesagt wird du kannst das machen aber unser System war gar nicht dafür ausgelegt und Du sollst es ja dann nicht nur machen, ich weiß nicht wie sie das empfinden sollen.
00:08:44: Man soll's ja auch gutmachen oder man wills ja dann auch gut machen weil irgendjemand hat die Türen für uns aufgemacht und dann will man das ja auch ordentlich machen.
00:08:51: Und dann kommt man in diese Situation und damit sind wir wirklich die ersten Frauen dieser Generationen, die das so haben du musst eine tolle Partnerin sein, ne tolle Mutter.
00:09:00: wehe der Kuchen ist nicht ein Fußballfeld oder einen Prinzessin-Torte oder irgendwie sowas.
00:09:05: und gleichzeitig soll sich natürlich auch im Job funktionieren gerne auch nicht.
00:09:08: halbtags ist ja immer so ne Sache Bitte nicht, ah jetzt wieder die Kollegin, die wieder um fünfzehn Uhr schon weg muss oder so.
00:09:14: Das haben wir ja auch alles über erlebt als
00:09:16: Sporttreiben.
00:09:17: Nicht vergessen.
00:09:17: Sporttreppen
00:09:18: man muss in Shape sein und... Das ist schon etwas, was wir uns natürlich ... Man könnte auch sagen da mach ich halt nicht mit.
00:09:25: Aber das geht gar nicht so einfach weil man weiß eben die Erwartungen sind da und dass es nämlich auch dieser Punkt noch mal zu gucken welche Erwartung lege ich mir eigentlich selber auf?
00:09:34: Welche kommen von außen und wo schraube ich dann nochmal nach und zwar zum Zeitpunkt wo ich nicht achtzig bin sondern eben jetzt mal draufzukucken.
00:09:41: Ja und Ich meine Es gehört natürlich auch dazu wenn man eine Karriere hat Dass man sich dann überlegen muss ob man Kinder haben will.
00:09:48: also sie haben Kinder Und mir ist eine Szene in einem Buch sehr im Kopf geblieben, wo sie aus dem Mutterschutz zurückkommen und eigentlich gerne wieder beim Radio ihre Sendung hätten, die sie hatten.
00:09:59: Die ihnen auch zugesagt worden ist.
00:10:03: Dann ist die aber nicht mehr da.
00:10:04: Man sieht eigentlich auch nicht ein, dass man jetzt irgendwie Rücksicht darauf nimmt, dass Sie bei den Arbeitszeiten anders unterwegs sein müssen als vorher.
00:10:15: Ja das ... war tatsächlich sehr irritierend für mich, weil ich eigentlich ein gutes Standing in dem Haus hatte und da auch eigentlich erfolgreich unterwegs war.
00:10:23: Und im Radio gibt es nun mal auch bestimmte Sendezeiten.
00:10:27: Wenn man dann als junge Mama die Sendezeit bekommt, die frühestens um zwanzig Uhr zu Ende ist das halt schwierig, wenn man einfach weiß... ganze Wochen immer gearbeitet, okay also kein Abend bin ich dann mehr zu Hause.
00:10:41: Das hat mich schon irritiert.
00:10:42: das war auch zum ersten Mal dass ich das so richtig erlebt habe, dass die Entscheidung für ein Kind eine Entscheidung gegen meinen Job war.
00:10:51: Das hört man zwar immer wieder und in unserem Job ist es eben bisschen schwieriger gerade auch als... Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, Moderatorin.
00:10:58: Man merkt das ja auch bei allen Kollegen.
00:11:00: alle kommen mal ganz schnell zurück.
00:11:02: aber ich dachte da im Radio Job dass sich irgendwie dann so ein kleines Safe Space habe und den gab es dann plötzlich nicht mehr.
00:11:08: Und ist das was sie auch danach als jemand der diese Erfahrung gemacht hat wirklich von vielen anderen Frauen gespiegelt bekommen haben oder war?
00:11:16: also vorher war ihnen das ja offenbar noch nicht so ganz klar vielleicht auch nur weil sie's nicht am eigenen Leib erlebt
00:11:22: haben?
00:11:22: Mir war das schon klar.
00:11:24: Die Signale, die mir gegeben wurden waren halt andere.
00:11:27: Das war jetzt nicht wahnsinnig naiv von mir, sondern es war eigentlich klar, wohin ich zurückkomme und das gab's dann einfach nicht mehr.
00:11:34: Wir als Frauen, die sich für Kinder und Karriere oder Karrieren klingt auch immer so einfach für einen Job entscheiden.
00:11:39: Das muss ja nicht immer sonst wohin gehen sondern man möchte einfach regelmäßig arbeiten gehen.
00:11:44: das habe ich immer wieder erlebt aber vor allem auch in diesem Bereich was ich gerade schon mal angedeutet habe wenn es um halbtags Jobs geht oder wenn es darum geht.
00:11:52: Ich meine wir alle wissen wie Betreuungen aussehen Und wenn wir mal überlegen dass ein Kitaplatz meistens von acht bis sechzehn Uhr so ungefähr im Rahmen ist dann haben wir acht Stunden eine normale Arbeitszeit ist, passt da über euch.
00:12:06: Ich kann gar keinen Vollzeitjob annehmen und dann ist man also die, die den Vollzeitjob nicht richtig ausführen kann aber auch noch die das Kind als erstes in die Kita bringt und auch als letztes wieder abholt.
00:12:16: Also man isst an jedem Ende sozusagen ein Fail und das ist mir noch ganz oft in der Zeit begegnet übrigens bis heute mein Sohn ist längst nicht mehr im Kindergarten dieses Balance-Spiel.
00:12:28: Und wer holt denn das Kind ab, wenn die Kita früher zu macht und so weiter?
00:12:31: Das hat sich einfach nicht wahnsinnig viel daran geändert dass es am Ende wir Frauen
00:12:35: sind.".
00:12:36: Sie haben ja in dem Buch nicht nur über ihr eigenes Leben geschrieben sondern auch mit einigen interessanten Frauen gesprochen, die wie sie in der Öffentlichkeit stehen, die erfolgreich sind und die auch zur Generation X gehören und darunter auch die SPD-Politikerin Bärbel Baas.
00:12:50: Und die hat ja gerade heute Morgen, also vielleicht disclaim ich das mal wir sprechen am zwölften Oktober.
00:12:54: der Podcast wird erst etwas später ausgesendet.
00:12:56: Die hatte heute morgen ihren Rücktritt als Sozial- und Arbeitsministerin verkündet.
00:12:59: Was ging Ihnen durch den Kopf?
00:13:00: Als Sie das gehört haben?
00:13:03: Es hat mich tatsächlich nicht überrascht weil ich sie so kennengelernt habe.
00:13:07: Also sie ist eine So habe ich sie erlebt in unserem Gespräch.
00:13:11: Eine sehr klare Frau, die ihren Job ganz nach vorn stellt auch den Einsatz für die Menschen und diese mit Duisburg verbunden ist.
00:13:19: Und man spürt ihr oder ich hab ihr angemerkt dass sie da auch in diesem Job aufgegangen ist an der Parteispitze aber auch in ihrem Ministerium.
00:13:30: Aber man hat immer im Gespräch gemerkt Da ist eine Seite, die sehr emotional ist Die schwierig ist natürlich als Politikerinnen-Politiker, da kann man auch eine Frage stellen ob das dasselbe ist immer so nach außen tragen zu können oder zu wollen weil man einfach auch funktioniert in diesem Job und das habe ich bei ihr auch gespürt.
00:13:51: Es gibt diese private Berbelbars die wir jetzt heute auch erlebt haben durchaus sehr empathisch ist.
00:14:00: Und deswegen hat es mich nicht überrascht, dass sie das so wahrgenommen hat.
00:14:03: die Kritik an ihr und eben den Verluste eines Familienmitglieds, dass Sie sagt, das ist ein Punkt für mich da höre ich
00:14:09: auf.".
00:14:10: Das ist ja etwas wo wir auch in der Redaktionskonferenz durchaus konf... kontrovers darüber diskutiert haben, also das eine ist dass man sagt man tritt zurück wegen eines Todesfalls.
00:14:19: Sie hat das jetzt verknüpft eben mit Anfeindungen auch während ihrer Trauerphase auch aus den Reihen der Koalition.
00:14:25: Also ich habe daraus gelesen auf der CDU eben Koalitionspartner Lars Klingbeil hat von unanständig gesprochen.
00:14:32: Bei uns in der Diskussion vorhin ging es eben um die Frage, wie hart muss man sein?
00:14:36: In der Politik, um diese Arbeit machen zu können.
00:14:37: Und meine Theses eben das ist besonders dann Frauen sind, die sich überlegen, um welchen Preise überhaupt Politikerinnen seien wollen.
00:14:44: Wie denken Sie darüber?
00:14:46: Das glaube ich auch dass es eher ein weiblicher Gedanke ist wie weit man damit gehen muss.
00:14:52: Ich glaube aber auch, dass Frauen da... Also ich habe großen Respekt vor dieser Entscheidung weil das ist ja ein politischer Moment wenn man Ministerin ist und dem Parteivorsitz sich teilt.
00:15:03: also ich meine Das ist einfach das größte was sie parteipolitisch erreicht hat bisher Und das hat sie mir aber auch gesagt, damals ging es natürlich nicht darum ob sie einen Verlust hat sondern Was ist wenn dieses Amtmann nicht mehr ist?
00:15:16: Da hat sie mich schon gesagt dann gehe ich nicht gebückt durch die Gegend.
00:15:20: Ich weiß auch, wer ich ohne die Ämter bin.
00:15:22: Und das finde ich ist A-Berbelbarstypisch und aber auch so ein Frauendingen.
00:15:28: Wir wissen schon, wer wir sind und definieren uns glaube ich nicht... gibt es natürlich auch, aber nicht ausschließlich über Funktionen und Ämter die wir haben.
00:15:37: Und deswegen hat es mich eben auch nicht überrascht weil ich wusste dass sie als Mensch entscheiden wird und nicht als Parteivorsitzende wenn es zu solchen Situation kommt und übrigens auch als Mensch empfindet.
00:15:47: Weil die Anfeindungen die wir gerade angesprochen haben, die nun mal auch bei Frauen noch viel deutlicher sind als beim Männern in der Politik und eben oft ins Optische reingehen.
00:15:57: das beschreibt Sie ja auch in unserem Gespräch Wir bei allen möglichen weiblichen Politikerinnen schon erlebt.
00:16:05: Wie oft geht es darum, was sie wiegen und wie sie geschminkt sind?
00:16:08: Und da muss man wirklich überlegen, wie lange möchte ich das eigentlich alles aushalten?
00:16:13: Da kann man nur Respekt haben wenn man dann irgendwann sagt Ich muss es eben nicht mehr aushalten.
00:16:17: Mich beschäftigt's auch deswegen sehr seit heute Morgen weil ich immer sozusagen auch diese Meta-Ebene im Kopf habe.
00:16:23: Ich hab zum Beispiel schon vor der Wahl in Sachsen-Anhalt habe ich Szenen aus dem Landtag in Sachsen-Anhalt gesehen, wie der Umgang miteinander ist.
00:16:32: Und wo ich mir auch direkt die Frage gestellt hab, in so einem Klima wer möchte sich das eigentlich noch antun?
00:16:37: Ist ja ein großes Thema, denn Politik gehen ja die Ehrenamtler aus.
00:16:40: aber auch in Studien, die belegen dass sich Frauen wegen ständiger Bewertung und Hassnachrichten aus den sozialen Medien zunehmend zurückziehen weil sie das eben nicht mehr ertragen.
00:16:50: Jetzt ist es ja so, dass Sie natürlich auch in der Öffentlichkeit stehen.
00:16:54: eine Radio-Stimme und sind dann irgendwann ins Fernsehen gewechselt, sind dort extrem präsent.
00:16:59: Und sind natürlich auch auf allen Social Media Kanälen mit dem Kölner treff zum Beispiel wo ich ihn folge.
00:17:05: Wie geht Ihnen das?
00:17:06: Versuchen Sie die Dinge vielleicht gar nicht so sehr mitzukriegen oder wie ist Ihre Strategie?
00:17:12: Ich versuche, sehr viel mitzukriegen.
00:17:14: Gar nicht um mein persönliches sondern ich versuche sehr viele die Mechanismen dieses Diakanäle zu verstehen.
00:17:20: Ich lese mir auch ganz oft Kommentare unter postings durch die mich gar nichts angehen einfach um zu gucken was passiert da eigentlich.
00:17:28: und diese Verrohung ist natürlich Wahnsinn die der Stadt findet und alles muss raus uns Frauen gegenüber natürlich auch was man aufhält.
00:17:38: Ja, wenn ich mehr Fotos mit Röcken posten würde, hätte ich durchaus mehr Follower und ich merke dass ich inzwischen lieber Fotos-mit-Hosen-Poste um eben genau dem nicht gerecht zu werden.
00:17:50: Ich habe Glück!
00:17:51: Ich habe eine sehr nette Community muss ich sagen.
00:17:53: bei mir ist zum Glück sehr wenig Hass.
00:17:56: es ist sehr respektvoll immer noch aber ich weiß auch das es jeden Tag umschlagen kann.
00:18:01: Ich finde es auch kein Klima, in dem man sich wohlfühlt und ich meide zum Beispiel auch inzwischen Plattformen wie X wo das gar nicht mehr funktioniert.
00:18:08: Wo man also wirklich unerträgliche Sachen lesen muss.
00:18:12: Welche Frau neben Bärbel Bas hat sie bei den Treffen für das Buch noch besonders beeindruckt?
00:18:17: Also welche Szene ist Ihnen vielleicht besonders im Kopf oder im Herzen geblieben?
00:18:21: Das wäre jetzt wirklich schwierig der Einzelne heraus zu heben weil ich habe auch bewusst darüber nachgedacht, welche Frauen lade ich ein.
00:18:30: Welche Räume haben die neu betreten?
00:18:32: Wo mussten sie sich zum Beispiel
00:18:33: durchsetzen?".
00:18:35: Es gibt so unterschiedliche Momente.
00:18:37: Also ich war z.B.
00:18:38: bei Annette Frier.
00:18:39: War ich sehr erstaunt wo ihr Humor herkommt und wie prägend Ihr Vater da zum Beispiel ist und wie sehr Sie als Frau diese männlichen Räime erschließen musste was auch Humor angeht.
00:18:51: das fand ich wahnsinnig interessant.
00:18:53: Auch Miria Meckel ist zum Beispiel Eine Person, wo man einfach immer nur weiß wahnsinnig klug eine der jüngsten, wenn nicht die jüngste Professorin diese in Deutschland gab und so weiter.
00:19:04: Und mit welchen?
00:19:04: selbst zweifeln?
00:19:08: Wir alle gleich ja dann doch in unserer Generation unterwegs sind was wir angehen müssen und was für uns erkämpfen müssen.
00:19:14: Und das hat mich eigentlich bei jeder einzelnen Frau beeindruckt, ob es am Ende eine Chirurgin ist oder eine Fernsehmoderatorin völlig egal oder eine Politikerin, dass man sich eben diesen Weg doch wirklich erkämpfen muss und einen eigenen Mut braucht vor
00:19:28: allem.".
00:19:29: Sie gehören ja auch zu den Frauen, die man von außen als super erfolgreich, super souverän und selbstbewusst wahrnimmt.
00:19:35: Wie passt das zu den Ängsten-und Unsicherheiten?
00:19:38: Von sehen sie im Buch ja auch erzählen!
00:19:40: Also wie fühlt sich das an so von der Außenwahrnehmung und dann von der Innenwahrnemmung?
00:19:44: Ich musste
00:19:44: gestern zugegebenermaßen sehr lachen.
00:19:46: wir haben ja schon gesagt Wir sind am Montag gestern liebster Opus Classic mit Desiree Nosbusch als Moderatoren Und ich dachte nur ah Desireee Dankeschön Sie postet in einer Story.
00:19:56: Ja jetzt kommt doch die Aufregung als ob jemand einen Schalter anknippst und dann denke ich, die hat doch nun wirklich alles schon moderiert.
00:20:03: Und das ist ja wohl die coolste Frau und eine der coolsten in meinem Buch überhaupt.
00:20:08: Stimmt!
00:20:08: Die haben sie auch getroffen?
00:20:09: Ja, genau.
00:20:10: Auch haste
00:20:10: ihre Geschichte übrigens.
00:20:11: Ja,
00:20:12: auch eine ganz irre Geschichte und man macht sich gar keine Gedanken darüber was damals noch alles passiert ist.
00:20:18: aber Sie hat es auch.
00:20:20: Man geht in die Öffentlichkeit um, man steht und das geht mir beim Kölner Treff auch so stehen am Vorhang bevor die Sendung losgeht und denke doch gar nicht.
00:20:29: Und was für ein Quatsch, du hast es ja jetzt schon ein paar Mal gemacht und ich kann das nicht sagen woher das kommt dass man vielleicht brauche ich das auch um dann gut zu sein?
00:20:40: Ich weiß es nicht aber ist ja bei ganz vielen Künstlern auch so dass sie das sagen, dass die noch hinter der Bühne stehen und sagen was will ich denn jetzt da draußen und dann trotzdem abliefern?
00:20:49: Aber ich bin tatsächlich keine Keine laute Frau und ich gehe auch sehr ungern irgendwo hin, wo mir Menschen fremd sind.
00:20:57: Das mag ich überhaupt nicht!
00:20:58: Also ich bin keine Plaudererin die irgendwo rein kommt und sofort den Laden an sich reißt gar nicht.
00:21:06: Ich glaube das haben tatsächlich auch Männer viel.
00:21:08: Ich habe schon mit einigen Autoren Künstlern gesprochen, die eben auch dieses Thema... Unsicherheiten haben oder Imposter-Syndrom, wie man das ja nennt.
00:21:17: Wann merkt eigentlich jemanden?
00:21:18: Dass ich gar nichts kann!
00:21:20: Aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass es ein Thema ist was Frauen noch mehr beschäftigt als Männer.
00:21:25: Selbstzweifel
00:21:26: absolut natürlich und das hat ja auch etwas mit diesem... Ich nenne das auch gerne immer den Affenhügel.
00:21:33: da sitzen wir Frauen im Regelfall nicht und wir gehen da auch nicht hoch und freuen uns wenn wir ganz oben sitzen.
00:21:41: noch mehr Selbstzweifel haben.
00:21:42: Und das ist eben auch eine Erkenntnis, die ich nach den Gesprächen hatte dass egal wo du heute stehst im Leben und was du bist und was Du leitest und wenn es das Familienleben zu Hause ist was du leitst ist völlig egal was du geworden bist.
00:21:55: aber diese Selbstzweihe sind einfach noch viel mehr da bei unseren Freunden.
00:21:59: Ich glaube aber dass es schon ein bisschen besser ist in der Generation nach uns Aber in unserer ist das definitiv noch so vielleicht weil wir auch Vieles Zuerst gemacht haben oder immer noch in vielen Räumen mal die Einzige, zwei-drei Frauen sind.
00:22:13: Aber wenn Sie im Fernsehen arbeiten ... Ich meine da begegneten Ihnen ja haufenweise Menschen und Männer, die irgendwie also zumindest nach außen komplett cool und superschlau, super selbstbewusst sind.
00:22:25: Haben sie da lange irgendwie gedacht so, Ach Menno warum kann ich nicht auch so sein?
00:22:29: Oder gibt es eine Phase wo Sie dann gemerkt haben, ich bin wie ich bin und das ist auch ne Stärke.
00:22:36: Ich habe schon lange nicht gedacht, ich will auch so sein.
00:22:39: Aber es wäre schön, wenn ich mal selbstbewusster rausgehen würde oder nicht immer denken würde.
00:22:46: Ich muss wahnsinnig aufgeregt sein!
00:22:48: Das hätte ich mir schon gewünscht und das ist ganz interessant weil... Mit dem Schreiben des Buches gekommen, wo ich übrigens auch dachte das kann ich überhaupt nicht.
00:22:57: Also ich kann noch kein Buch schreiben.
00:22:58: Das können andere aber ich nicht.
00:22:59: Ist auch wieder so typisch habe ich danach gedacht hat übrigens Annette Frier auch zu mir gesagt wie kommst du darauf zu denken?
00:23:04: Du kannst es nicht!
00:23:05: Aber ist eben typisch für uns.
00:23:06: die musste auch sofort lachen Und ich glaube, durch das Schreiben ist mir schon klar geworden was ich immer dachte und ich glaube dass es auch typisch für uns.
00:23:14: Dass man immer denkt ach da habe ich eine Chance bekommen, ah da hatte ich Glück, oh da hat mir jemand ne Tür aufgemacht!
00:23:20: Und mal darauf zu kommen egal was man im Leben macht, dass man denkt nee... Ich hab' das ja gemacht.
00:23:25: und vielleicht auch einen Talent oder eine Fähigkeit oder keine Ahnung ein Charakterzug der das und das möglich macht bin nicht der, die das was ich geworden bin und ich glaube dass ist typisch für uns.
00:23:39: Dass wir immer denken es wurde uns so, hat jemand anders für uns gemacht?
00:23:43: Obwohl sie selbst die Tür aufgemacht haben oder
00:23:45: die Tür... Oder ich meine Tür auf ist ja schön aber du musst ja reingehen und hinter der Tür muss auch etwas machen und das ist einem dann schon irgendwann auch mal klar.
00:23:53: und deswegen diese Blick auf die Generation X jetzt.
00:23:57: Weil, jetzt können wir noch mal so ein bisschen nachkorrigieren und sagen was will ich denn sein?
00:24:02: Und auch sagen ach guck mal das habe ich geschafft und zwar ich und nicht weil es irgendjemand anders mehr ermöglicht hat.
00:24:07: und wie will ich von hier aus weitergehen?
00:24:08: weil im besten Fall wie gesagt kommt ja noch einiges.
00:24:11: deswegen finde ich den Zeitpunkt ganz gut da mal drauf zu gucken.
00:24:14: haben
00:24:14: Sie schon so eine Sache für sich gefunden wo sie sagen so will ich vom hieraus weiter gehen.
00:24:19: also in dem Sinne dass würde ich gerne noch verändern.
00:24:22: Ich glaube ich würde gerne da weitermachen, wo ich gerade bin.
00:24:26: Weil ich glaube, ich habe einiges verändert in letzter Zeit.
00:24:29: Also gar nicht erst mit dem Buch sondern vielleicht den letzten zwei drei Jahren.
00:24:33: Ein bisschen ja ... angekommen, klingt immer so komisch.
00:24:37: Aber einfach zu wissen wer man ist und mit dem weiterzugehen, das fände ich glaube ganz gut.
00:24:43: Und vor allem – das ist mir immer wichtig, das muss auch jeder machen wie er möchte.
00:24:46: aber für mich ist es ganz klar alles was ich erleben möchte und machen möchte will ich jetzt machen in den nächsten Jahren und nicht irgendwie auf die Rente warten oder sowas.
00:24:55: da habe ich schon zu viel erlebt dass es dann nicht mehr möglich war.
00:24:58: also ich glaube ich hab so einen im Jetzt-Bewusstsein entwickelt, dass ich gerne so weiterleben möchte.
00:25:06: Machen wir doch mal einen großen Sprung zurück!
00:25:08: Man erfährt im Buch ja auch viel über ihr Leben.
00:25:11: Sie sind in der DDR geboren worden und waren dreizehn Jahre alt als die Mauer fiel.
00:25:16: Wie hat sie das Aufwachsenen einer Diktatur geprägt?
00:25:20: Ich glaube dieses Leise sein was wir schon gerade auch besprochen haben ist typisch für unsere Generation ist da natürlich noch viel mehr in mich reingepflanzt worden.
00:25:29: dieses Wissen müssen, was man wo erzählt.
00:25:33: Möglichst nicht auffallen.
00:25:34: das wollten wir nicht.
00:25:36: Das war auch der Wunsch meiner Mutter damit wir da so gut unterm Radar einfach existieren können.
00:25:41: meine Mutter hatte immer große Sorge dass irgendetwas passiert und sie uns als Kinder verlieren könnte.
00:25:48: Das erinnere ich sehr in meiner Kindheit dass es immer so überall im lag.
00:25:53: also nichts Falsches sagen keine falschen Leute treffen wie auch immer hat mich schon sehr geprägt.
00:26:00: Also es ist gar nicht so dieses, oh Gott ja eine Banane essen oder irgendwo hinreisen das habe ich als Kind jetzt gar nicht wahnsinnig wahrgenommen aber das schon.
00:26:10: Aber das ist interessant dass Sie das sagen weil wahrscheinlich wussten sie ja noch nicht warum sie vorsichtig also zumindest vielleicht als die noch ein Kind wirklich ein kleines Kind waren Sie wussten gar nicht, warum nicht?
00:26:22: Sondern sie wussten nur es geht nicht.
00:26:23: Also das ist ja auch noch mal so.
00:26:25: eine zusätzliche Unsicherheit, stelle ich mir vor dass man noch nicht einmal versteht, warum gewisse Dinge sein müssen die man...
00:26:31: Ja ist wie so Gerüchte die man dann immer so um sich hat.
00:26:35: also man kann es als Kind natürlich nicht so gut einordnen.
00:26:38: aber was ich schon bewusst mitbekommen habe ist das Post geöffnet wurde Pakete nicht angekommen oder eben schon halb leer geräumt.
00:26:46: bei uns angekommen sind die Probleme, die mein Bruder bekommen hat und auch meine Schwester so bei der Berufswahl.
00:26:53: Das habe ich schon alles irgendwann relativ bewusst mitbekommen und natürlich ganz klar gehe nicht in die Schule und sage welches Westfernsehen du geguckt hast.
00:27:03: Auch Westbesuche.
00:27:04: als mein Brudder dann bei der Armee war, habe ich auch mitbekomme dass er sich da heimlich mit unserem Onkel getroffen hat.
00:27:10: Ich hab das.
00:27:12: die Gefahr glaube ich... Die große Gefahr dahinter habe erschlossen, aber dass das nicht ohne ist war mir klar.
00:27:22: Ich weiß noch als die Mauer fiel da war ich ja... ich überlege gerade wie alt war ich da?
00:27:27: zehn und meine Mutter hat am Radio geweint und ich habe mir große Sorgen gemacht weil ich dachte wenn sie weint es ist was Schlimmes passiert.
00:27:36: und darf ich verstanden dass man aus Freude weinen kann?
00:27:38: Das hat sich mir so total eingeprägt!
00:27:40: Wie war das für
00:27:41: Sie?!
00:27:42: Wir haben's ja verschlafen meine Mama und ich Wir sind einfach früh ins Bett und meine Mutter hat immer so viel gearbeitet, die war abends einfach am Ende.
00:27:51: Und wir hatten zwar irgendwie gehört ja zur Gerüchte von der Westforenschaft da könnte was im Bewegung sein aber irgendwie haben wir es nicht so richtig geglaubt und da wir in einem ganz kleinen Ort den Thüringen gelebt haben war das auch nicht so unmittelbar was da passiert ist und auch am nächsten Tag.
00:28:06: also ich habe vor allem erst mal eine große Unsicherheit gespürt.
00:28:13: Mein Bruder kam nicht nach Hause, ich wusste nicht wo der ist.
00:28:15: Meine Mutter war auch irgendwie aufgeregt und es war mehr so.
00:28:19: was passiert denn jetzt?
00:28:20: Aber wahrscheinlich eben wieder aus dieser Prägung heraus dass man sich einfach sagt juhu aus einem Safe Space raus, sondern einfach denkt okay was passiert jetzt?
00:28:29: und dann sind wir eine Woche später auch nach Wuppertal gefahren.
00:28:32: Eine Woche nach der Öffnung der Grenzen und da habe ich ja auch nicht dran geglaubt dass das alles ok läuft.
00:28:39: also wir hatten schon Angst in dem Zug werden wird zurückgeschickt oder sagt jetzt doch jemand ihr durfte doch gar nicht fahren.
00:28:44: also das hat sich alles wahnsinnig unsicher erst mal angefühlt.
00:28:47: bei Klar, wenn die mir jetzt in Berlin gewesen wären, wär ich wahrscheinlich auch auf der Mauer rumgesprungen und hätte mich gefreut.
00:28:53: Aber da war jetzt erst mal, was passiert denn jetzt?
00:28:56: Auch ja, die Frage ob sich irgendjemand wieder überlegt dass es jetzt wieder zurückgedreht wird.
00:29:00: Das war auch meine absolute Angst!
00:29:02: Und überhaupt hat man auch gedacht oder vielleicht können wir auch nicht wieder zurück, wenn wir unsere Verwandtschaft besuchen.
00:29:07: Vielleicht lassen sie uns auch nicht weiter zurück reisen.
00:29:09: also das war eine große Unsicherheit weil dieser ganze Wandel durch viele kleine Entscheidungen oder falsch vorgelesene Zettel getroffen wurden.
00:29:21: Das fühlte sich nicht an, als ob das alles wahnsinnig geplant war und deswegen hatte man auch Angst dass alles wieder zurück sich entwickeln könnte.
00:29:28: Kleine Werbeunterbrechung in eigener Sache Hier ist Sarah Brassack stellvertretende Chefredakteurin des Kölner Stadtanzeiger.
00:29:35: Wir berichten in der gedruckten Ausgabe oder im E-Paper des Köllner Stadtanziger sowie auf ksda.de täglich intensiv über alles Wichtige, was in Köln passiert.
00:29:45: Aber natürlich auch in der Region Deutschland und der Welt.
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00:30:04: plus.
00:30:06: Und jetzt geht's weiter mit dem Podcast.
00:30:12: große Entscheidung getroffen und hat gesagt, wir gehen rüber in den Westen.
00:30:16: Wir ziehen nach
00:30:17: Wuppertal.".
00:30:18: Und sie sind natürlich dann mitgezogen als Jugendliche.
00:30:22: Wie hat sich... Was war der größte Unterschied von ihrer Heimat sozusagen?
00:30:29: In der neuen Heimat für Sie?
00:30:32: Neben Bananen?
00:30:32: Ich wollte mal
00:30:33: sagen, abgesehen von allen Materiellen war das, glaube ich, eine interessante Erfahrung ein leeres Blatt zu sein in diesem Alter.
00:30:42: Also sowohl für meine Familienmitglieder sowieso aber auch für mich.
00:30:46: Ich weiß nicht ob man das so nachvollziehen kann, aber ... Man hat ja einen Standing bei Freunden und man hat seinen Platz gefunden.
00:30:54: als Jugendlicher ist es wichtig.
00:30:56: Und dann kam ich hierhin und ich war niemand oder maximal die aus dem Osten.
00:31:01: Da musste ich mich erstmal reinfinden als ob ich keine Identität mehr hätte.
00:31:07: Also es ist total eigentlich absurd, wenn man daneben steht aber für mich hat das sich so ein bisschen angefühlt.
00:31:11: deswegen habe ich auch nicht gewagt in der Schule zu reden obwohl ich sonst immer gut war an der Schule und auch viel mitgemacht habe Und ich konnte das auch.
00:31:19: Aber ich wollte nicht reden.
00:31:20: dann dachte ich ach dann hören die ja noch meinen Dialekt.
00:31:23: Das war mir alles nichts und ich war irgendwie unsichtbar.
00:31:27: Ich hab mich auch unsichtba gemacht und da musste ich erstmal wieder sozusagen mein eigenes Blatt wieder neu beschriften.
00:31:34: Das ist einem als Jugendliche bewusst, dass der Dialekt anders ist und dass man Sorge davor hat, dass die Leute sich lustig machen.
00:31:41: Na, total.
00:31:42: Also ich meine das kann.
00:31:43: also es ist ob's jetzt der Dialekt ist gibt ja auch Kinder die sagen Ich hatte eine Brille und wurde da hat übrigens auch noch vor den deswegen Gehänselt oder ob man zu klein zu groß zu dick zu dünn.
00:31:53: kinder sind Ja wie man immer so schön sagt durchaus grausam.
00:31:57: Das waren sie jetzt nicht wirklich aber ich war die Thüringer bratwurst Erstmal.
00:32:01: das war glaube ich das einzige womit man in Wuppertal irgendwas mit Thüringen verknüpfen konnte weil das muss man auch mal sagen also NRW Ist schon weit weg gewesen immer von vom Osten von der DDR und ich habe hier schon viele Menschen auch getroffen, die bis dahin gar keinen Kontakt zum Osten hatten.
00:32:16: Vielleicht mal irgendwo ein Kerrpaket geschickt haben oder was auch immer aber jetzt nicht so nah dran waren wie beispielsweise Menschen aus Hessen Bayern oder so ne?
00:32:24: Die hatten schon bisschen engeren Kontakt.
00:32:26: das war schon ganz interessant.
00:32:27: also Ich hab das glaube ich jetzt im Rückblick weiß ich was da passiert ist Aber da habe ich vor allem wahrgenommen oh bloß nicht auffallen
00:32:36: Würden Sie sagen dass sie bis heute einen anderen Blick auf den Osten haben obwohl sie ja relativ früh weggegangen sind.
00:32:43: Ich glaube, insofern was ich eben noch selber nachvollziehen kann.
00:32:48: Also was die Wende gebracht hat und auch an Veränderungen für mich, für meine Familie, für Lebensläufe das kann ich glaube ich sehr gut nachvollzielen.
00:32:58: Und deswegen ist mein Blick natürlich immer noch ein anderer oder einen speziellerer wenn man natürlich weiß ich bin da ja auch aufgewachsen Das hat mich ja auch geprägt und ich kenne auch Menschen dort.
00:33:11: Und natürlich gucke ich auch, wie sich die Situation da verändert?
00:33:15: Und natürlich ist mir dann auch manches inzwischen längst fremd geworden aber klar irgendwie hat man da ja seine Wurzeln.
00:33:23: Also dieses Thema Biografien, die sich verändern das ist ja in ihrer Familie auch sehr präsent.
00:33:27: Sie schreiben zum Beispiel von Ihrer Mutter, die eine Arbeit angenommen hat in Wuppertal Die eigentlich nicht der Entsprach für die sie qualifiziert war.
00:33:36: Das ist glaube ich kein Einzelfall ist
00:33:38: sehr typisch für die Biografien nach der Wende.
00:33:43: Und das ist, glaube ich auch etwas was viele Menschen sehr nachhaltig geprägt hat.
00:33:48: also bis heute dieses ja es ein Wertverlust gewesen.
00:33:53: Man war weniger wert weil das kennt man ja auch heute übrigens aus dem Thema Zuwanderung dass eben Abschlüsse nicht anerkannt werden und Meine Mutter war auch dieses leere Blatt.
00:34:05: Es zählte nicht mehr, was sie gelernt hatte und man steigt ja irgendwann auf.
00:34:11: das interessierte natürlich hier alle.
00:34:14: Und mir ist dann bei vielen Begegnungen, wenn ich zum Beispiel eine Zeit lang in Leipzig gearbeitet habe.
00:34:20: Wenn ich dort Menschen getroffen habe diese Brüche in den Biografien ist einfach maßgeblich und das ist auch etwas was an die nächste Generation weiter gegeben wurde dass man weiß Mama oder Papa waren eigentlich mal das und haben dann in manchen Fällen nie wieder mehr ein Fuß auf dem Boden bekommen und nur noch Aushilfs-Jobs usw.
00:34:40: gemacht.
00:34:40: Ich glaube, das ist sehr prägend für die Menschen.
00:34:44: Was sind so Dinge, wenn Sie mal den westdeutschen Blick auf den ostdeutschern beobachten?
00:34:48: Das kann man jetzt natürlich nie ganz Trennschaft sehen.
00:34:52: Aber was stört sie da besonders?
00:34:56: oder was fällt Ihnen auf?
00:34:57: Vom West-Deutschland nach Ostdeutschein geschaut!
00:35:01: Also was mich eigentlich ... ich hänge gerade gedanklich an diesem von Westdeutscher und auch aus Deutschland.
00:35:06: Wir haben zweitausends Und es ist doch wirklich auch interessant, dass wir überhaupt immer noch so hin und her schauen.
00:35:14: Das funktioniert ja übrigens auch andersherum.
00:35:16: aus Deutschland wird die westdeutsche Sicht bewertet usw.
00:35:20: Was mich eigentlich wirklich stört, weil ich sage mal, ich bin eine Gesamtdeutsch, warum das eigentlich so ist?
00:35:26: Mich nervt total dieses Beäugen, dieses Misstrauische gegeneinander Alle in einem Land, wo wir hoffen das es funktioniert.
00:35:35: Wo wir hoffentlich für unsere Demokratie einstehen wollen und dass wir voranbringen wollen als Menschen in Deutschland.
00:35:42: Und übrigens auch egal wo man sonst herkommt Hauptsache man hat hier Lust mitzumachen!
00:35:46: Das stört mich eigentlich, dass wir schon innerhalb unseres Landes immer noch so denken von links nach rechts und oben nach unten.
00:35:53: und das ist glaube ich das was mich nervt.
00:35:56: Und trotzdem gibt es ja dann die Unterschiede.
00:35:58: Also ich habe jetzt vor letzte Woche glaube ich nochmal über diese Statistik gelesen, dass in den Firmen in Ostdeutschland, vor allen Dingen die Chefs – wahrscheinlich sind sie die Chef's, muss ich nicht gendern -, dass die meistens Westdeutsche sind.
00:36:13: So das sind ja alles auch reale Dinge, die passieren und die wahrscheinlich bewirken, dass Menschen dann immer noch denken wir sind anders?
00:36:21: Wir
00:36:22: werden benachteiligt.
00:36:23: Sichtbarkeit
00:36:23: ist ein großes Thema, also ob wir jetzt über Frauen reden und was wir gerade getan haben.
00:36:29: Wenn ich nicht sichtbar bin habe ich auch nicht das Gefühl dass sich abgebildet werde.
00:36:33: Das ist im Berufen ja immer ein Vorwurf in der Politik, dass zu wenig ostdeutsche Menschen sichtbaar sind auch dieses drüber sprechen, ja immer wieder ein Thema ist.
00:36:47: Dass man über sie spricht und nicht mit den Menschen was übrigens auch für die ganze Bundesrepublik gelten sollte dass man mehr mit den menschen redet das glaube ich ist schon sehr wichtig dass das immer noch nicht so richtig und gut stattgefunden hat.
00:37:04: Ich musste beim Thema Sichtbarkeit auch an ihre Mama denken.
00:37:07: Da waren einige Passagen dabei, wo ich kurz davor war zu einem Taschentuch zu greifen und ich fand das sehr berührend weil ich eben auch noch mal dran denken musste was eigentlich für eine unfassbare Leistung Alleinerziehende Mütter vollbringen.
00:37:20: sie sind nämlich alleinerziehend groß geworden und ja... Was wäre meine Frage dazu?
00:37:28: Ganz viele habe ich dazu aber wie war es für Sie ohne Vater aufzuwachsen?
00:37:33: also Ist das eine Wunde, die Sie in sich tragen?
00:37:36: oder sagen Sie mir kann ja nichts fehlen wo ich nix kennengelernt hab?
00:37:41: Ja beides glaube ich.
00:37:42: Also ich habe auch immer so gesagt Ich hatte so viel Liebe von meiner Mutter und ich weiß ja nicht was da gefehlt hat.
00:37:48: Es war jetzt nicht immer dieses Owo ist der mein Papa gegen uns entschieden und das ist mir als Jugendliche irgendwann mal schwer gefallen, da habe ich mal Kontakt gesucht.
00:37:59: Das hat nicht so richtig funktioniert und dann habe ich das auch akzeptiert dass es ebenso ist.
00:38:05: Mir hat er als Partner für meine Mutter gefehlt.
00:38:08: Ich hätte mir einfach gewünscht, dass meine Mutter nicht so viel alleine schaffen muss.
00:38:11: Dass man zusammen durch das Leben geht also zum einen natürlich unterstützend aber auch mit mehr Glück und mit dem was eben eine Partnerschaft zuher gibt.
00:38:19: Das hätte ich mir von meiner Mutter gewünscht und das hätte ich mich auch schon... Also ich weiß, dass ich mir das auch schon als Jugendliche gewünsche habe.
00:38:26: Das ist jetzt nicht als erwachsene Frau der Blick darauf.
00:38:30: Und meine Mutter Das hat mich natürlich irrsinnig geprägt, wie sie das alles gemacht hat.
00:38:34: Also die hatte er wirklich gearbeitet und gearbeitet Und nach der Arbeit sind wir losgerannt und haben was zu essen besorgt und dann hat sie weitergearbeitet.
00:38:44: Ich kenne meine Mutter eigentlich nur arbeiten oder wir hatten ganz kleine Fenster wo sie mal mit mir Zeit verbringen konnte.
00:38:51: Aber es hat mich eben auch dahingehend geprägt, dass man einfach denkt das schaffen wir schon und auch eben arbeiten zu gehen und Kinder zu haben – auch wenn die Bedingungen natürlich zu DDR-Zeiten in der Betreuung besser waren.
00:39:03: Aber Irrsinn wie sehr man das aufsaugt und heute selber versucht so zu funktionieren und dem zu entsprechen?
00:39:11: Ich musste da vorhin schon bei den Betreuungszeiten drüber nachdenken.
00:39:14: Meine Schwester hat in Berlin einen Kind bekommen und war Krankenschwester, und da war es eben möglich sein, ein Kind um sechs Uhr zur Nakita zu bringen.
00:39:22: Und das macht mich bis heute fassungslos wie das sein kann, dass hier nicht möglich ist oder Menschen die vielleicht bis zwanzig Uhr hinter einer Supermarkkasse sitzen.
00:39:30: mittlerweile ist ja sogar zwanziger oder Mitternacht wenn man Pech hat was natürlich auch total familienfeindlich ist.
00:39:36: Und, was mich eben auch zornig macht, ist diese Debatte um den Unterhaltsvorschuss, den man jetzt ab sechzehn für Mütter streichen, also für Alleinerziehende mütterstreichen möchte in einer Phase wo die Kinder am teuersten sind.
00:39:47: Sie beschreiben ja in ihrem Buch selbst dann will man die teuren Klamotten haben, die die Mama irgendwie auch noch sozusagen bezahlen kann obwohl es eigentlich nicht möglich
00:39:56: ist.
00:39:56: Ja, man möchte ja dazugehören und man gehört eh schon... Vermeintlich nicht dazu, weil man nicht die Vorzeigefamilie hat.
00:40:02: Weil da eben nicht Mama-Papa Kind sitzen.
00:40:05: und gut jetzt kam das dann noch dazu dass wir natürlich in Westdeutschland waren.
00:40:08: Natürlich wollte ich dazugehören heißt ja auch nicht auffallen Und natürlich wollte ich die richtige Jeans anhaben und solche Dinge.
00:40:15: aber es hat Mama auch immer alles irgendwie noch ermöglicht absolut.
00:40:18: Aber Diese Anerkennung für alleinerziehende Mütter oder auch das möglich machen und weiß ich, dass gerade sagen mit den Öffnungszeiten.
00:40:25: Ja schön wenn wir unser Kind dahin bringen können um die Uhrzeit aber was ist man dann?
00:40:28: Die berühmte Rabenmutter dieses wunderschöne Wort was es ja vor allem nur im Deutschen gibt.
00:40:33: selbst wenn wir die Möglichkeit hätten ist es immer noch so dass man dafür nicht gerade Anerkennen bekommt.
00:40:38: und es war ehrlicherweise bei mir ähnlich.
00:40:40: Wenn du meinst, dass du schon wieder arbeiten gehen musst meinen Sohn ist dann auch mit eins in die Kita gegangen Auch nicht viele Stunden, auch da muss ich sagen hätte mich sonst geschämt wenn ich das noch länger gemacht hätte.
00:40:51: Und schon auf die Gesellschaftskritik hätte ich mich schon angesprochen gefühlt wie kannst du dein Kind so lange abgeben?
00:40:58: Das ist nochmal ein ganz eigenes Thema für sich auch die kulturellen Unterschiede wenn man nach Frankreich zum Beispiel wird wo die Frauen nach sechs Wochen wieder arbeiten gehen oder acht Wochen völlig normal und hier ist sozusagen Ich bring mein Kind früher zur Kita zu früh, zu lange zur Kita.
00:41:13: Diese ganzen Themen...
00:41:14: Die übrigens aber auch von Frauen zu Frauen weitergetragen werden ne?
00:41:17: Das ist eine Gesellschaftsdebatte bei uns die jetzt nicht nur auf uns von Männern angelastet wird sondern wo auch Frauen.
00:41:22: nö ich mach das aber mit meinem Kind so und so und bin deshalb vielleicht auch die bessere Mutter.
00:41:27: Und wenn du in einem Umfeld aufwächst und so war es ja zum Beispiel auch in der DDR Wo's völlig normal ist dass das alle so machen, bis du ja nicht mehr die Außerirdische, die ihr Kind zu lange in die Kita bringt.
00:41:37: Also das ist schon interessant wie eine Gesellschaft sowas auch immer verordnet.
00:41:42: Weil Sie das Thema gerade ansprechen?
00:41:44: Konkurrenzdenken unter Frauen... höre ich immer unterschiedliche Perspektiven.
00:41:49: Also meine wäre immer, dass ich das so noch nicht erlebt habe.
00:41:52: aber ich hab zum Beispiel gibt's ja von Karolin Kebekus das Buch die sagt es kann nur eine geben also im Comedybereich immer nur die eine Frau die gebucht worden ist was automatisch dazu geführt hat dass man eben ja die Ellbogen ausgefahren hat damit man dann die eine frau auf der Bühne ist Die sehen sie das wie haben Sie das erlebt bei sich?
00:42:15: nur wenige Momente erlebt, wo ich mal wirklich Konkurrenz gespürt habe.
00:42:20: Aber da würde ich auch sagen das dürfen Frauen ja genauso machen wie Männer.
00:42:24: vielleicht ist es auch so eine Gewohnheit.
00:42:25: wir hatten lange gar nicht so Positionen wo's dann dünn wurde mit den Plätzen dass man sagen würde okay es gibt jetzt noch zwei von denen und dann mehr haben aber auch nicht für die Position Und natürlich hakelt man dann ob mein Mann oder Frau ist weil man vielleicht dahin kommen will womit ich tatsächlich ein Problem habe.
00:42:43: Ich bin kein großer Freund des Begriffs Empowerment unter Frauen, ich finde dieses Labeln von Dingen finde ich immer ganz schwierig.
00:42:50: Ich lasse mich auch gerne von Männern unterstützen und ich unterstütze auch gerne Männer und ich unterstützen auch gerne Frauen!
00:42:56: Ich entscheide das für die Menschen.
00:42:57: wenn ich etwas gut finde oder jemandem gut finde und andersrum bitte bei mir, dann sollte man sich unterstützen.
00:43:05: Egal wie und wo!
00:43:07: Und indem man das so labelt bekommt es immer irgendwie einen Aufkleber drauf... Das ist nicht so meins muss ich sagen.
00:43:16: Wir haben ja besprochen, Sie sind neunvierzig Jahre alt.
00:43:18: Bald kommt sie fünfzig, neunzehntel.
00:43:20: November war es glaube ich falls man gratulieren möchte.
00:43:24: Jetzt ist das Thema Konkurrenz.
00:43:26: gerade im Fernsehen erwächst möglicherweise auch von Jüngeren.
00:43:29: also im Fernsehen älter zu werden ist für Frauen jedenfalls nicht ganz so leicht wie für Männer.
00:43:33: auch das haben wir auch an eindrücklichen Beispielen schon erfahren.
00:43:37: Auch Schauspielerinnen sprechen ja darüber.
00:43:39: Ist das was worüber sie sich schon jetzt Gedanken machen?
00:43:42: Also dieses werde ich irgendwann mal aussortiert.
00:43:46: Ich glaube, ich hätte mir früher mehr Gedanken darum gemacht lustigerweise weil unsere Entwicklung im Moment so unsicher ist dass wir ja nicht wissen ob wir nicht einfach durch die KI ersetzt werden als Moderatoren oder wie das in dieser digitalen Entwicklung weitergeht.
00:44:01: Das heißt es ist sowieso so viel in Bewegung.
00:44:04: ich würde sagen ich fühle mich nie sicher an dem Ort wo ich gerade sitze und denke hier sitzt sich noch zehn Jahre und das ist auch etwas was ich bei mir verändert hat.
00:44:15: Das was ich jetzt gerade mache, das macht mir wirklich Spaß.
00:44:18: Und damit ich nicht vor lauter Sorge dass es weg sein könnte vergesse ist zu genießen habe ich jetzt grad Schluss damit.
00:44:25: und es klingt mir so seit zwei drei Jahren da sich immer denke ne sitzt jetzt hier ist das schön genießte und wenn es vorbei ist dann hoffentlich nicht aus solchen absurden gründen wie sie hatte drei falten zu viel.
00:44:35: das wäre schade und klar.
00:44:38: irgendwann muss man vermutlich Platz lassen.
00:44:40: aber ich setze auch ein bisschen auf meinen Klopf, klopf.
00:44:42: Hier kommt eine kleine Bewerbung auf meinen öffentlich-rechtlichen Arbeitgeber weil die doch immer etwas freundlicher noch sind mit uns Frauen und da dürfen Frauen auch über fünfzig noch gerne länger bleiben.
00:44:54: deswegen würde ich jetzt einfach mal hoffen dass das noch ein bisschen geht falls mir großen Spaß macht und ansonsten so läuft es Geschäft.
00:45:02: das ist leider so.
00:45:04: Ich denke der öffentlich rechtliche Auftrag sollte sich auch darauf erstrecken
00:45:09: Die Kompetenz vor die Falten stellen, das wäre auf jeden Fall gut.
00:45:14: Jetzt haben Sie sich ja mit Ihrer und meiner Generation beschäftigt.
00:45:18: wie blicken sie auf die Frauen, die da nachgekommen sind?
00:45:22: Haben dies besser in vielerlei Hinsicht oder haben sie es auch schwerer?
00:45:26: finde ich interessant, dass die Frage kommt.
00:45:28: Weil das ist mir jetzt schon häufiger passiert.
00:45:29: Das ist ja auch übrigens aus der Generation.
00:45:31: davor haben auch schon Boomer Frauen zu mir gesagt wir haben euch alles vorbereitet und haben euch das so.
00:45:37: Wir haben doch die Türen aufgemacht und dann bin ich immer ganz erstaunt Und dann geht es aber auch sofort auch aus unserer generation gerne nach uns.
00:45:45: Work-Life Balance Und das ist ganz interessant, weil darum geht es mir gar nicht.
00:45:51: Ich finde – das passt nämlich auch in unsere Zeit – es geht mir um Verständnis für einander.
00:45:56: Wenn ich etwas über jemand anderes weiß dann kann ich den besser einschätzen und kann mir Dinge erklären jemand etwas über unsere Generation, über uns Frauen der Generation X weiß.
00:46:09: Ob es die Partnerin ist?
00:46:10: Die Freundinnen, die Schwester eine Kollegin und vielleicht lese ich das oder bin selbst Teil dieser Generation entdecke mich wieder und sage okay die haben ähnliche Themen oder ach so.
00:46:20: deshalb ist das jetzt vielleicht für ne Empfindung so Und dass war mir wichtig.
00:46:24: und Dieser Vergleich der generationen finde ich ehrlicherweise sowieso total nervig weil man immer sagt also Ich harte es aber doch schwerer und so man tendiert ja total dahin um sich selber mal irgendwo hin zu erhöhen was auch immer dahinter steckt.
00:46:36: Und deswegen, nee ich finde auch nicht dass es irgendjemand leichter oder schwerer hat.
00:46:40: Ich wollte wissen ob's den Frauen ähnlich geht wie mir die mit mir aufgewachsen sind und hoffe das weil man das Buch liest oder wenn wir jetzt einfach drüber reden wird mehr voneinander erfahren und das wäre mir eigentlich wichtig.
00:46:54: aber ich finde wenn es in eine konstruktive Debatte darüber führt Wo die Veränderungen möglicherweise sind, finde ich es gut.
00:47:00: Aber spannend dass dann erst mal so argumentiert wird.
00:47:03: Was ich unabhängig von der Generation schwierig finde ist die Entwicklung allgemein.
00:47:09: das Gefühl habe wir Frauen einiges wieder von dem her geben was in den letzten Jahren erkämpft haben, klingt auch immer so schlimm.
00:47:17: Aber was wir erreicht haben?
00:47:19: Welche Möglichkeiten wir haben und wo wir gesellschaftlich stehen.
00:47:22: Und ich habe schon das Gefühl durch Social Media Trends und sonstiges dass wir uns da ein bisschen zurückentwickeln.
00:47:29: Ich hatte letztens so ein schönes Gespräch mit Senta Berger die nun wirklich eine andere Generation ist, die zum Teil gar nicht glauben kann wohin es gerade geht.
00:47:36: Eine Frau über achtzig, die sagt Moment mal!
00:47:38: Wir waren doch schon mal ganz woanders.
00:47:40: Und da würde ich fast eher sagen, er lasst uns mal schön alle unterhaken und mal gucken dass wir nicht wieder alles verlieren wo wir jetzt schon hingekommen sind.
00:47:49: Ja vor allem die Debatte um die drei Falten ob man sie haben darf oder nicht finde ich sehr sehr eindrücklich.
00:47:55: Die
00:47:55: wir uns ja auch selber mit auferlegen indem wir zum Teil eben keine Falte haben wollen.
00:48:02: Es wird auch einem so vorgelebt, finde ich übrigens für die nächste Generation noch schwieriger.
00:48:06: Also wenn ich mir jetzt vorstelle, ich wäre heute ein junges Mädchen und würde nur noch sehen wie ich mich zu präsentieren habe was sich anziehe und ich höre von Mädchen, die in der Grundschule Augenpads tragen also ich brauche auf jeden Fall welche mit meinen Dienstzeiten.
00:48:21: aber das ist einfach... Wann
00:48:22: die mit zehn drauf zusammenfallen?
00:48:24: Weiß ich auch nicht!
00:48:24: Aber das ist tatsächlich total schwierig ne?
00:48:27: Aber Gegenfrage Wie finden Sie
00:48:31: das?!
00:48:32: Ist der Druck größer, dass man möglichst keine Falten hat?
00:48:35: Gibt es nur im Fernsehen vielleicht so ein Gefühl oder...?
00:48:40: Nein.
00:48:40: Ich glaube, der Druck ist definitiv größer auch wenn man hört... wie Mädels mit Anfang zwanzig anfangen, mit Botox und dann gesagt wird man muss wirklich früh anfangen.
00:48:49: Damit es dann auch was bringt?
00:48:50: Und dann denkt man so meine Güte... Da kriegt
00:48:52: man erst gar nicht die ganzen Falten!
00:48:54: Ich war ja beim Hautarzt um Muttermahlkontrolle zu machen, das ist wahrscheinlich völlig naiv da geht mir doch nicht mehr zum Hautarzte.
00:49:00: deswegen.
00:49:01: und dann kam aus sofort Ja wir haben es noch kein Botox oder müssen jetzt aber da sind sie schon aber jetzt echt auch spät dran.
00:49:07: ich hatte gar nicht danach gefragt und es war auch auf der Tapete stand es auch überall beim Hauptarzt.
00:49:13: Das ist ja Wahnsinn.
00:49:14: Und das ist genau wieder diese gesellschaftliche Entwicklung, egal worüber wir reden wenn es dann alle machen wird's absurd normal.
00:49:20: und dann ist man eben...wenn man sagt ich behalte meine Falten weiß ich nicht die hässliche Alte oder was heißt man da?
00:49:27: Ist schon komisch ne?
00:49:28: Ja definitiv Wir kommen zum Ende leider.
00:49:34: Ich habe zum Schluss noch ein paar kurze Fragen mit der Bitte um Kurze antworten Und danach werden wir natürlich auch noch über Köln sprechen, denn in einem Podcast der Talk mit Kar heißt müssen wir sechs kurze Fragen zum Thema Kölnen stellen.
00:49:46: Ich beginne aber persönlich – was ist der größte Irrtum den Menschen über Susan Link haben?
00:50:01: Bonnie and Clyde, Ying und Yang.
00:50:05: Schwarz und weiß und am Ende ein wunderbares Bild.
00:50:08: Ein gutes Puzzle!
00:50:10: Ein Zweierpuzzle.
00:50:12: Den Eindruck hat man auch von außen.
00:50:13: Das ist wirklich eine schöne Konstellation.
00:50:15: Das größte Opfer das sie für ihre Karriere gebracht haben?
00:50:22: Das ist so eine sehr lange Pause.
00:50:23: die deutet darauf hin dass ich nicht das Gefühl habe dass sich eins gebracht habe.
00:50:27: Das is auch ne Antwort ja wenn Sie neben Fernsehen und Buch schreiben und Familie noch Zeit Pleasure-Time haben, was ist das am ehesten?
00:50:35: Sport.
00:50:37: Auf jeden Fall.
00:50:38: Laufen und Krafttraining damit ich lange frisch bleibe und noch viel machen kann in meinem Leben.
00:50:45: Welcher öffentliche Fernsehmoment ist bei Ihnen schon mal richtig in die Hose gegangen?
00:50:49: Zum Glück tatsächlich noch keiner!
00:50:51: Ich habe auch schon mal drüber nachgedacht aber es ist noch kein... Wenn man das einmal sagt kommt der dann ganz bald
00:50:56: ne?!
00:50:57: Aber also bei so vielen Auftritten ist da schon bemerkenswert.
00:51:00: Kein
00:51:00: großer Knall passiert auf jeden Fall.
00:51:03: Wir sprechen über Köln, wofür muss man Kölnen unbedingt lieben?
00:51:07: Für seine Menschen.
00:51:08: Also hier kann man einfach mitmachen und sein und das ist das größte Geschenk!
00:51:14: Wenn Sie einen Tag Königin von Kölner werden.
00:51:17: was würden sie als erstes ändern?
00:51:21: Ich glaube den Verkehr.
00:51:22: ich würde... Wenn ich zaubern könnte, das wäre schon.
00:51:25: Ich würde unsere Straße verbreitern damit wir es so wie in Berlin haben dass wir Platz für alle haben, dass die Radfahrer fahren können Autofahrer noch Platz haben unsere Straßenbahn durchkommt.
00:51:33: Das würde ich gerne haben.
00:51:35: Wo ist in Köln außerdem noch Luft nach oben?
00:51:39: An den diversen Plätzen?
00:51:42: Ich glaube das ist eine große Unzufriedenheit bei Menschenschaft wenn man sieht, dass manches doch sehr ungepflegt aussieht und ich glaube da müssen wir mehr tun, dass wir uns alle zusammen hier wohlfühlen.
00:51:54: Wie würden Sie den Kölner Karneval einer außerirdischen erklären?
00:52:00: Als ein verrücktes Fest von bunten Menschen, die per Knopfdruck anfangen zu feiern und sich lieb zu haben.
00:52:10: Und auch per Knopffdruck damit aufhören können also nicht mit dem Liebhaben aber es ist einfach sensationell und einfach mitmachen und das Kostüm haben die Außerirdischen dann ja schon.
00:52:19: Da sie ja immi sind muss ich schon mal fragen!
00:52:21: Also war das Liebe offen erstmal bei Ihnen?
00:52:23: Oh ja!
00:52:24: Und ich bin immer noch dabei, jedes neue Karnevalslied was richtig abgeht auch auswendig zu lernen.
00:52:29: Ich möchte auch nicht auffallen da ist es wieder als EMI.
00:52:32: Das ist klar sich singe alles mit und ich liebe das total.
00:52:36: und nee dass ich sofort infiziert gewesen immer.
00:52:40: Ihr Lieblingsfädel in Köln?
00:52:43: ist das, wo ich wohne.
00:52:44: Also ich wohnte im Westen von Köln und das liegt einfach daran dass ich mich da zu Hause fühle und wir einfach eine schöne Nachbarschaft haben.
00:52:50: Das schließt keine anderen Fedel aus sondern das ist so ein bisschen Zuhause-Gefühl einfach.
00:52:55: Und ihr Lieblingsort in Kölnen?
00:52:58: Mein Lieblungsort in köln habe ich auch schon oft darüber nachgedacht kann Ich nicht benennen weil es viele kleine sind die meinen Alltag bestimmen das möglich machen, dass man sich wohlfühlt.
00:53:08: Also ob es jetzt die Hundewiese ist oder der Sportplatz wo man seinen Sohn anfeuert... Das ist irgendwie alles zu Hause.
00:53:14: und deswegen mag ich, dass so viele kleine Orte gibt weil es war nicht leicht für mich wieder irgendwo einen Wurzeln zu schlagen wenn man so rausgerissen wird.
00:53:24: Nochmal
00:53:25: umzuziehen?
00:53:25: Ja!
00:53:25: Ich bin wirklich oft umgezogen.
00:53:27: in Köln habe ich Wurzelen und das finde ich einfach schön.
00:53:31: das ist für mich das Beste das sagen zu können.
00:53:34: Vielen Dank für dieses Gespräch, für das offene und sehr persönliche Gespräch.
00:53:38: Ihr Buch Ich hab eine Wassermelone getragen ist jetzt überall im Handel sowie als E-Book und Hörbuch erhältlich Und ich habe natürlich alles in den Show notes verlinkt.
00:53:47: vielen dank und viel glück mit dem ersten neuen buch baby.
00:53:50: Das klingt lustig!
00:53:51: Es war ein schönes Gespräch.
00:53:52: Danke Tschüss.
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