Warum wird das Genre Musical in Deutschland von vielen belächelt, Vera Bolten? Die Sängerin im Gespräch.
Shownotes
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Transkript anzeigen
00:00:00: Ende von The Wants To Live Forever der erste Kurs, dann gehen sie in diesen Truck ziehen den Vorhang zu und fahren runter.
00:00:05: Ja gut, dann passiert es ja vielleicht mal dass man nicht direkt aufhört mit dem Bühnenkurs.
00:00:09: so was kann dann passieren?
00:00:20: Hallo und herzlich willkommen bei Talk mit Kat, dem Podcast des Kölner Stadtanzeiger.
00:00:28: Der nur eine einzige Regel hat – meine Kollegen Sarah Brassack und ich laden im Wechsel und manchmal auch gemeinsam interessante Menschen aus der Stadt mit K ein!
00:00:36: Jeden Donnerstag um sieben Uhr gibt's eine neue Folge.
00:00:39: Ich freue mich sehr, dass Vera Bolten heute zu Gast ist bei mir im Podcaststudio.
00:00:43: Sie ist als Musical-Darstellerin auf den Bühnen Kölnens und auch Deutschlands Zuhause und aktuell noch im Musical Himmel und Kölle zu sehen.
00:00:51: Darüber über ihre Karriere und ihr neues Projekt die Weiße Rose möchte ich mit dir sprechen.
00:00:56: aber erst mal sage ich herzlich willkommen bei Talk mit Carli Bevere.
00:00:59: Danke schön!
00:00:59: Und ich freue mich, dass ich hier sein darf.
00:01:01: Vielen Dank für die Einleitung.
00:01:02: Sehr gerne Du weißt es nicht, aber wir haben eine gemeinsame Geschichte.
00:01:06: Ich habe nämlich vor zwanzig Jahren als ich noch an der Uni war im Musical Dome gearbeitet... Oh!
00:01:12: Im Vorderhaus fast so richtig?
00:01:13: Richtig genau und ich habe da auch Saalwache gemacht und würde schätzen ich habe dich zwanzi bis dreißig mal als Garamush in We Will Rock You gesehen.
00:01:21: Oh dann kannst du ja fast noch mitsprechen wahrscheinlich.
00:01:24: Ich
00:01:24: konnte das damals komplett auswendig.
00:01:25: tatsächlich Das war ja so deine erste große Hauptrolle, wenn du daran zurückdenkst und du hast sie sehr lange auch auf unterschiedlichen Bühnen gespielt.
00:01:34: Was bedeutet dir die?
00:01:36: Es war zwar nicht meine erste große hauptrolle ich dürfte mich vorher schon ein bisschen eingerufen das war auch ganz gut weil es war natürlich eine wirklich eine extreme Situation möchte ich mal sagen also erstmal mit der Band Queen persönlich zu arbeiten.
00:01:50: also es war ehrlich gesagt schon im Vorsingen in der Audition wie wir sagen Also du singst wirklich vor Brian May, seine Musik und Roger Taylor saß auch noch da.
00:02:00: Und das ist schon was ganz Besonderes gewesen.
00:02:03: Da gibt es auch wirklich noch eine lustige Anekdote zu, ich war wirklich sehr nervös in der letzten Runde.
00:02:08: Ich musste dann nochmal rein.
00:02:09: wie das so ist in so Vorsprech- und Vorsängensituationen Es ist nicht so dass man einmal kurz reingeht und dann ist es vorbei sondern oft ist dann so gehen nochmal raus Dann kommen später nochmal rein und sehen nochmal das oder wir machen nochmal die Szene.
00:02:22: und ich weiß noch ich bin raus und war auf Toilette und war sehr aufgeregt und dann geht neben mir in der Kabine nebenan Die Spülung Texttoilette damals schon, eigentlich sehr fortschrittlich.
00:02:32: Und am Waschbeckenstand dann plötzlich neben mir Brian May und dann hat er gesagt I'm looking forward to see you later!
00:02:39: Da bringt man ja wirklich keinen Ton raus.
00:02:43: Später haben wir natürlich zusammen geprobt und gearbeitet und ich muss sagen Brian ist wirklich einer der... nettesten, unkompliziertesten und nahbarsten Menschen die ich so kennengelernt habe.
00:02:53: Man denkt bei so Superstars ja oft kann man die normal ansprechen und der war... Ich weiß noch einmal da haben wir ihn nach der Probe sind.
00:03:00: Wir alle noch zu McDonalds gegangen im Bahnhof und dann hat er dann plötzlich gesagt ich lade euch alle ein und sich zu uns gesetzt.
00:03:06: es war wirklich ganz besonders Und für mich hat sich natürlich auch persönlich durch Birocu viel verändert.
00:03:13: Ich hab in Berlin studiert an der Universität der Künste Jahre dort gemacht, auch am TV zum Beispiel und bin dann für Birocche nach Köln gezogen.
00:03:26: Und hab da ja auch meinen jetzigen Ehemann kennengelernt und wir sind dann sagen wir mal ins Umland gezogen.
00:03:36: aber Deshalb ist für mich persönlich natürlich auch We Rock You so eine Art Wendepunkt.
00:03:41: Und du hast es schon gesagt, ich habe das insgesamt, glaube ich acht, neun Jahre nicht in Erstbesetzung gespielt.
00:03:46: Ich hab ja drei Jahre in Köln das gespielt und dann ging es ja noch nach Stuttgart um Berlin und so.
00:03:50: Man war immer noch irgendwie so dabei.
00:03:52: Und es ist auch heute noch so dass wir so eine We Rock Your Family eigentlich haben.
00:03:56: Immer wieder... Dass man Leute wiedertrifft jetzt bei unserem jetzigen Projekt die weiße Rose, was du ja schon angesprochen hast.
00:04:02: Da sind einige Musiker aus der We Rock your Band dabei.
00:04:05: also man verliert sich Und das ist eine ganz besondere Verbindung.
00:04:10: Wie ist es denn, wenn man seinen Freund oder dann später Partner kennenlernt?
00:04:15: Beide Arbeit ja eigentlich... Habt ihr euch da auf der Bühne ineinander verliebt?
00:04:20: Man muss ja sagen für alle die's nicht wissen also ihr habt eben in Vivo Rocky auch ein Liebespaar gespielt
00:04:25: und
00:04:26: wart dann auch privat eins wie fühlt sich das an?
00:04:30: Tja, die goldenen Regel ist ja eigentlich man sollte sich bei der Arbeit nicht seinen Partner suchen und das ist bei uns im Musical Bereich natürlich nicht anders.
00:04:36: Und dann passiert es eben doch, wo lernt man Leute kennen?
00:04:39: Tja, ich kann ja jetzt nur für meine Seite sprechen.
00:04:44: Ich fand Alex schon bevor wir angefangen haben zu proben cool und interessant aber wir hatten uns eben noch nicht wirklich.
00:04:51: also wir hatten es ein zweimal bei einer Audition getroffen.
00:04:53: man kannte sich so.
00:04:54: die Musical-Szene ist ja auch nicht so riesengroß, ne?
00:04:57: Also man hat die Namen dann schon mal gehört oder sich kurz unterhalten.
00:05:01: Tja, wie passiert so was?
00:05:03: Man probt miteinander.
00:05:04: Man hat Spaß!
00:05:04: Man lernt sich näher kennen und natürlich mussten wir auch auf der Bühne ein liebes Paar spielen.
00:05:11: dann hat man sich sowieso schon mal geküsst.
00:05:13: Dann gab es diese eine Szene da erinnerst du dich ja wahrscheinlich dran dieser dieser Track nach unten in die Bühnenfuhr nach Who Wants To Live Forever am Ende von The One's To Live Ever der erste Kurs.
00:05:22: Dann gehen sie in diesen Truck ziehen den Vorhang zu und fahren runter.
00:05:26: Ja gut dann passiert es vielleicht mal dass man nicht direkt aufhört mit dem Bühnekurs.
00:05:30: so etwas kann passieren und ja, weiß er selber.
00:05:37: Anfänge von Beziehungen sind ja nicht... Das hat sich dann so angebahnt, dass es ja nicht so.
00:05:42: jetzt ist es so und irgendwann war's aber klar das es vielleicht doch mehr ist als irgendwie so eine Bühnenliebschaft, sagen wir mal, jetzt bescheuert an.
00:05:51: Ja ist auch!
00:05:53: Und dann haben wir mein zweiter.
00:05:54: so, ich hatte ja schon einen meinen großen Sohn, bevor ich Alex kennengelernt habe.
00:06:00: Und mein zweiter Sohn war ja dann schwanger während des dritten Jahres in Köln und die ersten Dritte hab' ich auf der Bühne gespürt.
00:06:12: Anfang siebten Monat, sechsten halbsten Monat habe ich noch gespielt und die ersten Tritte waren bei We Are The Champions.
00:06:20: Das ist so eine geschöne Geschichte, die ich erzähle und ich weiß noch dass ich da einen Kollegen angeguckt hab und hingezahlt hat bisso nach dem Motto er hat getreten und der war völlig ausm Häuschen.
00:06:28: ja das sind natürlich schöne Geschichten vor allem weil mein großer Sohn, mein kleiner Sohn der Jona um den es eben jetzt ging Der spielt selber sehr gut Gitarre, mittlerweile singt und hat Brian May jetzt auch persönlich getroffen bei der letzten We Rock You Premiere in Stuttgart.
00:06:45: So stießt sich den Kreis, das war ihm ganz wichtig!
00:06:48: Ich glaube, Musical-Darstellerin ist ein Traumruf für ganz viele in der Schule.
00:06:52: Ich weiß auch noch als ich das erste Mal war ich im Starlight Express mit meinen Eltern.
00:06:57: Das ist ganz speziell schwierig!
00:06:58: Genau
00:06:59: aber habe ich gedacht oh ja ich will das auch und hat es dann schnell rausgestellt.
00:07:03: Ich hab vielleicht einfach dann doch nicht das Talent.
00:07:07: Wie war das bei dir?
00:07:09: Also hast du immer schon gern gesungen.
00:07:10: Ich habe gelesen, du warst auch in der Musical AG und so.
00:07:13: Aber das ist ja nochmal ein Unterschied ob man das irgendwie gerne macht, gerne singt oder ob man sich dann entscheidet okay nach dem Abi ich will jetzt wirklich diesen Weg gehen.
00:07:21: Ja also ich wusste das schon eigentlich früh schon weit vorm Abi dass ich das machen möchte.
00:07:27: Ja, wie das hat das angefangen.
00:07:28: Meine Eltern haben mich relativ häufig mit ins Theater genommen und da habe ich dann so Sachen gesehen wie Linie Eins oder My Fair Lady Und natürlich auch andere Dinge, auch meine Opa- oder Schauschestücke mochte ich natürlich auch gern.
00:07:42: aber diese Verbindung von Sprechtexte und Musik die mir eben auch gefiel also dich auch so hören wollte Das hat mir einfach sehr gut gefallen.
00:07:53: und ich mag es bis heute, dass man eben diese verschiedenen Bausteine hat um die Geschichte zu erzählen.
00:07:58: Im Idealfall ist das ja nicht so... Die Geschichte wird erzählt und dann kommen noch ein paar Songs dazu sondern die Songs werden auch genutzt um die Geschichte zu erzähln weiterzubringen oder innere Einblicke in die Charaktere zu geben.
00:08:10: Ja, es gibt nichts Schlimmeres als eine Handlung ist da und jetzt erzählt mal kurz irgendein Charakter in der Geschichte, die keiner braucht weil sie keine Relevanz für wirklich die Handlung hat, da gibt es natürlich auch sehr unterschiedlich gute und schlechte Musicals.
00:08:25: Das ist ja auch ein großes Thema warum Musical oft so eine Kritik ist.
00:08:30: aber ich mochte das immer sehr gerne dass man eben verschiedene Genres nutzt und wollte mich ehrlich gesagt... Ich war in der Schauspieler G übrigens, in der Musical-Lagee, in dieser Schauspieler G war auch in diversen Chören und Gesangs Ensemble und ich fand es toll, Festding musste nur singen oder nur Schauspiel.
00:08:49: Und ja, hab dann mit sechzehn da hatte ich schon Gesangsunterricht in der Musikschule ganz normal wie das ja viele machen.
00:08:57: Da hatte ich irgendwie so ein Aushand gesehen von dem Bundesgesangswettbewerb Der die Endrunde in Berlin hat.
00:09:02: aber es gab eine Vorrunde Inhagen im Theater Und ich bin da einfach mal hingegangen, ohne zu wissen ob die sich kaputtlachen und denken was will die denn hier oder ob ich irgendwie vielleicht weiterkomme.
00:09:13: Ich bin weitergekommen nach Berlin in diese Runde und habe dann eben Lehrer aus der Universität der Künste kennengelernt.
00:09:21: Die saßen in der Jury haben hinterher Beratungsgespräche gemacht.
00:09:25: Da hatte ich zum ersten Mal das Gefühl es ist vielleicht gar nicht so abwegig dass ich das machen könnte.
00:09:30: also auf jeden Fall haben sie mir nicht das Gefühl gegeben dass ich mich da auf keinen Fall bewerben könnte Und ab dem Zeitpunkt war für mich ganz klar darauf arbeitig hin.
00:09:38: und dann habe ich noch sehr verstärkt Tanzunterricht genommen, weil ehrlich gesagt es waren nie meine Stärke.
00:09:43: Ich war jetzt niemand der mit vier Jahren mit Ballett angefangen hätte oder so und hab dann wirklich diese drei Jahre Oberstufe genutzt um Ballett-Unterrichtsstep, Jazz Dance Modern alles irgendwie so häufig wie möglich reinzuballern damit ich irgendwie die Möglichkeit hatte diese Aufnahmeprüfung zu bestehen In unserem Beruf nicht die größte Hürde, aber eine sehr große Hürda.
00:10:06: Eine Aufnahmeprüfung an einer guten renommierten Schule zu bestehen weil das auch oft der Türöffner für Auditions und Vorsingen ist Das ist ja im Schauspielbereich nicht anders.
00:10:17: Es ist schon ein bisschen eine Visitenkarte die auf deinem Lebenslauf steht auf welcher Schule du warst Und es hat zum Glück dann schnell geklappt und das war auch eine tolle Zeit und für mich eine ganz tolle Ausbildung in Berlin.
00:10:30: Kannst du dich
00:10:30: noch dran erinnern, wie das war?
00:10:32: Als du dahin gefahren bist und da dich zu bewerben.
00:10:35: Wie viele Leute waren da?
00:10:36: Wie viel haben die genommen?
00:10:37: Also wie muss man sich das vorstellen?
00:10:39: Naja es werden ja erstmal nicht alle eingeladen glaube ich.
00:10:43: Tja, wie viele Leute waren da?
00:10:45: Das waren ja dann mehrere Tage Vorrunden.
00:10:47: Deshalb habe ich in den Vorruhnen nicht alle gesehen.
00:10:49: Ich schätze mal dass sich auch bei uns waren es zwölf Plätze die vergeben wurden.
00:10:53: Zwei, drei Hundert Leute bewerben im Schauspiel sind's noch viel mehr.
00:10:57: Bei uns fallen ja schonmal die raus, die nicht singen können.
00:10:59: also idealerweise und ja du wirst diese Vorrunde sind relativ knapp.
00:11:09: Du hast vielleicht zehn Minuten, wenn du Glück hast.
00:11:12: Wenn dir dich gut anstellst.
00:11:13: Hast vorbereitetes Material, singt natürlich ein Lied und eine Schauspielszene.
00:11:17: Damals mussten wir auch noch einen selbstchoreografierten Tanz vorführen.
00:11:20: Das war für mich das größte Hindernis.
00:11:24: Und dann kommt man in so ne Endrunde.
00:11:26: Da ist man zwei Tage zusammen als Gruppe.
00:11:31: waren da vielleicht noch dreißig, fünfundreißig über, die dann wirklich über zwei Tage in allen Bereichen getestet werden.
00:11:35: Dann hast du Tanz-Training zusammen.
00:11:37: Du hast Schauspiel im Pro Situationen wo du beobachtet wirst und dann natürlich nochmal Gesangsrunden Und dann wird mit dir auch gearbeitet, vielleicht mal an dem Song oder an deiner Szene.
00:11:49: Dann wird geschaut, kannst du Regieanweisungen aufnehmen?
00:11:52: Kannst du Dinge umsetzen oder bist du total festgefahren und kannst nur die eine Sache bedienen?
00:11:57: Ja so wie man sich das eigentlich vorstellt.
00:12:00: Man wird wirklich durchgetestet.
00:12:02: natürlich sowas wie Musikaditätsprüfung gab es auch ein bisschen Musiktheorie sowas und natürlich ein persönliches Gespräch.
00:12:10: Das ist auch sehr wichtig und ich glaube dass wird hinterher im Beruf auch umso wichtig.
00:12:15: Es ist ein Beruf, der sehr, sehr fordernd ist.
00:12:19: Klar das kannst du vorher nicht wissen aber ich glaube es ist wichtig dass man sich Gedanken macht.
00:12:25: wofür entscheide ich mich da eigentlich?
00:12:27: Du hast eben gesagt es ist ein Traumberuf für viele aber wenn du natürlich dann bei zehn Auditions warst und keinen Job hat geklappt und du weißt nicht wie du Dein Einkommen stemmen sollst, kann das auch ein ganz schrecklicher Beruf sein.
00:12:42: Dann hast du nie Sicherheit auf längere Sicht.
00:12:45: Du hast höchstens Jahresverträge.
00:12:47: wenn ihr jetzt in einem super Blockbuster bist wo du weißt er läuft zwei Jahre, hast eine gute Chance noch einen Jahr dranhängen zu können.
00:12:52: aber viele Engagements sind auch kürzer.
00:12:54: dann bist du an Stadttheatern meist für eine Spielzeit Gast Kannst nicht immer Gastverträge anstatt Theatern verbinden, weil dann vielleicht zwei Vorstellungen oft im selben Samstag liegen und wirst natürlich immer nur für drei Vorstellende im Monat oder so gebucht.
00:13:11: Also es kann schon sehr herausfordernd sein ein Leben zu gestalten In diesem Beruf, vor allem wenn man Familie will.
00:13:19: Das wird jetzt immer besser weil es immer mehr Frauen wollen und sagen ich will aber trotzdem Familie und ich schaffe das auch und die Arbeitgeber werden natürlich auch offener und planen das mit ein.
00:13:29: Aber im Endeffekt ist es natürlich ein Beruf wo du einfach funktionieren musst und deine Leistung bringen musst.
00:13:36: in höchstfall acht mal die Woche, aber auch sechs Mal die Woche ist durchaus anstrengend oder eben Kombination von verschiedenen Engagements.
00:13:47: Wenn junge Leute mich fragen, ja ich will mal ein paar Tipps und so was soll ich denn machen.
00:13:53: Und wenn dann schnell die Frage kommt, was verdient man denn da?
00:13:57: Dann sage ich meistens.
00:13:58: also, wenn du dir die Frage jetzt schon stellst, dann ist vielleicht irgendwie ... Ich glaube man braucht schon das Gefühl, was anderes geht eigentlich nicht weil man muss sehr viel investieren Dazu nicht bereit ist, wird man auf jeden Fall schwierige Momente haben.
00:14:19: Klar jeder ist für sich selber verantwortlich und vielleicht kann er es auch anders machen aber... Ja, das ist mit sehr viel Leidenschaft und Einsatz verbunden.
00:14:29: Wie natürlich eigentlich alle Berufe um Gottes Willen?
00:14:31: Ich will das nicht schwäntern aber auch dieses ständige Umziehen flexibel sein...
00:14:36: Aber wie du hast es schon angesprochen!
00:14:37: Wie hast Du das gemacht?
00:14:38: Du hast zwei Kinder.
00:14:39: also wenn man überlegt zum Beispiel wie wir Rock You da war Montag spielfrei dann war's unter der Woche jeden Abend und am Wochenende gab's immer zwei Vorstellungen Samstag Sonntag ja und natürlich auch eben abends lang.
00:14:51: Also das sind ja sehr ungewöhnliche Arbeitszeiten.
00:14:53: Wie hast du das hingekriegt, dass dann mit den Kindern und der Familie zu vereinbaren?
00:14:57: Genau also da hatte ich erst einen Sohn, den habe ich schon aus Berlin quasi mitgebracht, den hab ich relativ früh bekommen, den Moe und vielleicht war es für mich auch ein Glück, dass ich von Anfang an meine Karriere eigentlich durchgestattet habe mit Kind.
00:15:12: Ich musste mich nicht umstellen oder jetzt kommt er große Katze und jetzt bin ich Mama Jetzt ist alles anders sondern meine ganze Karrierei war mit Kind.
00:15:19: Und wie habe ich das geschafft?
00:15:20: mit einer ganz tollen Familie im Rücken, also ohne meine Mama aber auch meine Schwester die in Berlin wohnte und auch dort studiert hat.
00:15:29: Meine Mama ist immer gekommen wenn ich eine Probenphase hatte damit ich tagsüber weg konnte sonst... Wenn die Probenphase vorbei ist dann hast du ja nur in Anführungsstrichen noch die Vorstellung Aber eine Probephase über sechs bis acht Wochen wo du jeden Tag von Was, dass ich zehn bis neunzehn Uhr probst?
00:15:45: Das sind natürlich sehr lange Zeiten die du weg bist.
00:15:51: Ja, meine Familie hat mich immer sehr unterstützt und ich hatte ... Als ich dann nach Köln oder ich hatte auch immer gute Babysitter muss ich auch sagen.
00:15:58: Ich hatte da viel Glück und als ich nach Kologne gekommen bin habe ich mit einer jemals den Schulfreunden zusammen gelebt die mich auch unterstützt hat und die war beim Kölners Spiele-Zirkus und hat mir die coolsten Babysiter überhaupt vermittelt!
00:16:12: Ich hatte zwei Studenten die dem Moritz betreut haben oder eine Studentin ein Student und die haben das im Wechsel gemacht ihnen beim Musical Dome abgeholt sind mit ihm.
00:16:21: Wir haben in der Südstadt gewohnt, da hingefahren und bis ich dann natürlich war Moritz ja noch klein um acht neun war er dann auch Ruhe.
00:16:33: also denke ich bin nicht mehr so ein.
00:16:37: Dann haben die eben gewartet bis ich um elf oder was nach Hause kamen und ich hatte da wirklich Glück und glaube, dass das auch ganz gut organisiert war.
00:16:46: Und dadurch, da ich tagsüber ja viel Zeit hatte und mit Moritz eigentlich viel im Volkspark auf dem Spielplatz war und er ja auch am Kindergarten war natürlich in der Südstadt
00:16:56: usw.,
00:16:56: habe ich eigentlich das Gefühl, dass es ganz gut organisiert war.
00:16:59: Am Wochenende die Doppelshows, die du schon angesprochen hast – das ist eine Herausforderung – dann hab' ich ihn Freitags-Nachmittags vor der Abendshow zu meinen Eltern gebracht und dann ist er Samstags bei meinen Eltern geblieben Also in Korschenbruch, genau.
00:17:16: Und dann habe ich es Sonntags-Nachmittag noch gespielt und hatte immer sonntagsabends frei verhandelt quasi.
00:17:24: Ich hatte nur einen Sechs-Showvertrag als Garamut und hab ihn nach der ersten Show abgeholt und dann waren ja die zwei freien Tage erst mal.
00:17:34: Aber es ist schon viel Organisation.
00:17:36: Also das hört man schon raus, dass das eben kein Job ist wo das irgendwie leicht zu vereinbaren ist.
00:17:43: aber du hast das Gefühl das wird besser?
00:17:44: Ja also ist nicht immer viel Organisation in jedem Beruf Bei dir ist es vielleicht auch so oder bei vielen, die auch tagsüber arbeiten.
00:17:55: Ich denke manchmal haben ja tagsüber dann nie Zeit.
00:17:57: Die müssen dann gucken dass das Kind pünktlich in der Schule ist weil sonst kommt man selber zu spät zur Arbeit.
00:18:03: ich habe ja dann morgens oft nicht so den Druck.
00:18:06: für mich wäre es cool gewesen der Kindergarten hätte ich hätte nicht pünftig um halb neun immer gestartet und die Türen zugemacht.
00:18:11: ich saß sehr oft mit meiner später sehr guten Freundin Erika draußen und wir mussten warten bis die Tür wieder aufgehen, weil wir leider zu spät waren.
00:18:20: Das war für mich nicht die ideale Zeit.
00:18:24: aber ja ich glaube alles hat Vor- und Nachteile.
00:18:30: Ich hatte dann oft tagsüber mehr Zeit mit meinem Sohn.
00:18:34: Ja organisieren muss man das glaub' ich immer.
00:18:37: Hast du das Gefühl?
00:18:38: Also ich hab eben erzählt von dieser Starlight Express Erfahrung.
00:18:42: Das wird so Anfang der Neunziger gewesen sein Und ich kann mich noch erinnern, dass sehr viele Darstellerinnen da einen echt sehr ausgeprägten Akzent hatten.
00:18:50: Also die meisten Englisch
00:18:51: so.
00:18:53: Weil es wahrscheinlich damals noch nicht genug deutschsprachige Darstella-Innen gab.
00:18:58: Wie hat sich das verändert?
00:18:59: Das sind jetzt dreißig Jahre her, sag ich mal Musicalwelt in Deutschland weil mein Eindruck ist also wenn ich jetzt Musicals gesehen habe... dass das nicht mehr so ist.
00:19:09: Das ist ja auch nicht schlimm, aber es ist eben aufgefallen, dass es offensichtlich nicht so viele aus dem deutschsprachigen Raum
00:19:15: gab.".
00:19:16: Also ich finde das mit Unterschonen manchmal schlimm, also wenn man sich ein Stück anguckt, man versteht den Text nicht.
00:19:20: Das ist natürlich nichts was man toll findet!
00:19:23: Ich find es schon wichtig dass sich das auch verändert hat.
00:19:27: Ja das liegt natürlich wie du sagst daran, dass es jetzt mehr Schulen gibt in Deutschland die ausbilden... Das ist überhaupt dieses Verständnis mehr dafür.
00:19:35: Es gab ja diese Welle in den Achtziger und Neunzigern wo plötzlich überall in jeder Stadt ein Musical House gebaut wurde.
00:19:41: Es fing an mit Cats, Phantom der Oper dann ging's los Welle.
00:19:45: Das geht ja eher wieder zurück, würde ich sagen und in diesem Zuge sind die ganzen Schulen auch oder haben Universitäten wo man vorher nur Schauspieler oder Operngesang studieren konnte diesen Zweig dazu genommen.
00:19:58: also die Ausbildung ist einfach angeboten worden.
00:20:02: Sehr früh gab es die Stage School in Hamburg, da gibt's auch immer noch.
00:20:05: dann jetzt die UDK in Berlin wo ich war, die Volkwagen Universität in Essen hat ein Studiengang aufgemacht im München und der August Ewerding gibt einen Studiengang und es wurden einfach immer mehr deutschsprachige Schulen die dementsprechend dann eben auch Darsteller ausgebildet haben.
00:20:22: und deshalb glaube ich das was du siehst dass die Entwicklung eben so ist dass man die Leute besser versteht durchaus so ist und das wird auch den Regisseuren immer wichtiger.
00:20:34: Ich finde am meisten fällt es noch auf bei Importen vom Broadway oder von Westend, das ist dann das englische oder amerikanische Team die dann selber oft kein Deutsch sprechen.
00:20:44: Den fällt das nicht so auf wenn der Akzent sehr groß ist da wird dann eher mal was durchgewunken als wenn du ein Regisseur hast der selber native speaker ist und der da eben sehr darauf achtet.
00:20:54: also mir ist es sehr wichtig und ich... Es kommt natürlich auch oft des Stück an Wie wichtig das ist.
00:21:02: Und natürlich gibt es auch andere Aspekte, die man dort bedienen können muss.
00:21:07: Das bringt natürlich nichts, wenn du die Kurio nicht tanzen kannst.
00:21:10: Dafür versteht man deinen Ort.
00:21:13: Mitunter im Casting natürlich gar nicht so leicht, vielleicht oft da alle Positionen zu finden.
00:21:20: Aber da ich finde dass dieses Erzählen der Geschichte und die Menschen damit in den Bann ziehen zu faszinieren Spannung aufzubauen oder... mitzureißen, emotional zu berühren.
00:21:37: Ich glaube dass das nur geht wenn du dich mit den Charakteren verbindest oder eine Beziehung aufbaust und wenn du sie kaum verstehen kannst ist das glaube ich schwieriger!
00:21:46: Ich glaube es tut jedem Stück gut wenn man die Menschen wirklich mitnimmt.
00:21:50: Hast du denn das Gefühl?
00:21:52: Du hast es ja eben gesagt, Musical ist so eine Genre.
00:21:55: Das vielleicht auch gerade in Deutschland muss man sagen immer ein bisschen belächelt wurde.
00:21:59: Wenn man jetzt an Broadway guckt oder West End oder so – das ist ja super anerkannt!
00:22:04: Da gibt's große Preise und große Stars und das stellt glaube ich niemand infrage.
00:22:09: Und in Deutschland ist es schon oft so dass Leute sagen, ah nee, ich gehe gerne ins Schauspiel oder in die Oper aber also Musical nicht, das ist mir irgendwie alles zu cheesy da kann ich überhaupt nichts mit anfangen.
00:22:19: Hast du das Gefühl, dass verändert sich oder hat sich verändert?
00:22:21: Und kannst du verstehen woher das kommt.
00:22:24: Ich kann es mir erklären.
00:22:25: also diese Unterteilung ist in Deutschland wirklich sehr extrem.
00:22:29: man sieht ja wenn man nach Hollywood guckt da gibt's ganz viele Hollywood-Schauspiel die man aus großen Filmen kennt die eigentlich Musicaldarsteller sind.
00:22:36: hier sind die Grenzen gar nicht so strikt und bei uns es ist schon so dass ein großer Unterschied gemacht wird zwischen U und E. Ich glaube durch diese Entwicklung, die wir eben auch beschrieben haben.
00:22:48: Diese großen Häuser, die aufgepoppt sind, diese bestimmte Art von Musicals was ja einen sehr hohen Unterhaltungscharakter oft hat weil natürlich das waren immer sehr große Häuser du musst viele Tickets verkaufen Das ist ja auch ein wirtschaftlicher Faktor.
00:23:02: es sind alles private Investoren gewesen.
00:23:04: Wir reden hier nicht von subventionierten Häusern sondern von Menschen die das alles selber aufbringen mussten und gucken mussten dass es gut genug läuft damit man das bezahlen kann.
00:23:13: also das ist doch ein Unterschied in der Kultur, ob du subventioniert wirst oder nicht.
00:23:19: Deshalb hatten diese großen Stücke oft ein sehr wirtschaftlichen Ansatz und natürlich wird dann geguckt dass möglichst viele sich dafür zusammengebracht werden die das sehen wollen.
00:23:33: Das heißt du musst irgendwie den kleinsten gemeinsamen Nenner finden und das hat vielleicht auch diese Leichtigkeit.
00:23:41: Oberflächliche Unterhaltung, möchte ich mal sagen.
00:23:44: Dies ja für viele Leute vom Anscheinhan hat dann irgendwie mitgeprägt oder beziehungsweise die Sichtweise in Deutschland auf Musical geprägt weil das verbindet man mit Musical diese großen Unterhaltungs-Shows Das ist aber gar nicht musical!
00:24:00: Das ist ja so als würde ich sagen Filme das sind nur Hollywood Blockbuster Aber es gibt ja noch viel mehr, es gibt Arthausfilme.
00:24:07: Es gibt gerade in dem Bereich so viele unterschiedliche Dinge die auf einer ganz anderen Ebene stattfinden und das ist Musical eigentlich auch.
00:24:15: nur in Deutschland tut man sich damit sehr schwer.
00:24:20: Ganz viele Stadttheater, Opern, Schauspielhäuser, ganz viele von denen machen Musical-Produktionen.
00:24:27: Im Idealfall nennen sie es dann auch noch Musical.
00:24:30: Oft wird das auch gemacht, um einfach Kohle zu verdienen weil man weiß dass Publikum sieht gerne Musical-Produktionen.
00:24:35: Wenn es aber ein bisschen anspruchsvoller ist wird es gerade im Schauspiel gerne.
00:24:39: Ja das ist ja Theater mit Musik Das ist ja kein Musical.
00:24:43: Aber das ist für mich Musical Theater Ein Theaterabend Mit diesen Aspekten Sprechtheater Musik dabei Vielleicht noch Bewegung Tanz.
00:24:54: Also ich finde Die Grenzen da so fließend sind, dass mich diese Unterteilung und dieses strikte Abgrenzen von den Genres gegeneinander wollen.
00:25:03: Das geht mir so auf den Kieker, das kann ich dir gar nicht sagen.
00:25:06: Weil wir uns damit limitieren und auch versuchen... Das ist ja oft ein Versuch seins zu halten also sich irgendwie abzugrenzen die Musikleute weil dann verdienen sie auch noch Geld und sowas übrigens weit gefehlt immer so ist.
00:25:19: aber das ist der Eindruck, den viele haben Und dann will man sich irgendwie distanzieren und nee, wir machen aber mehr Kunst.
00:25:26: Und das ist ernsthafter!
00:25:27: Und klar es gibt bestimmte Musicals die sehr oberflächig sind und wo man sagen kann dass es keine Kunst, aber es gibt auch durchaus Schauspiel-Boulevardstücke, die so sind, wo man sagt okay ist das wirklich Kunst?
00:25:37: Dieses Abgrenzen und eine bestimmte Eigenschaft nur einem Genre dazu schreiben, das finde ich ganz schwierig.
00:25:46: Es gibt auch Opern zu denen ich echt keinen Zugang habe und wo ich denke okay ernsthaft Ich finde, es gibt in jedem Bereich ganz tolle Produktionen und tolle Menschen.
00:25:57: Die ein tolles Theatererlebnis schaffen die mit viel Herz- und Leidenschaft Geschichten erzählen, die Zuschauer in ihren Band ziehen und dieses Labeln sollten wir einfach mal lassen.
00:26:08: also...
00:26:09: Ein sehr guter Appell, wie ich finde.
00:26:11: Ja.
00:26:12: Erzähl mal, du hast es eben gesagt?
00:26:14: Du hast dann in Berlin studiert... Wie ging das dann weiter?
00:26:17: Also man studiert ist ja schonmal super!
00:26:19: Man hat diesen Platz aber wahrscheinlich weiß man auch direkt, oh Gott jetzt muss ich aber auch irgendwie schon zusehen vielleicht auch eben dann schon während des Studiums dass ich mich irgendwie schon so ein bisschen positioniere weil ich kann mir vorstellen, dass der Schritt wirklich in den Job nicht so leicht ist.
00:26:34: oder
00:26:34: Ja, also erstmals ist es so dass man die ersten zwei Jahre Auftritts verbot hat.
00:26:37: Bei uns ist ja wie an den Schauschenschulen meistens auch so weil man sich erstmal nur auf diesen Unterricht konzentrieren soll und nicht schon in dieses Performen was er dann noch eine bestimmte Erwartungshaltung von außen vielleicht mit sich bringt parallel macht.
00:26:51: Es geht erstmal darum neu anzufangen sich mit sich selber zu beschäftigen Und dann darf man langsam beginnen.
00:27:00: Ich hatte irgendwie das Glück, dass ich im vierten Studienjahr schon Engagement hatte und das auch machen durfte – das war gar nicht so selbstverständlich, dass sie mir das erlaubt haben.
00:27:08: Damit bin ich schon ziemlich gut in die Musical-Szene reingewachsen würde ich sagen!
00:27:14: Das war damals der Glöckner von Notre-Dame, das war eine Uraufführung die am Potsdamer Platz überhaupt erst neu gebaut wurde.
00:27:23: und dieses Potsdamaplatz Theater was man jetzt immer aus den Berlinale Einspielungen kennt weil da immer die großen Filme gezeigt werden.
00:27:33: Da haben wir mit dem Glöckel von Notre Dame damals das Theater eröffnet.
00:27:37: Haben allerdings in New York oder Broadway geprobt, das ist schon sehr aufregend Und dadurch hatte ich einfach das Glück, schon viele Leute kennenzulernen.
00:27:48: Das ist natürlich auch wichtig.
00:27:50: Du kennst Leute und dann wirst du wieder bei dem Vorsingen eingeladen.
00:27:54: Dann hat der dich schon mal gesehen, dann darfst du dich da noch einmal zeigen.
00:27:58: Ja und dann gibt es diese Ausschreibung von Auditions wenn neue Stücke ausgeschrieben werden und da bewirbst du dich ganz normal und da muss jeder von uns immer wieder durch diesen Prozess also nicht klar Gibt es das mal, dass du vielleicht so bekannt bist und der Regisseur kennt dich?
00:28:15: Dass du vielleicht direkt einen Anruf bekommst.
00:28:18: Aber eigentlich dieses sich immer wieder vorstellen, immer wieder bei null anfangen in der ersten Runde – das haben wir alle.
00:28:24: Das habe ich auch immer noch.
00:28:26: Und das gehört dazu, sich immer zu beweisen.
00:28:32: Dann gehst du da hin und dann hast du Glück oder Pech!
00:28:35: Ich hatte zum Glück aus meiner Sicht hat es gut geklappt.
00:28:42: Ich habe dann diesen Glöckler von Notre Dame, da hab ich ein paar kleinere Sachen.
00:28:46: Dann eben Lemise Rabel in Berlin.
00:28:47: das war sicherlich auch ein tolles Erlebnis, tolle Produktion einfach und ja auch ein Stück was man mal gerne gespielt haben will ne?
00:28:55: Ein sehr schönes Musical!
00:28:57: Und dann kam eben schon We Rock You und dadurch dass es natürlich auch so viel Aufmerksamkeit bekam hatte man dann schon irgendwo einen ganz guten Stand und Leute kannten ein, das öffnet dann auch Möglichkeiten für Jobs danach.
00:29:12: Wie schwer ist das eigentlich?
00:29:13: Also ich denke immer, die Zuschauer, die da hinkommen, es gibt welche, die sehen das vielleicht auch zum dritten.
00:29:18: Viert mal aber viele, die sehn's zum ersten Mal!
00:29:21: Du spielst das jetzt sechsmal die Woche.
00:29:23: Hast du vielleicht auch mal einen schlechten Tag oder Kopfschmerzen oder schlechte Laune oder was auch immer irgendwas nicht gut gelaufen und man weiß ja ... Aber ja bei die, die dahin kommen für die muss sich das ja jetzt wieder so spielen dass es eben für sie ein Erlebnis ist.
00:29:35: also wie schwer ist dann wirklich immer sich auf den Punkt zu konzentrieren, zu fokussieren.
00:29:41: Ich meine es ist ja trotzdem irgendwie dann auch... Es ist halt dein Job Alltag trotz allem aber die Erwartungshaltung von denen, die da quasi dir zugucken ist ja extrem hoch!
00:29:49: Die wollen ja was ganz Besonderes erleben in dem Moment.
00:29:52: Ja ich glaube das ist auch der Anspruch den man haben muss und warum man diesen Beruf ergreift dass man selber so viel Leidenschaft hat.
00:29:58: und immer wenn man auf die Bühne geht wie ein Zauber ist jetzt ein großes Wort.
00:30:06: Was für eines ist ja nie, dass es dich ganz kalt lässt.
00:30:08: So jetzt gehe ich mal auf die Bühne da sitzen tausend Leute.
00:30:10: ja gucke ich mal was heute rauskommt so ist es Ja nicht sondern Also Ich habe auf jeden Fall den Anspruch Jeden Abend Ja, meine beste Show ist jetzt vielleicht übertrieben.
00:30:22: Aber dass man immer wieder neu rangeht und das was du sagst hatte ich auch oft wirklich im Kopf also gerade bei diesen teuren Ticketpreisen.
00:30:31: Du weißt einfach, dass Leute da vielleicht drauf gespart haben, dass es für diese ein besonderer Tag ist und es war mir nie egal ob ich das erfüllen kann oder nicht.
00:30:39: Und natürlich, du machst dich ja auch warm!
00:30:41: Du singst dich ein, du hast einen physischen Warm-up, du bleibst in Shape oder versuchst es zumindest... du das auch leisten kannst so oft.
00:30:50: Das ist natürlich eine Disziplinsache, manchmal denke ich, dass man es im Musical-Bereich je nachdem welches Stück du spielst kann man das mit Hochleistungssport vergleichen also gerade die schweren Partien.
00:31:05: eine Freundin für mir die dann in Wicked Alphabet oder wenn du sowas sechsmal die Woche singen musst.
00:31:12: das ist mit ganz großer Disziplin verbunden.
00:31:14: Du kannst nicht abends noch bis zwei Uhr öfter mal weg und dir augen dich ein hinter die Binsel kippen, sondern du musst schon auf dich achten.
00:31:26: Und das ist Teil des Berufs.
00:31:27: also... Klar, mal mehr, mal weniger kommt auf die Position an und wir haben auch sehr viel Spaß weil das ist manchmal wenn du so eine neue Produktion probst wie Klassenfahrt.
00:31:37: Also du bist ja aus ganz Deutschland oder auch aus ganz Europa oder wo auch immerher kommen die Leute zusammen.
00:31:43: es ist sehr international für alle kommen zu diesem einen Grund zusammen dieses Stück jetzt einzupromen und das ist schon was Besonderes und eine besondere Stimmung.
00:31:57: Ja, auch viel Spaß und tollen Moment verbunden.
00:32:00: Also als wir We Rock You gespielt haben in Köln das war also die ersten Vorstellungen da haben wir uns ganz oft gefühlt wie Rockstars.
00:32:07: Die Leute sind so abgegangen.
00:32:08: ich weiß noch einmal gab es eine Vorstellung nach der Zugabe dann kommt noch Burhimin Rhapsody im Schluss Und dann fing plötzlich der ganze Saal an und mittlerweile seit ich bei Himmeldung-Kölle spiele weiß Ich dass es glaube ich auch nur in Kologne gibt Der ganze saal angefangen zu singen oh wie ist das schön aber wirklich tausend.
00:32:32: Das sind Momente, die dir natürlich auch ganz viel zurückgeben.
00:32:35: Aber klar!
00:32:36: Auf der anderen Seite darf man nicht verschweigen, dass es dann auch die schwierigen Momente gibt.
00:32:40: Was heißt ich?
00:32:40: Du warst erkältet, kommst zu früh zurück, singst auf deine Stimme drauf, wirst heiser, bist drei Tage raus und kommst wieder.
00:32:47: Es geht immer noch nicht so richtig.
00:32:48: Dann hast du was mit der Stimme, gehst zum ... HNO-Arzt, der sagt sie müssen jetzt mal vier Wochen aussetzen.
00:32:55: Also es gibt diese Angst nicht zu funktionieren und die Leistung nicht zu bringen.
00:33:01: und auch der große Druck, der ja damit verbohnt ist weil natürlich wenn du in deinem Job mal nicht so einen guten Tag hast wie du eben gesagt das kriegt jeder mit ist mitunter auch nicht leicht wegzustecken.
00:33:15: Also es ist schon mit einem hohen Druck verbunden, den man noch aushalten können muss.
00:33:20: und ich glaube jeder Darsteller hat auch mal eine schwierige Zeit wo er sich durchkämpfen muss sei es weil die Jobs ausbleiben oder sei es Weil Stimmprobleme kommen oder körperliche Probleme Bandscheidenvorfall oder eine Verletzung wenn du dir einen Bein brichst Oder irgendwas dann bist so lange raus da musst du dich wieder hoch trainieren.
00:33:39: das ist Ja, genauso wie für Sportler.
00:33:43: Es gibt ja in vielen Berufen, dass man da extrem anfällig ist und auf sich sehr achten
00:33:48: muss.
00:33:50: Kleine Werbeunterbrechung in eigener Sache.
00:33:53: Hier ist Sarah Brasack stellvertretende Chefredakteurin des Kölner Stadtanzeiger.
00:33:57: Wir berichten in der gedruckten Ausgabe oder im ePaper des Körner Stadtanziger sowie auf ksdr.de täglich intensiv über alles wichtige was in Köln passiert Aber natürlich auch in der Region Deutschland und der Welt.
00:34:10: Dieser Podcast ist für Sie kostenfrei hörbar.
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00:34:27: Und jetzt geht's weiter mit dem Podcast.
00:34:30: Also im Schauspiel ist es so dass viele Schauspelerinnen erzählen, wenn man so ... weiß ich nicht die vierzig überschreitet, dass es schwieriger wird weil es einfach weniger gute Rollen gibt also bei viele Rollen für eher junge Leute ausgelegt sind.
00:34:47: Ist das im Musikbereich auch ein Thema oder ist das irgendwie?
00:34:50: sind die Rollen da so divers aufgestellt dass du sagen würdest?
00:34:54: Problem sehe ich nicht so.
00:34:55: Ich meine klar, so eine Skaramusche ist ja eigentlich irgendwie jugendlich also zum Beispiel jetzt vielleicht mit sechzig nicht mehr spielt,
00:35:00: das klärt vielleicht jetzt nicht so ne gute Wahl.
00:35:02: aber
00:35:03: wie ist das?
00:35:04: Also auch wenn du jetzt merkst, wenn mein älter wird, ist das irgendwie ein Thema oder oder nicht?
00:35:09: so
00:35:09: doch auf jeden Fall!
00:35:10: Ich würde schon sagen dass es erst mal Wie du schon sagst, es gibt viele Rollen die wirklich auch auf die Jugendlichkeit ausgelegt sind.
00:35:17: Dann in den Ensembles sind natürlich auch vor allem junge Leute oft.
00:35:21: Es gibt immer ein paar mittelalte oder ältere Rollen in den Stücken aber eben nicht so viele.
00:35:28: Ich habe aber auch das Gefühl dass viele wenn sie älter werden und Familie gründen oder irgendwie keine Lust mehr haben immer rumzureisen und so Dass Sie sich selber auch umorientieren Das für viele so einen Beruf ist.
00:35:40: den mache ich fünfzehn vielleicht zwanzig Jahre auf einem hohen Niveau und dann kann ich vielleicht als Lehrer weiter machen oder ich mache noch eine Ausbildung als Coach hinterher.
00:35:54: Man ist ja doch sehr weit aufgestellt in der Ausbildung eigentlich, wir haben gerade die Musical-Ausbildung es sehr vielseitig und dieser Umgang mit Menschen auch das ist ja auch durchaus Ja, ein Talent was man dann hat und was man auch in anderen Bereichen gut brauchen kann.
00:36:17: Und ich habe eher das Gefühl dass viele irgendwann sagen ich hab einfach keine Lust mehr immer wieder dieses Vorsingen mich immer beweisen müssen immer wieder neu anfangen dann immer nur ein halbes Jahr.
00:36:25: was haben immer dieser Druck die dann ja ab und zu vielleicht noch etwas machen aber eben zweites Standbein haben oder eben sesshaft werden an einem Ort bleiben wollen und sich deswegen Ja, ein bisschen anders orientieren.
00:36:40: Ich glaube das man komplett gar nichts mehr in die Richtung macht weiß ich es wahrscheinlich schwierig mindestens bei der Oma auf dem achtzigsten Geburtstag singt man auf jeden Fall noch oder bei irgendwelchen Feiern- oder Hochzeiten von Freunden.
00:36:55: aber ich habe eher das Gefühl dass sich DarstellerInnen vor allem mit denen ich oft auf auditions war dass da viele sich zurückziehen und dann vielleicht andere Schwerpunkte in ihrem Leben setzen.
00:37:11: Und ja, es wird sicherlich nicht einfacher mit dem Alter weil es weniger ältere reifere Rollen gibt und ich glaube, ich habe da echt Glück jetzt auch mit Himmel und Köln.
00:37:22: Meine Rolle ist so ein bisschen alterslos.
00:37:24: auf jeden Fall kann ich sie auch noch spielen wenn ich siebzig bin.
00:37:26: Ich hab das nicht vor aber wer weiß was noch kommt?
00:37:30: Aber was eben auch ist, was bestimmt viele Kollegen machen sowohl in den Lehrbereich gehen, aber auch auf die andere Seite wechseln.
00:37:42: Dass man entweder Stücke schreibt oder inszeniert und das von der anderen Seite her betreut mit seiner Erfahrung, seine Expertise – und in diesem Theater-Kontext bleibt vielleicht nicht mehr unbedingt dann.
00:37:58: Jetzt haben wir schon ein paar Mal Himmel und Kölner angesprochen, da müssen wir natürlich jetzt mal
00:38:02: drauf kommen.
00:38:03: Genau!
00:38:04: Also noch bis neunzwanzigsten März.
00:38:05: an alle die das hier hören.
00:38:07: gibt es die Chance?
00:38:08: also Tickets kaufen bitte.
00:38:10: Ich meine die meisten zumindest Kölners Zuhörer werden's kennen.
00:38:13: aber alle die nicht kennen erzähl doch einmal kurz Worum geht's da?
00:38:18: Was passiert da und wer ist diese Haushälterin, die du da spielt.
00:38:23: Eigentlich eine ganz kleine Nebenrolle für die Story gar nicht so wichtig ist aber so ein schöner Sidekick ist uns um bisschen die kölsche Art vertritt.
00:38:32: auf eine sympathisch chebige Weise möchte ich mal sagen also die story ist schnell erzählt.
00:38:39: ein junger Priester kommt frisch vom Priester Seminar im Schwabenland nach Köln.
00:38:45: er wollte eigentlich in einem Gemüt kleines Dorf und wird nach Köln versetzt.
00:38:49: Und wir erleben seinen ersten Tag, seine erste Tag Nacht in Kölner Gerät.
00:38:56: Er lernt Kartik kennen eine Braut die an dem Abend ihren Junggesellenabschied feiert.
00:39:00: also total realistisch das so.
00:39:02: Begegnungen gibt es glaube ich jeden Abend den Kölnen und sie hat aber das Problem dass sie schwanger ist allerdings nicht von ihrem Verdubendienst am nächsten Morgen heiraten soll sondern von jemand anders und muss eben diesen Fehltritt ihrem Breutigern beichten Fahrer der ELMA nimmt sich ihrer an, begleitet sie auf der Suche durch das nächtliche Köln auf ihrer Suche nach ihrem Breutigam und dabei lernen die beiden sich natürlich kennen.
00:39:27: Und lernen Kölnen kennen!
00:39:28: Viele köllner, originale, köllener Menschen in die Stadt.
00:39:33: Elmar verliebt sich nicht nur in Cardi sondern auch in Kölne wie es dann ausgeht und ob Cardi wirklich ihren Mathe seiratet oder vielleicht sich doch für den Fahrer entscheidet.
00:39:44: Das müsst ihr euch dann.
00:39:45: selber angucken.
00:39:46: Das
00:39:46: muss man sich ansehen, genau!
00:39:48: Du spielst da die Moni?
00:39:50: Das ist eben die Haushälterin des Pfarrers, die an wunderbar lupenreines Kölsch spricht.
00:39:55: Da habe ich mich gefragt, das ist ja das eine.
00:39:59: also so ein bisschen so tun oder kölsche Karnevas sie damit singen das kennen wir ja irgendwie alle.
00:40:04: aber ich hab gehört du hast dich da tatsächlich auch richtig bei der Akademie für uns kölschsprach
00:40:10: vorbereitet.
00:40:11: Aber wie schwer ist es eigentlich dann wenn man so richtig Kölnstern singen und sprechen soll.
00:40:17: Also ich habe mir nicht eingebildet, dass es leicht wird.
00:40:23: Ich bin natürlich, ich bin Rheinländerin das ist ja schon mal ganz gut, dass man auf jeden Fall schon Mal in diese Richtung den Zungenschlag in dieser Richtung In sich hat mit der Muttermilch aufgesogen quasi aber Jese Körker-Platt.
00:40:36: was meine Oma gesprochen hat ist für einen Kölner etwas ganz anderes und das ist auch so.
00:40:41: Aber selbst in Kölnen habe ich mittlerweile gelernt, gibt es glaube ich auch in jedem Stadtteil noch unterschiedliche Art Kölsch zu sprechen.
00:40:47: Da ist man ja durchaus nicht immer einer Meinung und mir war aber klar dass das absolut wichtig ist, dass es authentisch ist und da sich dann nicht erlauben kann mal so was halbes zu machen.
00:40:58: Und dann hab' ich mich an die Akademie für Kölsche Sprache gewendet und habe die wunderbare Alice Herwegen kennengelernt und sie wirklich oft getroffen – wir haben eigentlich den Text der noch ziemlich hochkölsch war ehrlich gesagt im Originalbuch zusammen mit Habe ich Hochkölsch gesagt?
00:41:14: Hochdeutsch, wollte ich sagen.
00:41:15: Super Wort!
00:41:15: Das war noch hochkölscht jetzt nicht mehr.
00:41:19: Und hab' ich dann eigentlich mit dem Dietmar Jakobs und auch Moritz Nettenjakob wir waren da im engen Austauschen haben das zusammen ja sagen wir mal übersetzt sozusagen es musste natürlich richtig kölsch sein aber es musste auch für Nicht-Köllner weil natürlich durchaus auch manchmal Nicht- Kölner ins Kölnerteater gehen verständlich sein.
00:41:42: Wir haben dann teilweise ein Kompromiss gefunden, dass manche Sätze gerade am Anfang in meiner ersten Szene tiefstes Kölsch sind.
00:41:48: da ist merke ich auch immer wie viele Kölner im Publikum sind ob es da Lacher gibt oder nicht.
00:41:52: wenn keiner da ist weiß ich okay heute mehr so liefern außerhalb und es gibt manche Gags wo dann vielleicht einen Wort bisschen hochdeutscher ausgesprochen wird als es vielleicht das tiefste Kölch anbieten würde aber schon so dass es auch damit erklärt wird, dass sie ja mit dem Elmarsprich der nur aus einem Schwarmland kommt und selber versucht das er sie versteht.
00:42:16: Und ich finde das ist ganz gut gemacht!
00:42:18: Ich meine die beiden schreiben sowieso ein total cooles Szenen und wunderbare Comedy-Gags... Ja, extra Wurst ist ja jetzt gerade ein Beispiel was gerade im Kino war.
00:42:30: Das Stück ist auch von den beiden und das merkt man einfach dass es ein ganz toll geschriebenes Stück ist.
00:42:35: Aber um auf Alice Herwegen zurückzukommen sie hat es dann wirklich sehr intensiv mit mir einstudiert und geprobt und sie ist mittlerweile leider verstorben.
00:42:48: Natürlich ist es sehr traurig, aber auf der anderen Seite ist es schön dass ich von durch Moni ein Stück ihrer Sprache von dem was sie mir mitgegeben hat eigentlich jeden Abend noch mit auf die Bühne nehme und das widme ich ihr so ein bisschen.
00:43:02: Sehr
00:43:02: schön!
00:43:03: Es gibt einen Song der heißt In Köln will Ich Läwe Und dann gibt es eine schöne Stelle, die heißt... und ich hoffe, ich sage das jetzt auch richtig.
00:43:11: Doch die Stadt hätte ja Heimnis und damit kritze mich im tiefste Dreck doch strahlt der Jäg!
00:43:16: Die Stadt hat Fehler so wie ich.
00:43:19: Trifft es so auch dein Bild von Köln oder deinen Verhältnis zu Kölnen?
00:43:24: Also es geht ja die ganze Zeit in diese Musicale darum was macht eigentlich dieses Stadt aus.
00:43:28: Warum lieben die alle so obwohl sie nicht die Allerschönste ist.
00:43:31: und so wie ... Ich meine du bist jetzt auch schon lange hier.
00:43:35: Naja, das ist ja dieses kölschische Gefühl irgendwie sich so zugehörig zu fühlen.
00:43:38: Seine Stadt zu mögen und ich finde es trifft es total.
00:43:42: also weil jeder weiß ja dass Köln seine Fehler hat aber irgendwie findet man's eben doch total cool hier zu sein und mag Kölnen und auch die kölsche Art ne?
00:43:53: Die ja auch mit dem Dialekt verbunden oder im Karneval sind dann plötzlich alle reden ja dann alle Kölsch.
00:44:01: Ja, ich glaube das trifft schon sehr gut dieses Verständnis der Kölner auch von sich selber und von ihrer Stadt.
00:44:08: Dass sie die Fehler sehen aber eben mit dem liebevollen Auge darüber hinwegsehen.
00:44:15: und ich glaube deshalb lieben die Leute auch Himmel- und Kölle so sehr weil da wird schon ordentlich auf die Kacke gehauen über Köln gemacht natürlich und man nimmt sich da nicht zurück.
00:44:30: Es ist nicht nur Lobes-Hymnen auf Kölne, aber da kann man dann eben auch selber lachen und ich glaube das holt die Leute auch so ab.
00:44:38: Du bist ja nicht nur in Kölnen sondern eben in vielen Orten in Deutschland aufgetreten und die Kölner loben sich immer ein bisschen selbst dafür dass sie eine offene Mentalität und jeden sofort ins Herz schließen.
00:44:52: Merkt man das auf der Bühne?
00:44:54: Ist es anders, wenn man in Köln auftritt als ich weiß nicht.
00:44:57: In Norddeutschland oder Süddeutschen oder kann man das so nicht sagen?
00:45:00: Das
00:45:00: kommt ja auch immer sehr aufs Stück an.
00:45:02: Also das letzte was ich in Hamburg spielte war das Wunder von Bern und das ist ja durchaus ein sehr ernstes Stoff auch an einigen Stellen.
00:45:10: da geht's ja um diesen Spätheimkehrer aus russischer Kriegsgefangenschaft der seinen Sohn eben zum ersten Mal sieht also aus dem Zug steigt.
00:45:17: und diese schwierige Vater-Sombeziehung hat man natürlich ganz andere Reaktionen schon von der Thematik her als jetzt bei Himmel und Köln, wo es ja sehr darum geht die direkte Verbindung zum Publikum zu haben.
00:45:28: Was ich glaube was wirklich einzigartig ist und was wir auch oft rückgemeldet wird wenn ich mal Gäste habe die nicht aus Kölnen sind, die dann... Wir haben ein so eine Szene da geht's darum um das Kölner Echo dass die Kachel in Kölne so zueinander aufgestellt also die Kacheln an den Häusern so zuseinander aufgestellt sind, dass wenn du einen Lied anfangen singst die kachel empfinde ich das Lied zur Ende singen.
00:45:48: So das ist bei uns natürlich dann das Publikums Einsatz und der ganze Saalfeld ein- und singt dir dieses Lied als perfekter Chor zu Ende.
00:45:58: Und wir haben, ehrlich gesagt am Anfang so dem Tonmann und auch dem Choraler gesagt Ey wenn da mal keiner singt ey das wäre ja so peinlich und so awkward guckt euch den Text an dass ihr dann damit sinkt damit wenigstens irgendwas zurückkommt.
00:46:10: Ja das hat man kein Mal gebraucht.
00:46:11: es ist wirklich so dass da immer alle mit singen und da kommen oft Leute zu mir sagen, das hab ich noch nie erlebt.
00:46:19: Das war ja der absolute Hammer.
00:46:23: Und noch mehr, wenn Henning Kraut macht.
00:46:25: Da ist natürlich dann die Bruder am Wackeln!
00:46:29: Ja
00:46:30: ihr hattet immer viele Gaststars gehabt so aus einem kölschen Umfeld, was auch total schön ist und muss man auch sagen deswegen auch hingehen.
00:46:37: Auch das Theater finde ich ist total
00:46:39: schön.
00:46:40: Das passt natürlich auch wie die Frau aufs Auge, muss man sagen an Milowicz's Alter.
00:46:45: Es wird
00:46:46: natürlich auch vor, es gibt eine kleine Umarsch und das ist ganz klar.
00:46:50: Ja, es ist ein ganz besonderer Ort und natürlich auch mitten in der Stadt.
00:46:53: Das darf man nicht vergessen.
00:46:55: Richtig Bäm-Mittendrinnen und viele Szenen die wir spielen finden ja irgendwo da statt.
00:46:59: Und dann riecht's über den Brüsseler Platz und er ist gerade um die Ecke und das macht sich sicherlich aus.
00:47:04: Die Leute verbinden das natürlich dann auch gehen noch schön was essen auf der Aachner und kommen zu uns.
00:47:09: Das ist so ein rundum Paket!
00:47:12: Genau.
00:47:12: also unbedingt noch hingehen bis Ende des Monats.
00:47:15: Ich muss einen kleinen Cut machen weil ich dich auf ein anderes Projekt ansprechen werde weil es thematisch einfach so anders ist.
00:47:21: Ich würde gerne mit dir noch über die weiße Rose reden, da hast du zusammen mit deinem Mann Alex Melcher ein Musical gemacht und ich muss ehrlich sagen als ich das zum ersten Mal gehört habe dass es einen Musical geben soll über die Weiße Rose hab' ich ziemlich gestutzt weil ich dachte also Widerstandsgruppen wir wissen wie das endet nämlich mit einer Hinrichtung.
00:47:45: Wie soll das funktionieren?
00:47:47: Erzähl doch mal, ich habe mir jetzt auch schon viele Szenen angeguckt und ihr werdet im Sommer beim Sommerfestival hier in Köln in der Philharmonie dieses Musical spielen.
00:47:55: Also es können sich dann alle anschauen.
00:47:57: aber erzähle doch mal die Genese.
00:47:59: wie seid ihr auf die Idee gekommen aus diesem Stoff an Musical zu machen?
00:48:04: Naja erstmal ging es ja darum dass wir diese Geschichte erzählen wollten oder man beschäftigt sich selber viel mit dieser Thematik und dann möchte man das auch anderen zugänglich machen.
00:48:18: Dann haben wir mitbekommen, dass viele vielleicht noch die Namen Hans und Sophie Scholl kennen aber wie das wirklich war oder wer da vielleicht noch beteiligt war.
00:48:26: Das ist dann vielen nicht so klar gewesen.
00:48:29: Aber erstmal die Entscheidung in Musical zu machen liegt natürlich insofern nahe und das schließt ja auch wieder den Kreis zu dem was wir eben gesagt haben.
00:48:36: du hast wahrscheinlich geschluckt weil du an diese großen Musical-Produktion gedacht hast, jetzt kommt noch ein Tänzchen und hüpft die High.
00:48:42: Und dann haben wir schöne Kostüme und dann hier die Lasershow... Ja!
00:48:46: Wenn man Musical so natürlich sieht, dann finde ich es total gerechtfertigt, dass man zusammenzugt und denkt wie kann man aus so einer Thematik oder mit so einem Ernststoff einen Musical machen?
00:48:56: Aber das ist natürlich nicht unsere Sichtweise auf Musical sondern unsere Sichtweise ist ja das was sich auch eben angedeutet habe eine... Wir nutzen verschiedene Erzählweisen, ob es jetzt eben Musik ist oder Sprechtheater oder auch mal Bewegung.
00:49:12: Ich will's gar nicht Tanz nennen aber die Grenzen sind ja ja durchaus fließend
00:49:17: um
00:49:17: diese Geschichte mit verschiedenen Kunstformen zu erzählen.
00:49:25: und auch übrigens auch die Protagonisten also Diese Mitglieder der Weißen Rose waren sehr kunstinteressiert, auch in sehr verschiedenen Genres möchte ich es heute mal nennen.
00:49:35: Ob's Oper war, Konzert, Malerei, Literatur und deshalb war das für uns natürlich nicht so abwegig weil wir ja wussten dass kann man eben auf eine Art und Weise machen die eben nicht an diese großen oder eben nicht diesen Show-Charakter hat.
00:49:52: Ich glaube das was die Menschen nicht damit in Verbindung mit dem ist der Show-charakter.
00:49:56: Natürlich ist er auch überhaupt nicht so.
00:49:58: aber da sind wieder bei diesem Thema.
00:49:59: Es gibt so unterschiedliche Musicals, dass man das eigentlich nicht vergleichen kann.
00:50:05: und
00:50:08: wie seid ihr es dann angegangen?
00:50:09: Also ich habe dich auch in Interviews gehört hast gesagt du hast dann also sehr viel gelesen Biografien, es gibt ja auch sehr viele Aufzeichnungen.
00:50:15: also es gibt natürlich die Flugblätter aber es gibt auch Briefe die auch eingeflossen sind.
00:50:20: aber wie sozusagen wie macht man denn aus diesem Stoff, wie bringt man das dann in eine solche Form?
00:50:27: Ich habe das natürlich erzählt in den Interviews, weil es auch stimmt.
00:50:29: Ich habe erst mal monatelang nur gelesen also klar auch ich hatte vielleicht ein zwei Biografien vorgelesen aber hab mich dann sehr tief reingelesen und dann war's ja doch sehr... Es ist ja auch gerade als ich schon geschrieben hatte kam immer wieder neue Dinge die erst rauskamen Briefe die erst im Nachlass von jemandem freigegeben wurden oder so.
00:50:49: Das ist ja immer noch so dass manchmal neue Briefe oder Tagebucheinträge auftauchen.
00:50:57: Das ist ja doch ein thematisch kommender eher noch mehr Erkenntnisse zu, das ist also im Wandel und dann habe ich sehr viel gelesen und mir dann versucht es für mich... Erstmal habe ich wie so eine Zeitleiste gemacht, wann hat wer was?
00:51:12: Also Christoph Probst ist da geboren, wann hatte er den Alexander Schmorell in der Schule kennengelernt?
00:51:16: Dann Sophie und Hans sind natürlich Geschwister, das fing dann bei Familie Scholl an zu der Gruppe dazu, also Willi Graf.
00:51:24: Wir haben die überhaupt den Kurt Huber, den Professor kennengelernt.
00:51:27: Dann habe ich versucht mir so eine Zeitleise zu machen und versuchte das was ja in den Biografien alles nebeneinander uns sehr verschachtelt und durcheinander war in einen Fluss zu bringen sodass man folgen kann als jemand der wenn bevor er ins Stück geht vielleicht paar Namen gehört, aber nicht wirklich wusste wie sich das alles entwickelt hat.
00:51:48: Und ja ich bin eigentlich so rangang, dass ich gedacht habe, wie könnte ich gut folgen und wie könnte Ich das gut verstehen?
00:51:55: Weil ich wollte dann nichts intellektuell verkopftes und wie kann wer war das jetzt immer?
00:51:59: sondern mir war es wichtig, dass man den Charakteren folgen konnte und der auch der Handlung insofern folgen konnte als dass man nachvollziehen konnte Wie hat sich das entwickelt?
00:52:13: selber, was heißt Kasteit?
00:52:15: oder es war mir sehr wichtig ganz nah an den historischen Fakten zu bleiben.
00:52:18: Also ich habe nichts großartig dazu erfunden und mir gedacht ach das wäre doch schön.
00:52:23: die hätte jetzt noch eine rotarige Freundin die auch noch dazukommt.
00:52:25: sie singt dann noch ein Lied um Gottes Willen.
00:52:27: also ich bin da wirklich sehr Faktisch rangegangen.
00:52:34: und dann gibt es natürlich, was du schon erwähnt hast diese tollen Tagebuch-Einträge Briefe der Briefwechsel von Fritz Hartnagel und Sophie Scholl.
00:52:43: Es ist zusammengefasst in einem Buch das sind wirklich ganz viele Briefer hin und her die Beziehung die geführt haben weil sie sich ja auch nicht viel gesehen haben.
00:52:53: er war ja dann schnell an der Front und da ging ja dann der Austausch nur über Briefen viele Originaltexte auch genutzt, weil die haben so wunderschöne Worte gewählt und gefunden.
00:53:07: Wer bin ich zu denken?
00:53:08: Ich könnte das besser ausdrücken!
00:53:10: Und so ist es ja ein Mix eigentlich aus Original-Zitaten, Briefen, Texten und dann noch Formen, die wir gefunden haben um Begebenheiten oder Szenen die eben stattgefunden haben, dann lebendig zu erzählen.
00:53:27: Es war mir eben wichtig dass man nicht denkt Das waren irgendwelche Helden, die da irgendwo unantast war.
00:53:32: Sondern dass man wirklich als Menschen einen Zugang zu den Figuren bekommt und...
00:53:39: Und das macht es ja auch, finde ich interessant.
00:53:42: Das wissen vielleicht auch manche nicht, dass sie ja nicht von Anfang an im Widerstand waren sondern im Gegenteil als sie jung war eigentlich auch begeistert sehr zum Missfallen ihrer Eltern und dass das eben so eine Entwicklung war.
00:53:56: also das zeigt er dann auch auf.
00:53:58: Das war eben auch ein wichtiger Aspekt und das ist, glaube ich, vielleicht das Interessante.
00:54:03: Es gibt viele Filme oder auch Stücke beschäftigen sich ja mit dieser Zeit ab den Flugblättern.
00:54:10: Und wir steigen viel früher ein... Es gibt ja auch diesen Untertitel, ein Musical über Umdenkenverantwortung und Mut.
00:54:17: Und dieses Umdenkchen in einer Bewegung zu sein und erst total dafür zu brennen und zu denken das ist was Gutes.
00:54:24: ich will mit in diese Richtung gehen.
00:54:26: nach und nach aber zu erkennen da stimmt etwas nicht und das wirklich auszumachen und dann den Mut haben zu sagen Ich muss mich davon lösen und in eine andere Richtung gehen und sogar im Endeffekt dagegen kämpfen weil es falsch war was ich bisher gedacht habe.
00:54:41: Großer Mut.
00:54:46: Das trifft ja auf Hans und Sophie Scholl zu.
00:54:49: Also die anderen Mitglieder der weißen Rose, zum Beispiel Willi Graf war nie in der Hitlerjugend und war ... In dem grauen Orden war der Katharischen Kirche da sehr engagiert.
00:55:02: Es war nicht bei allen diese Entwicklung von Hitlerjugenden abwenden und dann zum Widerstand, sondern jeder hat seine eigene Biografie.
00:55:08: Und das war mir auch wichtig, nicht nur Hans und Sophia in den Mittelpunkt zu stellen, Mitglieder in der weißen Rose Raum zu geben und deren Geschichte, ihren Beweggründe und etwas über sie zu erzählen.
00:55:26: Und wir sind teilweise im Austausch mit Nachfahren eben auch die da waren, die das Stück angeschaut haben.
00:55:37: Natürlich gab es Skepsis.
00:55:39: Ich bin aber sehr froh, dass sie sich darauf eingelassen haben und wir sind in sehr gutem Austausch und das ist natürlich ... wenn dann aus dieser Richtung kommt, wenn der Nefe von Alexander Schmurrell sagt... Das war eine faire Darstellung Ereignisse und er kam dann hinterher zu und meinte, der Rock-Song hat richtig gut zum Alexander gepasst.
00:56:05: Schön, dass ihr das auch gezeigt habt, was er so handwerklich begabt war.
00:56:08: Der wirklich Aspekte rausgerufen hat.
00:56:10: Das hat mir natürlich wahnsinnig viel bedeutet.
00:56:14: Dass Menschen, die ja doch zurecht sehr kritisch darauf schauen... Was machen Künstler damit?
00:56:19: Wie wird die Geschichte erzählt?
00:56:21: Es ist schnell die Gefahr, dass man das für sich und seine Zwecke vereinnahmen, dass es eine eigene Agenda hat!
00:56:28: Und das versuchen wir eben nicht zu tun, sondern wir versuchen wirklich so zu erzählen wie es aus der Faktenlage die uns vorliegt war und die Geschichte so zu erzielen dass Leute folgen können sich emotional drauf einlassen.
00:56:46: Ja, das ist ein wichtiger Aspekt.
00:56:48: Das sind für uns auch die Schulaufführungen.
00:56:49: Wir bieten Schulaufführung im Vormittagsbereich an.
00:56:52: jetzt auf der Tour – wir haben ja eine Tour, die ansteht.
00:56:54: nachdem wir letztes Jahr in Füßen und München hatten, haben wir jetzt Termine in sechs großen deutschen Städten unter anderem eben auch Köln aber auch Düsseldorf.
00:57:03: da sind wir im Kapitolltheater.
00:57:04: In Kölnen sind wir ja im Rahmen des Kulturfestivals.
00:57:07: Das ist ja den Sommerferien.
00:57:08: Da sind keine Schulvorstellungen, aber in DüsselDorf gibt es welche.
00:57:12: also... Wer sich dafür interessiert, darf ich einmal die Homepage sagen.
00:57:18: Das ist www.divisrosetour.de.
00:57:21: Da gibt es dann eben diese Termine und das ist uns auch sehr wichtig.
00:57:27: Also da haben wir uns viele Lehrer darauf angesprochen.
00:57:30: Wir hatten das in Füssen direkt schon dabei auch dass wir Schulaufführungen gemacht haben weil man sich natürlich wunderbar über so ein Stück hinterher austauschen kann.
00:57:40: Man kommt ins Gespräch, wir hatten auch Nachgespräche mit Schülern und da meinte eine Schülerin Wir haben erst mal gegoogelt ob das überhaupt stimmt, dass der Hans Scholl da sein Freund geküsst hat und so und ja und es stimmt ja.
00:57:53: Das war wirklich toll!
00:57:54: Und jetzt in dieser ersten Spielzeit hat mir nur noch neunzehn Vorstellungen auch nach jeder Vorstellung für die Erwachsenenzuschauer eine Nachbesprechung angeboten und wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen auch das bedürfen.
00:58:04: Es hatten sich auszutauschen, über die Thematik zu reden auch um den ja leider vielleicht aktuellen Bezug.
00:58:13: Ich habe dann einmal die Schüler gefragt glaubt ihr denn sowas könnte bei uns auch nochmal passieren?
00:58:20: Da meinen die ganz kleinen der auf gar keinen Fall.
00:58:22: heute würde sowas nicht was ich eigentlich schön fand als Antwort dass sie das so gesehen haben weiß nicht ob ich die Ansicht teile aber natürlich Es ist toll, mit Leuten in Austausch zu kommen.
00:58:35: Mit jungen Menschen in Austauch zu kommen und eben also dieses Stück soll nicht im luftleeren Raum stattfinden und dann gucken sie halt mal nach Hause sondern wir haben großes Interesse an Austausche.
00:58:47: und ja bisher habe ich das Gefühl es klappt Ganz gut.
00:58:52: Wir haben sehr gutes Feedback bekommen, auch Interesse von Medien wie zum Beispiel das ZDF heute.
00:58:57: Journal war da und haben berichtet es ist natürlich was wo du vorher nicht mit rechnen kannst.
00:59:01: Haben wir überhaupt nichts.
00:59:02: weil die absolute Überraschung für uns wahrscheinlich wegen der Thematik oder vielleicht auch wegen der Gedanken die du auch hattest oh Gott kann man daraus ein Musical machen.
00:59:10: und ich finde dass auch total gerechtfertigt sich die Frage zu stellen weil es gibt durchaus Musikgeproduktion.
00:59:18: nicht auch nicht so täuschen ist doch ganz klar.
00:59:20: Jeder, man kann alles gut oder nicht so gut machen und deshalb finde ich es auch in Ordnung dass man schaut das muss immer mit Respekt passieren und ich glaube das stand für uns die ganze Zeit im Vordergrund und wir haben auch mit der weißen Rose Stiftung früh Kontakt aufgenommen.
00:59:38: Ich bin mit der Frau Kroner-Witter die Vorsitzende der weiße Rose Stiflung im engen Austausch.
00:59:44: Ja, wir haben uns das auch nicht leicht gemacht.
00:59:46: Wir haben uns selber eben diese Frage gestellt
00:59:48: hey
00:59:48: gehen wir diesen Weg denn wirklich immer?
00:59:50: so?
00:59:51: ist es denn Nicht verromantisiert oder was?
00:59:55: und dass darf ja auf keinen Fall sein.
00:59:59: Und ja man kann das ja immer selber schlecht sagen.
01:00:01: aber ich glaube vom Feedback her ist uns das ganz gut gelungen und Das war dann noch schön dass gerade die Leute die vorher vielleicht skeptisch waren Einen dann aber auch die Chance zu geben und dahin kommen sich das angucken.
01:00:13: Und dann eben ihre Meinung dazu sagen, also ich finde total okay wenn Leute skeptisch sind Aber dann macht ihr dein eigenes Bild und dann kannst du eine meinung haben.
01:00:22: Die leute die einfach nur ein shitstorm im internet verbreiten wollen wie kann man so was machen?
01:00:26: geschmacklos dass allerletzte.
01:00:29: Da denke ich dann mal, ja ok.
01:00:30: Ich kann vielleicht ein bisschen nachvollziehen wo das herkommt aber um sich wirklich eine Meinung zu bilden sollte man sich mit der Thematik auch befassen und dann kann man auf jeden Fall mitreden Und dann ist jede Meinung natürlich willkommen.
01:00:42: Ja und man muss hier sagen ihr habt sieben Preise gewonnen beim deutschen Musical Theaterpreis unter anderem den fürs beste Musical Was natürlich finde ich jetzt bei einem Musical ist er ja wirklich komplett.
01:00:51: also die Musik, den Text alles.
01:00:54: Die Inszenierung... Es gab eben nichts ist jetzt auch anders als zum Beispiel bei Vivo Rocky wo man eben schon mal hat okay die Musik is ne Bank da wirst du mal schon
01:01:01: bauen.
01:01:02: Ja genau!
01:01:02: Da kann nicht viel passieren.
01:01:07: Wie ist das wenn man also du hast es eben schon angesprochen sozusagen so aktuelle Bezüge aber ihr habt ja viele Jahre jetzt daran gearbeitet und das braucht ja auch bis dass auf die Bühne kommt.
01:01:15: und wenn man sich jetzt die politische Entwicklung anguckt Ja, geht es in eine bestimmte Richtung und ich finde es ja schön dass Schülerinnen sagen nein das ist nicht mehr möglich.
01:01:24: aber wenn man sieht wie sich die Dinge entwickeln bin ich da leider irgendwie sehr skeptisch.
01:01:29: Aber wenn du jetzt nicht so viele Jahre damit beschäftigt hast, wie blickst du darauf auf?
01:01:35: auf die momentane politische Entwicklung vor diesem Hintergrund mit dieser Auseinandersetzung.
01:01:39: Ja, ich wünschte es unser Stück wäre nicht so aktuell.
01:01:43: natürlich das Interesse ist sehr groß gerade auch eben von den Schulen.
01:01:48: Ich glaube eben weil dieses sich beschäftigen mit der Geschichte, Erinnerungskultur.
01:01:54: Weil die Entwicklung eben so ist dass man das Gefühl hat es gibt durchaus Leute die unsere Geschichte vergessen oder diese Verantwortung nicht mehr unbedingt stellen wollen Das Interesse sehr groß.
01:02:06: aber wenn ich ehrlich bin wünschte mir es gäbe keinen Anlass dafür dass es so groß ist.
01:02:11: Ich wünsche mir eigentlich Es wäre so, dass die Leute sagen ja gut noch ein Stück über... Noch so ein geschichtliches Stück ist es nicht so aktuell.
01:02:22: Das ist so aktuelle, bedrückt mich natürlich.
01:02:27: Es macht einen auch ein Stück weit hilflos.
01:02:30: die momentane Situation und ich denke dann immer das ist ein kleiner Teil den ich vielleicht beitragen kann, dass eben junge Leute oder auch... Nicht so junge Leute sich mit der Thematik beschäftigen und dann vielleicht denken, ja es ist nicht selbstverständlich das wir in einer Demokratie leben.
01:02:49: Und es ist auch nicht selbstständig dass wir unsere Meinung sagen können.
01:02:54: Das dürfen wir nicht vergessen!
01:02:56: Wenn ich da einen kleinen Teil an ein paar Leuten zu beitragen kann wäre das toll.
01:03:04: aber gut ich bin noch nicht so naiv zu denken... Gut, aber dafür ist Kultur ja auch da.
01:03:10: Themen in der Welt zu halten, Themen in die Welt zu bringen und was ich dann eben... Dann finde es gerade gut dass das eine Musikproduktion ist und nicht Sprechtheater oder eine Oper wo wir vielleicht mit dem Musical ein anderes Publikum erreichen also wo Leute da vielleicht nicht die Helmschwell haben, so auch das gucke ich mir mal an und vielleicht mit der Thematik in Berührung kommen durch eben diese Genre weil sie sich gerne Musikproduktionen angucken.
01:03:35: Und es ist dann vielleicht ein anderer Zugang.
01:03:38: oder es sind natürlich auch große Häusern.
01:03:40: Ich meine vielleicht dass man da Menschen erreicht, die man vielleicht im Stadttheater wenn man das fünf- oder achtmal auf der kleinen Bühne spielt, nicht erreicht hätte.
01:03:52: Ja, das ist dann vielleicht auch der Vorteil im Musical.
01:03:54: Das ist ja doch eine breite Masse irgendwo anspringt oder nicht anspricht aber es ist auf jeden Fall was mit Aufmerksamkeit verbundenes.
01:04:05: Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, ich werde es mir definitiv angucken.
01:04:08: Ich sag's noch mal, ab dem September-Juli gibt's das beim Kölner Sommerfestival.
01:04:12: Man kann schon Tickets kaufen.
01:04:13: in der Philharmonie ist das außerdem wie wir gehört haben in der verbotenen Stadt.
01:04:17: Kann man sich auch angucken im Lüsseldorf?
01:04:19: Weißt du wanns da?
01:04:19: Hast du im Kopf wanns dargespielt?
01:04:21: Im Düsseldorfer Premiere am... ...Fünftzehnten Juni
01:04:28: Also ein bisschen früher auf
01:04:29: jeden Fall.
01:04:31: Aber wie gesagt, wir haben so eine Toursite da findet
01:04:33: man das schnell.
01:04:34: Genau!
01:04:34: Da findet man es und außerdem auch noch Himmel- und Kölleanschauen am besten.
01:04:39: Wenn man einen sehr lustigen unterhaltsamen Abend haben möchte, kann ich dir
01:04:42: das wirklich
01:04:43: empfehlen?
01:04:43: Wenn man noch Tickets bekommt... Wir sind ehrlich gesagt zu
01:04:46: mich voll bis
01:04:47: zum Ende aber ich glaube ich verrat nicht zu viel wenn ich die Aussicht gebe dass die Möglichkeit besteht.
01:04:52: das ist vielleicht nochmal gespielt.
01:04:53: Das wäre jetzt nämlich meine Abschlussfrage gewesen Aber dann hast du die schon beantwortet.
01:04:58: Ja, also ich hab jetzt noch keinen Premierendatum aber der Erfolg oder auch der Zuspruch und die Publikumsreaktion sind so positiv dass ich mich schon sehr wundern würde wenn wir nicht nochmal Gast in der Volksbühne wären.
01:05:12: Ich glaube sie können uns mittlerweile auch sehr gut leiden und ich glaube die würden uns gerne wieder einladen.
01:05:17: Das
01:05:17: klingt super!
01:05:18: Also alle die keine Tickets mehr kriegen sollten jetzt werden hoffentlich bald noch die Gelegenheit bekommen.
01:05:22: Liebe Werder, ich fand das super spannend schön.
01:05:25: Ich drück für alles die Daumen jetzt vor allem für die Tour und vielen Dank.
01:05:30: Vielen
01:05:30: Dank dir!
01:05:31: Das war ein tolles Gespräch, danke schön.
01:05:33: Und Ihnen sage ich vielen Dank fürs Zuhören und bis bald.
01:05:36: wenn Sie Vorschläge haben für Gäste oder Kritik äußern möchten machen sie das gerne per mail an anne.burgmairatkstarmedien.de.
01:05:46: Die nächste Folge Talk mit K gibt es nächsten Donnerstag um sieben Uhr.
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