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Wie geht es den obdachlosen Menschen in diesem Kölner Winter, Malte Petrikat? Der Kältebus-Chef im Talk

Shownotes

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Homepage und Spendenkonto des Kältebusses Köln: Linkbeschreibung

E-Mail-Adresse der Moderatorin Sarah Brasack für Fragen, Kritik oder Talkgast-Vorschläge: sarah.brasack@kstamedien.de

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Transkript anzeigen

00:00:00: Wichtig ist für uns, vor allem was jetzt auch bei dieser Haltestellendebatte und so, da macht es halt einfach keinen Sinn zu sagen, wir machen jetzt hier die Türen zu und wenn die sich da hinsetzen, dann vertreiben wir die irgendwie mit Sicherheitspersonal und dann machen wir irgendwie noch so defensive Architektur, damit die sich nirgendwo mehr hinsetzen können.

00:00:17: Die Leute können sich ja am Ende halt auch nicht in Luft auflösen.

00:00:20: Das heißt, irgendwo werden die sich halt immer versammeln und wenn man wirklich das Problem lösen möchte, dann muss man dem Menschen halt einfach helfen.

00:00:34: Talk mit

00:00:35: Kahr.

00:00:36: Mit Sarah Brassack.

00:00:40: Ein frohes neues Jahr, und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Talk mit Kahr, dem Podcast des Kölner Stadtanzeiger, der nur eine Regel hat.

00:00:49: Wir und damit meine Co-Moderatorin Anne Burgma und mich, wir laden interessante Menschen aus Köln ein.

00:00:55: Heute sprechen wir über ein Thema, das in diesen Tagen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt überleben und tot entscheiden kann.

00:01:02: Ob Dachlosigkeit im Winter.

00:01:04: Mein heutiger Gast ist Malte Petrikat, er ist Vorstandsvorsitzender des Vereins Freunde der Kölner Straßen und ihrer Bewohner

00:01:11: e.V.,

00:01:12: ein sehr schöner Name übrigens, wie ich finde.

00:01:13: Ja, danke.

00:01:15: Das ist der Verein und das kennen vielleicht die meisten Menschen dann hier in Köln hinter dem Kölner Kältebus.

00:01:21: Herzlich willkommen, schön, dass Sie da sind, Herr Petrikat.

00:01:24: Ja, vielen Dank für die Einladung auch.

00:01:25: Und danke für das Kompliment für den Namen, auch wenn ich mir den leider nicht ausgedacht

00:01:28: habe.

00:01:29: Ja, Freunde der Kölner Straßen, das ist irgendwie nett.

00:01:32: Der Kältebus gibt obdachlosen Menschen in Köln Essen aus, Kleidung aus, Schlafsäcke, Zelte.

00:01:39: Aber eben auch Zuwendungen, freundliche Worte und Zeit für Gespräche und Hilfestellung unter anderem am Resslauer Platz.

00:01:46: Es gibt aber außerdem, und das ist jetzt natürlich ganz aktuell eine Winter-Hotline des Kältebus, so dass Sie und Ihre Mitarbeitenden auf das Erste alarmiert werden, wenn jemand im freien Droh zu erfrieren.

00:01:56: Jetzt haben wir in Köln aktuell Nächte um den Gefrierpunkt in den vergangenen Tagen sogar ja unter dem Gefrierpunkt inklusive Schnee.

00:02:04: Wie dramatisch ist denn die Lage im Moment auf den Straßen von Köln?

00:02:08: Ja, also wir merken das vor allem an der Anzahl der Anrufe, die reinkommen.

00:02:13: Also ich würde schätzen so in der Nacht zwanzig bis dreißig.

00:02:16: Und ja, wir haben dann doch viele Stationen, die wir anfahren, wo wir Leute antreffen, die dann ohne Schlafsack, ohne dicke, winterfeste Klamotten dann irgendwie draußen liegen.

00:02:25: Und da ist dann schon die Gefahr, weil wir in der Vergangenheit auch oft erlebt haben, dass irgendwie Leute irgendwie bei der Kälte gestorben sind.

00:02:31: Und ja, deswegen sind wir jetzt gerade seit der Weihnachtswoche wirklich ... durchgehend jede Nacht unterwegs.

00:02:40: Wie läuft das dann ab?

00:02:41: Also sie bekommen einen Anruf, ... ... bekommen ungefähr den Ort gemeldet, ... ... müssen wahrscheinlich teilweise dann doch noch irgendwie suchen, ... ... wo die Person dann genau zu finden ist.

00:02:49: und dann?

00:02:50: Genau, also es gibt so aktuell noch, ... ... wir sind da gerade so ein bisschen in Umbruch, ... ... gibt es so zwei Möglichkeiten oder drei, ... ... also man kann uns eine E-Mail oder eine WhatsApp schreiben ... ... und das wird dann irgendwann im Laufe des Tages gelesen ... ... und abends fährt dann der Notdienst hin ... ... oder man ruft halt zwischen ... ... achtzehn und dreieinzwanzig ... ... über das Telefon an.

00:03:07: Künftig haben wir auch ein richtig schönes Formular, wo man dann halt auch wirklich die GPS-Daten und so eintragen kann.

00:03:11: Das ist dann alles schöner, neuer Schnickschnack.

00:03:14: Und genau, wir kriegen dann an dem Tag eine Adresse rein und versuchen die dann auch an dem Tag anzufahren.

00:03:20: Also, standardmäßig sind wir ja zweimal die Woche eigentlich unterwegs und da ist der Hauptfokus auch auf dem Breslau-Platz, außer wenn die Temperaturen so wie jetzt rund um null Grad sind, dann sind wir wirklich jede Nacht unterwegs und wir versuchen auch wirklich, jede Adresse, die uns gemeldet wird, dann abzufahren.

00:03:35: Und wenn dann diese obdachlose Person der Mensch angetroffen wird, was passiert dann?

00:03:40: Also, Sie gehen auf die Zu, sprechen die an.

00:03:42: Genau.

00:03:43: Also, fragen wie

00:03:44: es denen geht.

00:03:45: Genau, man geht erst mal hin, spricht erst mal ganz locker mit der Person.

00:03:49: Ich sage dann auch immer hier, wir haben Anruf bekommen, deine Nachbarn machen sich ein bisschen Sorgen um dich.

00:03:53: Und dann frage ich erst mal so ganz konkret, brauchst du irgendwas.

00:03:57: Und manche Leute sagen dann von sich aus schon, nee, nee, danke.

00:03:59: Und gleichzeitig mache ich mir selber so ein bisschen... Bild von der Lage, ne?

00:04:04: Also wenn ich jetzt eine Person da in einer dünnen Decke sehe, dann sage ich schon, hier kommt jetzt nicht mehr ein Schlafsack und so.

00:04:09: Und manchmal lehnen die Leute das dann noch ab.

00:04:10: und dann versuche ich immer so ein bisschen zu tricksen und sage, komm, ich lege jetzt einfach mal hier zur Seite und wenn du ihn brauchst, dann nimmst du ihn trotzdem.

00:04:17: Und ansonsten gibt es dann irgendwie noch einen heißen Tee.

00:04:19: Je nachdem, wie groß das Interesse der Person ist, quatschen wir halt auch manchmal ein paar Minuten noch und dann fahren wir zur nächsten Station.

00:04:27: Wie oft ist ihr Eindruck dann?

00:04:31: dass der Mensch tatsächlich Hilfe braucht.

00:04:36: Ich würde sagen, so ungefähr in der Hälfte der Fälle.

00:04:40: Also wir versuchen mittlerweile auch die Anrufenden immer so ein bisschen zu briefen und auch mal genauer auszufragen.

00:04:46: Okay, wie ist der Zustand der Person?

00:04:48: Hat die Person Schlafsack?

00:04:50: Hat die Person winterfeste Kleidung?

00:04:52: Was macht sich für einen gesundheitlichen Eindruck?

00:04:54: Einfach damit wir es auch wirklich schaffen, in der Nacht, in der wir dann unterwegs sind, auch wirklich alle dringenden Fälle.

00:05:00: ... abzuarbeiten, weil wir haben auch natürlich...

00:05:03: Und auch zu priorisieren, wahrscheinlich.

00:05:04: Ganz

00:05:04: genau, ganz genau, das ist das A und O. Weil wir kriegen halt auch regelmäßig Adressen gemeldet von Leuten, denen es, ich sag mal, den Umständen entsprechend gut geht.

00:05:11: Da fährt man hin, die haben Schlafsack, die liegen auf einer Isomatte.

00:05:16: Die sind essenstechnisch durch die Nachbarschaft irgendwie versorgt.

00:05:19: Und wenn man den spricht, dann sagen die auch, ja, bei mir ist alles in Ordnung.

00:05:22: Dann nehmen sie vielleicht noch einen Kaffee und dann fahren wir weiter.

00:05:26: Das heißt, es gibt auch etliche Anrufe, wo Sie dann schon wissen, ah, das wird Wehrmensch sein, den haben wir vor einer Woche schon mal besucht.

00:05:34: Von dem haben wir eigentlich einen guten Eindruck, der ist gut ausgestattet.

00:05:37: Da müssen wir jetzt nicht unbedingt noch mal hinfahren.

00:05:39: Genau, es kommt darauf an.

00:05:40: Also wenn wir die Kapazitäten haben, dann fahren wir trotzdem noch mal hin, einfach, um nach der Person zu schauen.

00:05:45: Wir merken auch sehr viel gerade bei diesen Stationen, die wir anfahren.

00:05:49: dass die Leute sehr, sehr zu schätzen wissen, dass überhaupt jemand vorbeischaut.

00:05:53: Also die sind manchmal auch sehr, sehr überrascht, wenn wir vorbeikommen und bedanken sich dann und sagen, ja, ich wusste gar nicht, dass hier überhaupt jemand mitbekommt, dass ich überhaupt da bin.

00:06:01: Und genau.

00:06:03: Das heißt, die Menschen freuen sich auch, dass jemand sagt, offenbar machen sich Nachbarn sorgen, sie werden hier wahrgenommen, auch als Mensch, der möglicherweise Hilfe braucht.

00:06:13: Genau, das ist es.

00:06:13: Und das wissen die wirklich zu schätzen.

00:06:16: Vor allem, ich sag mal, je weiter aus der Innenstadt wir rauskommen, wenn wir jetzt wirklich in die Randbezirke fahren und da jemanden mal besuchen, da merkt man halt schon, dass die Gäste da teilweise sehr, sehr überrascht und sehr freudig sind, dass wir mal vorbeischauen, dass man sie überhaupt auf dem Schirm hat.

00:06:32: Wie oft kommt es denn vor, dass die dann auch denken, ja, hier wäre jetzt unbedingt ein Krankenwagen angebracht?

00:06:40: Wir hatten dieses Jahr zum Glück noch nicht so viele Fälle, wo das für uns unmittelbar ein Thema war.

00:06:47: Allerdings liegt das halt auch daran, dass wir die Leute halt auch eher ermutigen, wenn sie den Eindruck haben, dass da irgendwie ärztliche Versorgung notwendig wäre, da anzurufen.

00:06:59: Wie lang ist dann so eine Nacht für den Kölner Kältebus?

00:07:02: Das ist unterschiedlich.

00:07:04: Also meistens fangen wir an.

00:07:07: an diesen Tagen so zwischen achtzehn und neunzehn Uhr rauszufahren.

00:07:10: Und als ich jetzt die letzte Tour gemacht habe, da hat das ganz gut funktioniert, da waren wir wirklich um dreiundzwanzig Uhr, also um die Zeit, wo wir das Telefon abgeschaltet haben, waren wir durch, aber wir haben letztens noch eine zweite Schichtbar, beispielsweise dran gehangen.

00:07:22: Da sind die die Hälften, also das erste Team quasi um dreiundzwanzig Uhr reingefahren und dann ist das nächste raus und war bis drei Uhr morgens unterwegs.

00:07:30: Also es kann halt auch schon bis in die frühen Morgenstunden gehen.

00:07:33: Das hängt immer sehr, sehr stark davon ab, wie viel Adresse uns an dem Tag wirklich gemeldet wurden.

00:07:37: Ist ein Team von lauter Ehrenamtlichen, das das macht, kann man glaube ich an der Stelle gar nicht positiv genug hervorheben, auch wenn man dann sieht, was die Arbeitszeiten angeht, eben dann bis tiefe in die Nacht.

00:07:49: Diese Nachtaktionen... oder diese nächtlichen Hilfefahrten, die sind jetzt besonders in den vergangenen Wochen gewesen im Winter, wo es sehr, sehr kalt ist.

00:07:57: In den Frühlings- und Sommermonaten findet diese Form der Arbeit ja nicht statt, was aber immer stattfindet, ist eben die Aktion am Bresslauer Platz, die der Kältebus macht.

00:08:07: Vielleicht können Sie mal erzählen, was tun Sie da am Bresslauer

00:08:09: Platz?

00:08:10: Ganz kurz noch, wir haben diese Aktion schon immer mit drin.

00:08:15: Unser Telefon ist quasi das ganze Jahr eingeschaltet.

00:08:18: Die E-Mails werden das ganze Jahr übergelesen und alle Adressen, die irgendwie reinkommen, die werden dann halt auch irgendwann mal abgefahren.

00:08:25: Das kann dann halt mal ein, zwei Tage dauern und läuft nicht am selben Tag an, wenn wir jetzt keinen akuten Notfall sehen.

00:08:32: Und das ist halt im Frühjahr, im Herbst, im Sommer nicht ganz so häufig.

00:08:37: Aber auf jeden Fall sind wir trotzdem das ganze Jahr über auch mobil unterwegs.

00:08:43: Standardmäßig ist halt zweimal die Woche, außer jetzt in den Sommermonaten, da ist es nur einmal die Woche, am Breslauer Platz, unsere Ausgabe.

00:08:50: Die geht immer montags und mittwochs, von neunzig bis ein zwanzig Uhr ungefähr.

00:08:55: Und da gibt es dann was zu essen, da gibt es Kaffee, da gibt es einen heißen Tee, da gibt es eine Klamottenausgabe und halt auch so ein bisschen offenes Ohr.

00:09:03: Also es ist schon für uns sehr, sehr wichtig, dass man sich auch ein bisschen mit den Leuten austauscht, ein paar Unterhaltungen führt.

00:09:10: Dadurch sind halt auch in der Vergangenheit so nach und nach auch, ich sag mal so, was wir Freundschaften entstanden haben.

00:09:15: Also es gibt wirklich auch Gäste, mit denen ich jetzt ein quasi freundschaftliches Verhältnis habe, die wir kennen uns beim Namen, wir quatschen dann auch überall möglichen Themen und sowas.

00:09:24: Und sollten dann irgendwie noch Adressen irgendwie reingekommen sein im Laufe der Woche oder so, dann wird auch Montags- und Mittwochsnachengang auch im Sommer oder im Herbst oder so nochmal rausgefahren und das dann irgendwie abgearbeitet.

00:09:37: Sie nennen die Menschen, die da kommen, ihre Gäste.

00:09:40: Finde ich schön.

00:09:41: Ja, werden wir sehr oft tatsächlich in so Interviews und so darauf angesprochen.

00:09:44: Das ist für uns halt irgendwie immer selbstverständlich, das ist so der Begriff, den wir halt immer verwendet haben.

00:09:49: Wir sind jetzt keine Sozialarbeiter, deswegen sind es jetzt keine Klienten oder so.

00:09:54: Ich sag mal so, wir schaffen halt ein Angebot und die Leute, die dieses Angebot wahrnehmen, das sind dann halt unsere Gäste oder unsere Freunde, wie wir halt auch sagen, deswegen auch der Name.

00:10:04: Freunde der Straßen und ihrer Bewohner.

00:10:05: Genau,

00:10:06: Freunde der Kölner Straßen und ihrer Bewohner.

00:10:08: Wie viele Menschen oder Gäste erreichen Sie dann an so einem Abend am Bresslauerplatz?

00:10:12: Das sind schon mittlerweile so zwischen hundert und hundertzwanzig, also vielleicht nochmal ... Auf Weihnachten um auf Weihnachten zu sprechen zu kommen haben wir Geschenke gepackt für die Leute.

00:10:23: das waren insgesamt.

00:10:25: Hundertfünfundzwanzig die wir da zusammen geräumt haben.

00:10:29: Und die sind alle rausgegangen plus noch ein paar mehr.

00:10:32: also es sind schon immer so auf jeden Fall über hundert die da am Abend irgendwie vorbeikommen.

00:10:37: Vielleicht sprechen wir später noch über diese Weihnachtsfeier.

00:10:39: aber auch das Essen kostet ja Geld was die da ausgeben auch die Zähne und die Schlafsäcke und die Kleidung.

00:10:47: Woher kommt das alles?

00:10:48: Das ist alles spendenfinanziert.

00:10:50: Also wir haben uns einmal um Gelder der Stadt beworben, als die damals so einen Topf aufgelegt haben.

00:10:56: Die haben wir auch bekommen.

00:10:57: Da haben wir auch Schlafsecke dann von gekauft.

00:10:59: Die haben dann ungefähr so eine ... Ja, eine Saison haben die gehalten, weil der Verschleiß am Schlafsecken ist wahnsinnig hoch.

00:11:06: Und ansonsten alles, was wir irgendwie bezahlen, was wir finanzieren, auch unser Lager, auch der Kältebus und so, das ist alles ... Das funktioniert alles nur, weil es so viele tolle Menschen gibt, die uns regelmäßig Geld auf unser Konto überweisen, womit wir dann arbeiten können.

00:11:20: Die Kontonummer wird natürlich auch in den Show Notes verlinkt und wir sprechen auch sicher gleich noch darüber, welche Form der Spende neben Geld der Kältebus noch gebrauchen kann oder eben auch nicht gebrauchen kann.

00:11:31: Da gibt es ja sicherlich auch einige Dinge.

00:11:33: Ich würde aber gerne mal jetzt auf die Menschen zu sprechen kommen, die da auf der Straße leben.

00:11:40: Es werden viele Gespräche geführt, man lernt die Menschen erkennen, es werden sogar Freundschaften draus.

00:11:45: Können Sie mal so ein paar unterschiedliche Biografien schildern, die typisch sind für Menschen, die auf der Straße leben?

00:11:51: Was sind das für Leute?

00:11:54: Ja, also es gibt Leute darunter, die generell, ich sag mal aus schweren familiären Verhältnissen kommen und dadurch halt auch irgendwie, ich glaube, nie so eine richtige Struktur im Leben haben oder hatten.

00:12:07: Wir haben natürlich ein sehr, sehr großes Problem mit Suchkrankheit auf der Straße, wobei wir dann nie so ganz genau wissen, was kam jetzt zuerst?

00:12:15: Sind die Menschen erst auf der Straße gelandet und dann Suchkrank geworden?

00:12:19: Oder sind die durch ihre Suchkrankheit auf der Straße gelandet?

00:12:24: Regelmäßig, also es gibt ganz, ganz viele Fälle von diesen ganz klassischen Sticksalsschlägen.

00:12:28: Wir hatten einen Gast, den wir betraut haben.

00:12:32: dessen Frau in der Vergangenheit relativ früh, glaube ich, auch verstorben ist.

00:12:35: Und seitdem hat er sein Leben nicht mehr auf die Reihe bekommen.

00:12:41: Und dann natürlich auch klassisch die Fälle von Menschen, die halt einfach aus ihrer Wohnung fliegen und dann am Ende auf der Straße landen.

00:12:47: Und das Schwierige ist so ein bisschen, wenn man einmal da ist, dieser Weg daraus ist, also ich sage immer, je länger man auf der Straße ist, desto schwieriger ist es, da wieder rauszukommen.

00:12:56: Also erstmal so rein praktisch da wieder runterzukommen.

00:13:00: Aber auch wieder emotional wieder damit zurechtzukommen.

00:13:03: Weil ich glaube, so ganz spurlos geht so ein Leben draußen halt nie an einem vorbei.

00:13:10: Und dann gibt es natürlich auch noch Menschen, die irgendwie nach Köln oder nach Deutschland eingewandert sind.

00:13:15: Wir haben viele Menschen aus den osteuropäischen Ländern, die zum Arbeiten hierhin gekommen sind, teilweise dann auch in ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen waren, da wieder rausgeflogen sind und dann halt hier auf der Straße gelandet sind.

00:13:28: Wie groß ist da das Problem auch von Sprachbarrieren?

00:13:32: Ja, schon relativ groß.

00:13:33: Also wir schaffen es schon immer irgendwie mit Händen und Füßen, uns irgendwie zu verständigen.

00:13:40: Ansonsten gibt es halt auch, also gerade bei der Klamottenausgabe, da zeigt man halt eben auf die Hose oder auf die Jacke und manchmal braucht man dann halt irgendwie drei Anläufe, um irgendwie rauszufinden, was die Person gerade möchte.

00:13:52: Aber wenn es jetzt irgendwie so komplexere Fälle werden, wo es halt wirklich ein bisschen mehr geht, als jetzt irgendwie was es zu essen gibt oder was die Person irgendwie an Kleidung braucht, dann versuchen wir halt auch regelmäßig dann irgendwie im Freundesbekanntenfreien Kreis nach Leuten zu uns umzuhören, die dann halt irgendwie mal übersetzen können.

00:14:10: Und da haben wir halt auch mittlerweile so ein paar, die man dann halt mal anruft und die dann halt irgendwie dollen.

00:14:14: Menschen für uns.

00:14:16: Jeder, der mit offenen Augen in der Stadt unterwegs ist, hat den Eindruck, dass das Thema Wohnungslosigkeit in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen hat.

00:14:24: Die Menschen sind auch viel sichtbar geworden.

00:14:25: Also jetzt vielleicht noch mal ein Beispiel, die Kölner Innenstadt.

00:14:28: Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, dass vor zehn Jahren in den Eingängen vor den Geschäften nachts so viele Menschen übernachtet haben, teilweise auch eben dann mit Zelten, mit Schlafsäcken.

00:14:38: Also es fällt wahnsinnig auf und man hat das Gefühl, es ist sehr, sehr viel mehr geworden.

00:14:43: Würden Sie das bestätigen?

00:14:45: Ja, also ich kenne da natürlich jetzt auch die ganz konkreten Zahlen nicht, wobei ich mich erinnere, gelesen zu haben, dass die auch gestiegen sind generell in Deutschland.

00:14:54: Aber was was jetzt unsere Versorgung angeht, also ich sag mal, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich

00:15:01: habe, ich habe, ich habe, ich habe,

00:15:03: ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe, ich habe Topf essen, wir haben so dreißig Liter Pütte, da kommt dann irgendwie Suppe oder so was rein und wir haben am Anfang einen Topf gebraucht und sind damit teilweise dann noch drei, vier, fünf Stationen in der Stadt angefahren.

00:15:25: Für wie viele reicht ein Topf ungefähr?

00:15:28: Ja, gute Frage.

00:15:30: Ich würde sagen, ja, vierzig Personen oder so, schätze ich jetzt mal.

00:15:36: Kann ganz falsch sein, kann auch richtig sein.

00:15:38: Auf jeden Fall sind wir mittlerweile so bei zweieinhalb bis drei, die wir an einem Abend loswerden.

00:15:44: Okay, das heißt auch einfach die das Hilfe ersuchen hat deutlich zugenommen.

00:15:49: Ja

00:15:49: natürlich, also auch wenn ich mal so schaue, was so früher sind wir auch mit mit hundert Schlafsäcken über einen Winter gekommen.

00:15:57: Bei der Verteilung und jetzt mittlerweile haben wir glaube ich dieses Jahr schon über zweihundert rausgegeben.

00:16:02: Spielt die Pandemie auch eine Rolle beim Thema Wohnungslosigkeit?

00:16:06: Auf jeden Fall.

00:16:07: Also wir haben so ein paar.

00:16:08: während der Pandemie haben wir halt auch so ein paar Veränderungen wahrgenommen, die dann sich irgendwie so ein bisschen etabliert haben.

00:16:13: Also ich kann natürlich jetzt die die genauen Ursachen und so.

00:16:16: Das ist natürlich alles immer so unsere oder meine Empfindung.

00:16:20: Zu Beginn der Pandemie hat sich die Obdachlosigkeit für uns viel mehr in der Innenstadt konzentriert.

00:16:26: Also es sind halt mehr Leute wirklich in die Innenstadt gekommen und waren dann halt auch bei uns am Breslauer Platz.

00:16:31: Und das hat sich so ein bisschen gehalten.

00:16:33: Also wir hatten da irgendwie so einen Anstieg der Person, die wir versorgt haben, der nicht ohne war.

00:16:38: Und seitdem ist er nicht mehr runtergegangen nach Pandemieende.

00:16:41: Warum bevorzugen viele Obdachlose die Innenstädte?

00:16:46: Das hat so ein bisschen unterschiedliche Gründe, glaube ich.

00:16:49: Zum einen muss man natürlich sagen, man wird in der Innenstadt oder generell an Orten, die ein bisschen belebter sind, ein bisschen besser versorgt.

00:16:57: Weil halt einfach viel mehr Leute vorbeikommen, weil Geschäfte in der Nähe sind und dann kriegt man immer mal wieder einen Kaffee oder ein Brötchen dahingestellt.

00:17:04: Und für manche hat es natürlich auch einfach so ein Sicherheitsaspekt.

00:17:07: Die fühlen sich halt irgendwo in abgelegeneren Gegnern.

00:17:10: Also es gibt Leute, die gehen gezielt aus der Innenstadt raus, weil da zu viel ist und weil sie sich da unsicher fühlen.

00:17:16: Es gibt aber auch Menschen, die gehen in die Innenstadt rein, weil sie da einfach das Gefühl haben, okay, hier sind mehr Kameras, hier sind mehr Menschen, hier wird gesehen, wenn mir halt irgendwas passiert.

00:17:25: Jetzt gibt es ja auch städtische Unterkünfte, in denen Menschen schlafen könnten und es aber nicht tun.

00:17:32: Warum ist das so?

00:17:34: Das hat auch wieder unterschiedliche Gründe.

00:17:36: Zum einen, also wir kriegen nur zwei Unterkünfte, ich sag mal in Anführungsstrichen zur Verfügung gestellt außerhalb der Wintermonate, wo wir Leute hinvermitteln können.

00:17:47: Es gibt da halt eine Liste, die wir von der Stadt per E-Mail bekommen und da sind dann halt die Notunterkünfte drin und da sind so standardmäßig ist das eine relativ begrenzte Zahl.

00:17:55: Und wenn wir da irgendwie abends anrufen, dann wird uns halt oft gesagt, ja, nee, wir sind leider heute voll.

00:18:01: Und der nächste Punkt ist, und das ist natürlich immer so Aussagen, die wir jetzt von unseren Gästen bekommen, so ein Feedback, dass viele sich in diesen Unterkünften nicht wohlfühlen.

00:18:10: Zum einen, weil die da in relativ großen Zimmern mit mehreren Leuten untergebracht sind, es wohl keine so wirklich strenge Trennung zwischen den Menschen gibt und ... dann natürlich auch irgendwie untereinander ist mal Gewalt oder Diebstahl oder so gibt.

00:18:25: und deswegen haben wir viele Leute, die an halt aus den Unterkünften rauskommen zu uns und sagen, hier gib mir mal lieber Schlafsack und Isomatte, ich schlafe draußen.

00:18:34: Wie ist das Verhältnis zwischen Männern und Frauen bei der Obdachlosigkeit Ihrem Eindruck nach?

00:18:39: Also erst mal haben wir natürlich deutlich mehr Männer auf der Straße als Frauen.

00:18:45: Ich habe da auch nur so Hypothesen, warum das so ist.

00:18:47: Ich glaube Frauen sind halt ... eher in der Lage, sich auch Hilfe zu suchen, bevor es so weit kommt als Männer.

00:18:54: Wir haben halt auch Menschen bei uns gehabt, die wir versorgt haben.

00:18:57: Wir hatten einen Gast, der kürzlich leider verstorben ist.

00:19:00: Der ist zum Arbeiten nach Deutschland gekommen.

00:19:02: Er kam aus Rumänien.

00:19:03: Das mit der Arbeit hat hier nicht geklappt.

00:19:05: Und er wollte nicht zurück zu seiner Familie, weil die nicht sehen sollten, dass er hier gescheitert ist.

00:19:11: Und dann ist er leider mit der Zeit auf der Straße krank geworden und verstorben.

00:19:15: Und dieser, sag mal, falsche Stolz, den sehen wir halt ... Den sehen wir halt eher bei Männern.

00:19:20: Und das Verhältnis ist, glaube ich, so Gefühl von den Menschen, die wir versorgen, liegt so bei achtzig zu zwanzig, also achtzig Prozent Männer, zwanzig Prozent Frauen.

00:19:29: Frauen sind natürlich

00:19:30: auch

00:19:31: noch unsicherer natürlich, wenn sie auf der Straße leben.

00:19:34: Also haben auch noch mal vielleicht andere Bedrohungen als Männer, sexuelle Gewalt zum Beispiel.

00:19:38: Auf

00:19:39: jeden Fall.

00:19:39: Das sind halt auch Fälle, die wir dann irgendwie ab und zu mal erzählt bekommen, die uns dann auch irgendwie manchmal ein bisschen schlucken lassen.

00:19:48: was uns da erzählt wird.

00:19:50: Und Frauen sind aus meiner Sicht auf der Straße halt auch oft ein bisschen weniger sichtbar.

00:19:55: Also jetzt zumindest bei vielen Frauen, die wir jetzt versorgen, da merkt man schon, dass da auch viel Mühe sich gegeben wird, nicht Obdachlos zu wirken und jetzt in der Stadt, wenn man unterwegs ist, weniger aufzufallen.

00:20:11: Wie viele von den Gästen, die sie da betreuen?

00:20:16: erzählen dann richtig gerne von sich, weil sie eben dieses Thema Aufmerksamkeit für sich selbst, weil sie das an anderer Stelle so sehr vermissen.

00:20:23: Also wie ist das so vom Vormitteneinander her?

00:20:26: Gibt es dann so die Gruppe, die sich nicht verständigen kann, wegen Sprachbarrieren, die andere, die eigentlich gar nicht groß reden will, sich nur was abholt und dann eine Gruppe, von denen sie wissen, okay, die kommen auch super gerne einfach um sich auszutauschen, um ein bisschen von ihrem Leben zu erzählen.

00:20:41: Also ich hab schon das Gefühl, dass Mitteilungsbedürfnis irgendwie sehr groß ist.

00:20:46: Ich hab auch irgendwie auf Social Media öfters mal so Debatten mitbekommen, ob man jetzt einen Obdachlosen fragen sollte, weshalb er auf der Straße gelandet ist und weshalb nicht, oder generell so diese, ob man den Grund erfragen soll.

00:21:01: Und dann gibt's so die einen Leute, die sagen, das darf man auf keinen Fall.

00:21:03: Und die anderen sagen, ja, kann man gerne machen.

00:21:06: Was ich halt so erlebt hab, dass wirklich viele unserer Leute doch ein großes Mitteil und Bedürfnis haben.

00:21:12: Und manchmal auch über Sprachbarrieren hinweg.

00:21:14: Also ich hab mir auch schon glaube ich schon viele Lebensgeschichten irgendwie auf polnisch angehört.

00:21:18: Ich hab nichts verstanden, aber die Leute hatten trotzdem irgendwie das Bedürfnis mit mir zu reden.

00:21:23: Und vor allem glaube ich, dass es für die auch mal ganz angenehm ist, irgendwie mit Leuten außerhalb der eigenen Blase so ein bisschen zu sprechen.

00:21:30: Also jetzt nicht nur mit anderen Menschen von der Straße, sondern wirklich Leute oder mit Leuten, die halt irgendwie einen etwas anderen Blickwinkel darauf haben.

00:21:39: Wie ist es denn, wenn die Menschen dann Dinge erzählen, wo sie dann denken, da könnte ihnen doch eigentlich geholfen werden?

00:21:45: Also gibt es dann irgendeine Form der Weitervermittlung, entweder zu Ärzten oder an die Stadt Köln?

00:21:51: Ja, wir versuchen es natürlich immer, wenn es möglich ist.

00:21:53: Also wir haben auch mit einigen Organisationen in Köln mehr oder weniger Kontakt.

00:21:59: Es gibt ja zum Beispiel direkt am Bahnhof gibt es das Gulliver.

00:22:02: Wir haben einen sehr, sehr guten Draht zum Fringstreff.

00:22:07: Und wenn wir dann irgendwie hören, ja, hier, ich habe das und das Problem, dann wissen wir, okay, da sind wirklich die Stellen, an die man die Leute weiterleiten kann und wo dann halt auch wirklich Menschen sitzen, die, ich sag mal, ein bisschen mehr know-how jetzt in der Sozialarbeit und so haben und auch ein bisschen mehr machen können, als jetzt irgendwie so diese Grundsatzversorgung, die wir machen.

00:22:29: Gibt es viele Menschen, die da noch äußern, dass sie eigentlich eine große Sehnsucht danach hätten, wieder eine eigene Wohnung zu haben?

00:22:35: Ist das sogar der überwiegende Teil?

00:22:37: Das

00:22:37: ist der überwiegende Teil, auf jeden Fall.

00:22:38: Es gibt so ganz wenig Leute, die ich kenne, bei denen man irgendwie so das Gefühl hat, da weiß ich natürlich jetzt nicht, ob die das vielleicht auch einfach so sagen oder ob es wirklich so ist, wo man das Gefühl hat, okay, die sind halt irgendwie... Die kommen damit zurecht.

00:22:52: Also die haben sich irgendwie eingerichtet, die haben irgendwie einen strukturierten Tagesablauf, sich irgendwie erarbeitet.

00:22:59: Und die haben gar nicht mehr so den Drang jetzt wirklich, ich sag mal, in so ein bürgerliches Leben zurückzukehren.

00:23:05: Aber die meisten Leute wollen wirklich, die wollen ein eigenes Dach über den Kopf, die wollen vor allem so ihre privaten Vierwände.

00:23:11: Das ist ein sehr, sehr großes Thema, dass man diese Privatsphäre auch irgendwie wiederbekommt.

00:23:17: Und das ist auf jeden Fall der ... übergroße Teil der Menschen.

00:23:21: Also auch viele Menschen fragen uns auch nach Arbeit.

00:23:24: Die sagen dann hier, ich würde gerne wieder arbeiten.

00:23:25: Könnt ihr uns da irgendwas vermitteln?

00:23:28: Teilweise wäre es wahrscheinlich ein bisschen schwierig wegen gesundheitlichen Problemen und so.

00:23:32: Aber der Drang ist trotzdem bei vielen Leuten da.

00:23:35: Sind denn diese Menschen anderweitig in Betreuung dann auch teilweise?

00:23:38: Also kriegen sie dann mit?

00:23:40: Okay, die haben gesetzlichen Betreuer oder es gibt irgendwie einen Sozialarbeiter in der Stadt, der sich kümmert oder... Haben sie dann wirklich oft das Gefühl, also eigentlich sind die jetzt schon durch alle Raster gefallen und sprechen mit uns, aber sonst mit niemandem, auch wenn sie vielleicht ja möglicherweise eine Wohnung gestellt bekommen könnten.

00:23:58: Ja, es ist manchmal sogar so, wenn ich jetzt mit Leuten, also wirklich mit Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter spreche, die jetzt irgendwie in einer Organisation arbeiten, die durch die Stadt irgendwie finanziert wird oder so.

00:24:13: Dass man manchmal das Gefühl hat, wir haben unterschiedliche Gäste.

00:24:16: Also irgendwie habe ich das Gefühl, das ist jetzt auch eher so ein Bauchgefühl, dass wir Gäste haben, die zum einen diese Angebote gar nicht kennen.

00:24:24: und die Angebote kennen die Gäste nicht.

00:24:26: Also die Anbieter.

00:24:27: Das heißt irgendwie haben wir scheinbar doch ein paar Leute, die Gefühl nur zu uns kommen oder zu den anderen ehrenamtlichen Organisationen, sich da irgendwie mit ihrem Grundbedarf versorgen.

00:24:39: Aber jetzt... nicht wirklich auf dem Radar sind von den Stellen, die ihn vielleicht da irgendwie in nächster Instanz irgendwie helfen könnte.

00:24:47: Jetzt haben Sie gerade schon Gulliver erwähnt, das ist in der Anlaufstelle am Hauptbahnhof.

00:24:52: Es gibt natürlich auch noch andere Vereine in Köln, die sich ebenfalls um optachlose Menschen kümmern, also Helping Hands der Verein.

00:25:00: Da wechseln Sie sich ja auch ein bisschen ab am Resslauerplatz, wenn ich das richtig verstanden habe.

00:25:05: Aber wie ist denn die zusammenarbeit jetzt ganz konkret mit der Stadt Köln?

00:25:09: Ja.

00:25:10: Also wir kriegen regelmäßig einmal im Jahr von der Stadt Köln eine E-Mail, wo dann irgendwie die Informationen zur Winterhilfe drin stehen.

00:25:18: Zur Winterhilfe der Stadt Köln?

00:25:20: Zur Winterhilfe der Stadt Köln, genau, die sagen uns, dass es jetzt wieder unsere Unterkunft, die geöffnet hat, das ist unser Kälte-Telefon und so.

00:25:26: Also es ist halt quasi so eine allgemeine Informationsbroschüre.

00:25:30: Aber... Also zu vielen anderen Gruppen haben wir sehr guten Kontakt, mit denen arbeiten wir auch zusammen, auch jetzt bei unseren Kältefahrten haben wir die Street Angels, die von denen viele rechtsreinig wohnen, die dann halt auch mal rechtsreinige Adressen anfahren, die irgendwie bei ihnen in der Nähe sind.

00:25:45: Aber zur Stadt selber gibt es halt leider keinen so direkten Draht.

00:25:49: Es gab früher mal, das war aber auch so ein bisschen vor meiner Zeit, gab es irgendwie so einen runden Tisch, wo dann die ehrenamtlichen Organisationen saßen plus die Stadt, aber das scheint es irgendwie auch nicht mehr zu geben oder wir werden nicht mehr eingeladen.

00:26:01: Kleine Werbeunterbrechung in eigener Sache.

00:26:04: Hier ist Sarah Brassack, stellvertretende Chefredakteurin des Kölner Stadtanzeiger.

00:26:07: Wir berichten in der gedruckten Ausgabe oder im E-Paper des Kölner Stadtanzeiger sowie auf ksda.de täglich intensiv über alles Wichtige, was in Köln passiert.

00:26:18: Aber natürlich auch in der Region, Deutschland und der Welt.

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00:26:38: plus.

00:26:39: Und jetzt geht's weiter mit dem Podcast.

00:26:42: Gut, wir sind ja jetzt hier im Podcast, da darf man sich ja was wünschen.

00:26:44: Also wenn Sie einen Wunsch hätten, welcher wäre das denn?

00:26:46: Also wäre das tatsächlich nochmal so eine Runde, in der man sich regelmäßig austauscht, wäre es ein direkter Draht zu einem bestimmten Amt oder ähnliches.

00:26:56: Also Weihnachten ist zwar vorbei, aber ... Wir sind noch nah genug dran für die Wünsche.

00:27:01: Es käme natürlich so ein bisschen drauf an.

00:27:03: Also ich sage mal, wenn wir uns jetzt an einen runden Tisch setzen und wieder irgendwie alle unsere Sorgen loswerden und das hört sich jemand an, aber am Ende wird nichts umgesetzt, dann habe ich da auch nicht so viel von... was jetzt so was ich so konkret zum Beispiel einfach schön finde, wenn es von der Stadt her einfach eine Transportmöglichkeit für die Menschen gäbe, also wenn wir jetzt irgendwie quasi das das das kälte Telefon der Stadt Köln sozusagen Transport übernimmt vom Menschen, die in Unterkunft wollen und wir auf der anderen Seite die Menschen versorgen, die nicht in Unterkunft wollen, die draußen übernachten, so als Beispiel.

00:27:35: Das wäre so aus meiner Sicht so ein ganz konkreter Punkt, den man irgendwie relativ relativ schnell und relativ einfach umsetzen könnte und der uns immens entlasten würde, weil wir momentan halt Leuten, die in der Unterkunft wollen, einfach einen Taxi bestellen auf eigene Kosten und zum anderen die Lage in Köln so ein bisschen verbessern würde.

00:27:52: Aber ansonsten, dass das A und O ist natürlich, dass es Unterkünfte gibt, dass es Wohnraum gibt und dass dieser irgendwie auch, ich sag mal vernünftig, menschenwürdig und annehmbar für unsere Gäste ist.

00:28:09: Sie haben die Stadt auch ja teilweise kritisiert schon in Interviews, genau für dieses Thema, also nicht genügend Unterkünfte, aber eben auch beim Thema Verdrängung der Schwächsten aus U-Bahn-Haltestellen.

00:28:24: Gibt es was, worüber sie sich gerade ganz aktuell ärgern?

00:28:27: Ja, U-Bahn-Haltestellen ist natürlich auch wieder ein aktuelles Thema, wobei ich da auch so ein bisschen vorweg sagen muss, dass wir da demnächst ein Gespräch mit der KVB und mit der Stadt haben.

00:28:37: Also da kann ich jetzt nicht zu sehr draufhauen, bevor wir da irgendwie nicht uns unterhalten haben.

00:28:44: Aber klar, das ist natürlich ein Punkt.

00:28:46: Also U-Bahn-Stationen werden von unseren Gästen jetzt nicht aufgesucht, weil das irgendwie so paradiesische Orte sind.

00:28:53: Ich glaube, das weiß jeder, der irgendwie in Köln mit der U-Bahn fährt, sondern weil das halt ganz konkret Schutz vor Kälte gerade bei niedrigsten Temperaturen ist.

00:29:01: Und ich bin auch sehr, sehr sicher, wenn entsprechende Alternativangebote geschaffen werden, wo die Leute vernünftig und warm irgendwie überwintern können, dass dieses Problem dann gar nicht so groß wäre.

00:29:14: Wo wir natürlich wirklich immer Sorge haben und wo wir dann natürlich auch immer an Stadt und KVB appellieren ist, die Menschen dann nicht einfach rauszuschmeißen und keine Alternative zu schaffen.

00:29:23: Weil da muss man schon sagen, das sind Fälle, die uns in der Vergangenheit auch von Bürgerinnen und Bürgern in der Stadt.

00:29:30: gemeldet worden sind und die wir teilweise auch selber so miterlebt haben.

00:29:34: Dass Leute dann halt einfach Bahnhöfe verlassen mussten und dann halt irgendwo ihr Quartier bei eises Temperatur irgendwie draußen aufschlagen mussten.

00:29:42: Ganz aktuell hat die KVB ja angekündigt, dass sie gerne am Appellhofplatz ein Ort, in dem viele obdachlose Menschen sich aufhalten, auch nachts, dass sie eben vorhaben.

00:29:51: Ab April in der Nacht dort, ja.

00:29:54: dieser Haltestelle abzuschließen, eben aus Sicherheitsbedenken, weil da zum Teil Menschen sogar auf den Gleisen übernachten und sich in Lebensgefahr bringen.

00:30:02: Allerdings hat die KVB auch Einschränken gesagt, dass sie das erst tun wird, wenn es dann eben auch Angebote für diese Menschen gibt, wo sie sich vor anders aufhalten können.

00:30:11: Da habe ich jetzt natürlich gedacht, ja, das ist aber natürlich, das ist natürlich dann noch ein großes Stück Arbeit, was da auf die Stadt zukommt, solche Angebote, solche zusätzlichen dann auch zu schaffen.

00:30:22: Auf jeden Fall.

00:30:23: Also ich hab vor vielen Jahren mal ein Jahr in Frankfurt gewohnt und in Frankfurt gab's, ich weiß nicht, wie das heute ist, aber damals wurden bestimmte U-Bahn-Stationen extra für obdachlose Menschen geöffnet und die konnten sich da wirklich hinlegen und es gab dann einfach so zwei, drei Leute vom Sicherheitspersonal, die dann ein bisschen rumgelaufen sind und ein bisschen aufgepasst haben.

00:30:47: Also das wäre natürlich jetzt kein Ideal.

00:30:50: kein ideales Beispiel, aber zumindest wäre das irgendwas.

00:30:55: Und unsere Sorge ist dann natürlich immer, dass, ich sag mal, wenn die Stadt diese Angebote, diese Alternativangebote jetzt nicht schafft, dann ist natürlich unsere Sorge, dass die KVB den Appellowplatz trotzdem schließt und letztendlich die Schwächsten in unserer Gesellschaft dann irgendwie da die Leidtragenden wären.

00:31:13: Ja, wir werden diese Entwicklung natürlich auch begleiten und Sie haben ja gerade schon gesagt, es gibt sogar ein Gespräch jetzt auch zwischen dem Kältebus und der Stadt.

00:31:19: Man kann natürlich, man muss finde ich sicher als Bedenken sehr ernst nehmen, wenn Menschen da auf den Gleisen liegen.

00:31:25: Ich hoffe, dass es da natürlich eine gute Lösung gibt.

00:31:28: Gleichzeitig ist es natürlich auch so, dass diese zunehmende Verehlendung und auch die Obdachlosigkeit in der Stadt, dass viele Menschen verunsichert sind, dass es auch Ängste schürt.

00:31:38: Ich sag mal, wenn man durch die Haltestelle Appellhofplatz geht und sieht, wie viele Menschen sich dort aufhalten, die auch Drogen konsumieren, zum Teil das löst bestimmte Ängste aus.

00:31:48: Sie haben diese Ängste gerade auch ein bisschen schon erwähnt in den Debatten, die es in den sozialen Medien gibt.

00:31:54: zur Frage, wie gehe ich eigentlich um mit jemandem, der obdachlos ist, der vielleicht durch die Bahn geht und bettelt, soll ich den ansprechen auf die Situation, warum er auf der Straße lebt etc.

00:32:06: Was würden wir denn jetzt raten, wenn ein Freund sich fragen würde, wie gehe ich mit denen am besten um?

00:32:13: Also, meine Erfahrungen nach sind die Menschen, die auf der Straße leben, relativ kommunikativ.

00:32:22: Also, Beziehungsweise, sie sind zugänglich, wenn man sie anspricht.

00:32:28: Also sie kommunizieren unter Umständen, auch wenn sie gerade keine Hilfe brauchen.

00:32:32: Ich weiß aber auch, dass für Menschen, die da überhaupt keine Bührungspunkte haben, dass da irgendwie Ängste da sind.

00:32:41: Dafür sind wir in gewisser Weise auch da.

00:32:43: Wir haben ja auch anrufende, die dann halt irgendwie sagen, ich traue mich.

00:32:45: Also wir sagen halt, sprechen sie die Person mal an, ob sie eventuell Hilfe braucht.

00:32:48: Und dann haben wir natürlich auch Leute, die uns angerufen haben und dann halt einfach sagen, ich traue mich jetzt nicht.

00:32:53: Und dann sagen wir, okay, wir fahren mal hin und gucken mal.

00:32:56: Wichtig ist für uns halt vor allem, was jetzt auch bei dieser Haltestellendebatte und so, was das angeht, dass am Ende die Leute nicht verdrängt und von einem Ort zum anderen gescheucht werden, sondern dass man das Problem angeht, dass man das Problem an sich hilft, dass man das Problem an sich löst und den Menschen irgendwie hilft.

00:33:20: Es hat ja seinen Grund, weshalb die irgendwie in Bahnhöfen sitzen.

00:33:23: Es hat unter Umständen auch... Ja, ein Grund, weshalb zu Drogen konsumieren oder das hat zumindest irgendeine Ursache, die dafür gesorgt hat.

00:33:30: Und da macht es halt einfach keinen Sinn zu sagen, okay, wir machen jetzt hier die Türen zu und wenn die sich da hinsetzen, dann vertreiben wir die irgendwie mit Sicherheitspersonal und dann machen wir irgendwie noch so defensive Architektur, damit die sich irgendwo mehr hinsetzen können.

00:33:41: Die Leute können sich am Ende halt auch nicht in Luft auflösen.

00:33:44: Das heißt, irgendwo wären die sich halt immer versammeln und wenn man wirklich das Problem lösen möchte, dann muss man dem Menschen halt einfach helfen.

00:33:53: Jetzt gibt es Menschen, die sagen, ich habe Sorge, wenn ich jemandem Geld gebe, dann kauft der sich davon Drogen.

00:33:59: Also auch hier nochmal die Frage, wie würden sie ganz konkret auf jemanden zugehen, jetzt vielleicht auch im Winter, abends, wenn sie dieses Gefühl haben, vielleicht geht es dem nicht gut, wie würden sie den ansprechen und was denken sie, würde dem helfen?

00:34:11: oder wie sollte man diese Kommunikation angehen?

00:34:14: Also ich sag mal, wenn man jetzt keine Angst hat die personen anzusprechen und sagt okay ich würde jetzt hätte jetzt kein problem damit mal hinzugehen dann kann man ganz konkret fragen und man kann halt auch oder angebote machen.

00:34:26: man kann sagen hier möchte vielleicht einen kaffee möchte so ein t brauchst du vielleicht noch eine decke brauchst eventuellen arzt.

00:34:33: soll ich den kältebus für dich anrufen?

00:34:34: also wir haben halt auch leute die gezielt fragen und.

00:34:36: Die Gäste sagen dann ja, ruf mal bitte den Kältebus an.

00:34:39: Ich habe gerade keine Jacke oder ich habe gerade keinen Schlafsack.

00:34:41: Also man kann wirklich ganz gezielt irgendwie die Leute fragen, brauchst du gerade irgendwas oder ist alles soweit in Ordnung bei dir.

00:34:48: Gibt es eine Begegnung so in den vergangenen Wochen, wo sie sagen, die hat mich irgendwie total berührt oder mitgenommen.

00:34:59: Also im Guten wie im Schlechten.

00:35:01: Ich hoffe es gibt ja auch dann und wann mal Erfolgsgeschichten.

00:35:04: Aber es gibt vermutlich auch Geschichten, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen, weil sie besonders tragisch sind.

00:35:09: Ja, also was mich natürlich immer positiv berührt, sind unsere Weihnachtsfeiern, die wir jedes Jahr machen.

00:35:21: Ich habe jetzt die letzten zwei Weihnachten das Vergnügen gehabt, den Weihnachtsmann spielen zu dürfen.

00:35:27: Und wenn dann halt wirklich So bei der Geschenkausgabe, Menschen mit tränenden Augen vor einem stehen, einem arm und sich bedanken für diese ganze Veranstaltung da, dann ist es natürlich sehr, sehr schön.

00:35:39: Aber ja, so ein negatives, nenne ich das jetzt mal negatives Ereignisse, was mich auch bis heute irgendwie immer noch so ein bisschen beschäftigt war halt ein Mann, der im Rollstuhl gesessen hat.

00:35:53: oder wahrscheinlich immer noch sitzt und dessen Beine amputiert werden sollten.

00:35:56: Beziehungsweise er wurde irgendwie von von Ärzten vor die Wahl gestellt.

00:36:02: Sollen wir sie jetzt abnehmen oder nicht?

00:36:03: Und er hat mich dann halt gefragt, was ich an seiner Stelle machen würde.

00:36:08: Und ich habe ihm dann halt gesagt, das kann ich dir leider nicht beantworten.

00:36:11: Ich kann mich ja gar nicht in deine Situation hineinversetzen.

00:36:14: Und er hat dann halt geweint und hat dann halt immer wie gesagt, jetzt sag mir doch mal, was soll ich machen?

00:36:18: Und ich konnte halt immer nur wiederholen.

00:36:20: Ich kann es dir nicht sagen.

00:36:21: Ich kann mich gar nicht in deine Situation rein denken.

00:36:24: Und ich traue mich auch gar nicht, da irgendwie eine Empfehlung zu geben, ob jetzt irgendwie Gliedmaßen amportiert werden sollen oder nicht.

00:36:31: Aber wir saßen halt wirklich, ich glaube, so eine halbe Stunde zusammen und er hat mich die ganze Zeit mit Tränen in den Augen angeguckt und ja, da ist ... natürlich auch so eine Form der Hilflosigkeit, weil ich konnte dann auch irgendwie einfach nur jetzt in dem Moment da sitzen und das in gewisser Weise auch so ein bisschen über mich ergehen lassen, weil das war für mich natürlich auch nicht ganz einfach, aber für ihn ist es ja natürlich noch noch viel viel schwerer.

00:36:54: Aber das war halt so eine Situation, an die ich bis heute noch denke.

00:36:58: Ich habe ihn jetzt auch länger nicht mehr gesehen.

00:37:01: Hoffe auch, dass es ihm soweit gut geht, aber das hat sich dann doch irgendwie so ein bisschen als eine von mehreren Situationen ein bisschen bei mir eingebrannt.

00:37:09: Ich wohne in der Nähe vom Neumarkt und da gibt es schon Menschen, die ich auch seit etlichen Jahren dort immer wieder sehe, die mutmaßlich auch obdachlos sind.

00:37:19: Und was einen natürlich traurig macht, ist ein Stück weit, dass man das Gefühl hat, denen geht es eigentlich immer schlechter.

00:37:25: Also man kann ja das irgendwie ansehen und man kann aber natürlich letztlich nichts tun, aber man begegnet ihn und hat das Gefühl, okay, es geht wirklich bergab.

00:37:33: Ich nehme an, dass sie auch Menschen haben.

00:37:36: denen sie das eben so ansehen und wo sie sich dann gewissermaßen hilflos fühlen.

00:37:41: Wie belastend ist das?

00:37:43: Ja, wir haben natürlich sehr, sehr viele Menschen, die, die wir jetzt irgendwie auch seit Jahren betreuen, die sich schon damals, wo ich sie jetzt quasi kennengelernt habe oder wo sie das erst mal zu uns gekommen sind, in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand oder psychischen Zustand befunden haben.

00:38:00: Und wo wir dann halt auch immer wieder oder wo man halt auch wirklich so diesen diesen ... menschlichen oder diesen körperlichen, seelischen Verfall quasi live miterleben kann.

00:38:08: Wir hatten halt auch Gäste, die noch einmal nicht mehr sprechen konnten.

00:38:11: Ich glaube, der hatte eine Tume oder sowas.

00:38:14: Und das kriegen wir natürlich alles mit.

00:38:16: Wir kriegen wirklich mit, wie gerade wenn man halt regelmäßig da ist, ... ... kriegt man halt einfach mit, wie so ein Zustand halt kontinuierlich.

00:38:23: ... immer schlechter wird.

00:38:24: Wir haben Menschen gehabt, die sind wirklich ... ... die Finger anzufaulen.

00:38:27: Die hatten irgendwie Wunden am Körper ... ... und die Finger halt wirklich anzufaulen ... ... und ... ... standen dann halt irgendwie vor uns ... ... und in der Woche drauf ... ... und es wurde halt immer schlimmer.

00:38:41: Ja, also so ... ... ich kann gar nicht genau sagen, wie man irgendwie ... ... damit umgeht, weil ich hab manchmal auch irgendwie so ... ... dass, dass, dass ... ... ich fühle mich manchmal selber schlecht, ... ... wenn mir das irgendwie nahe geht.

00:38:52: Also wenn ... Also nicht, wenn es mich berührt, sondern wenn es mir dadurch dann irgendwie ein bisschen schlechter geht, weil ich dann immer denke, okay, ich bin ja quasi nur beobachtet in der Situation.

00:39:01: Die Menschen, die es betrifft, das sind ja diejenigen, die ins wirklich schlecht geht.

00:39:06: Und ich versuche immer so ein bisschen auch mit unseren Helfenden dann irgendwie zu sprechen, gerade so jetzt irgendwie bei uns im Kernteam.

00:39:14: Unterhalten wir uns viel über Leute, vor allem haben wir auch regelmäßig dann leider Todesfälle.

00:39:20: Und da reden wir dann drüber, wir versuchen halt auch irgendwie im Nachhinein noch, wenn es mal möglich ist, zu einer Beerdigung und so zu gehen.

00:39:26: Und vielleicht ist das irgendwie so ein bisschen der Weg, dann damit zurechtbekommen, indem man halt einfach da ganz offen mit den anderen Helfenden irgendwie drüber spricht.

00:39:36: Aber so richtig so den Weg habe ich irgendwie für mich jetzt auch noch nicht gefunden.

00:39:41: Wie erfahren Sie dann überhaupt von diesem Beerdigung?

00:39:45: Harte Recherchearbeit.

00:39:46: Also ja ... Ich sag mal, beim letzten Fall ist es natürlich immer schwierig, weil die Menschen halt oft anonym beerdigt werden.

00:39:54: Aber wir klappern halt wirklich, gerade wenn es jetzt zu Gäste ist, die wir kennen und wo wir eigentlich wissen, okay, die kommen immer zu uns und wenn die dann auf einmal verschwinden und keiner weiß, wo die geblieben sind, dann fangen wir natürlich an zu recherchieren.

00:40:07: Dann rufen wir bei der Polizei an, wir rufen beim Ordnungsamt an.

00:40:10: Wir rufen bei den Krankenhäusern an und wie gesagt, wir fragen dann halt auch die Leute auf der Straße.

00:40:16: Wir fragen andere Gruppen.

00:40:18: Und dann haben wir manchmal schon so ein bisschen das Glück im Unglück, dass wir dann halt irgendwie erfahren, die Person ist leider kürzlich verstorben und ist leider schon beerdigt oder wird dann und dann beerdigt.

00:40:32: Jetzt gibt's ja auch am Breslauer Platz natürlich Polizei und Ordnungsamt.

00:40:35: Wahrscheinlich sieht man sich irgendwie auch immer wieder, wenn man so in der Stadt unterwegs ist.

00:40:39: Wie ist denn da eigentlich das Verhältnis?

00:40:41: Unterstützt man sich da gegenseitig?

00:40:43: Ja, würde ich schon sagen.

00:40:44: Also, was das angeht, kann ich mich eigentlich nicht beschweren.

00:40:48: Wir haben auch... Es kommen manchmal Polizisten mit Gästen zu und sagen hier, wir sind gerade mit dem dran.

00:40:55: Wir nehmen von dem gerade eine Anzeige auf und könnt ihr denen irgendwie noch schnell was zu essen geben, weil... der dann halt Sorge hat, dass er gleich nichts mehr bekommt, wenn wir fertig sind und so.

00:41:03: Auch so unsere Präsenz, wenn wir jetzt mal in der Stadt rumfahren und mal kurz parken, wo wir eigentlich jetzt nicht parken dürften.

00:41:11: Das wird eigentlich dann immer so kurz hingenommen.

00:41:14: Also so richtig, glaube ich, Debatten mit Polizei oder Ordnungsamt hatten wir in der Vergangenheit eigentlich nie.

00:41:19: Das ist schon immer relativ wohlwollend.

00:41:21: Die rufen wir auch manchmal bei uns an und sagen hier und da ist eine Person, können die da mal hinfahren.

00:41:27: Diese Arbeit ist, wie gesagt, auch psychisch belastend.

00:41:30: Was würden Sie sagen, gibt Ihnen diese Arbeit denn?

00:41:32: Ja, auch das ist eine schwierige Frage.

00:41:38: Es gibt natürlich immer so eine Bodenhaftung.

00:41:42: Man lernt jedes Mal oder jeden Tag aufs Neue, wie gut es einem dann doch geht und wie gering die eigenen Probleme sind.

00:41:50: Das ist das eine, aber was vielleicht noch viel, viel größerer Punkt ist, Wir haben mittlerweile mit den Jahren einen super Team entwickelt.

00:42:03: Es sind ganz tolle Menschen, mit denen ich zusammenarbeiten darf.

00:42:07: Ebenso gibt es ganz tolle Gäste, die wir betreuen und deren Lebensgeschichten wir uns anhören und die uns noch etwas beibringen.

00:42:17: die sich halt auch wirklich freuen, wenn wir kommen und man unterhält sich und man fragt, wie geht's dir so?

00:42:22: Man spricht manchmal auch über tagsaktuelle Themen und so was.

00:42:27: Das würde ich sagen, dass es so das, was diese Arbeit mir irgendwie gibt und auch irgendwie so der Grund ist, was habe ich jetzt noch nicht gesagt, okay, ich habe eigentlich keinen Bock mehr, weil es doch auch sehr stressig ist, gerade so diese Vorstandsarbeit, das dann irgendwie weiterzumachen.

00:42:40: Ich frage auch deshalb, weil sich, glaube ich, viele Menschen ... in diesen Zeiten, die ja sehr, sehr schwierig sind, wo wir gefühlt nur noch von Krisen umzingelt sind, irgendwie überlegen, ich würde gern was machen.

00:42:52: einfach um was Gutes zu tun, aber vielleicht auch, weil es für mich gut ist.

00:42:58: Und deswegen frage ich vielleicht einfach mal, also wie sind Sie jetzt konkret zur Arbeit vom Kältebus dann überhaupt gekommen vor ein paar Jahren und haben dann so viel Spaß daran entwickelt, dass sie sofort mehr oder weniger gesagt haben, nö, nö, ich mache auch den Vorstandsvorsitzenden.

00:43:12: Das ist ja schon sehr ungewöhnlich.

00:43:13: Muss natürlich auch nicht jeder machen, man kann ja auch einfaches Mitglied

00:43:16: sein.

00:43:16: Ja, also es war tatsächlich eher Zufall, weil das... Alte Büro, das erste Büro des Vereins war ganz bei mir in der Nähe.

00:43:23: Ich bin da mal vorbeigefahren und fand das dann irgendwie ganz interessant.

00:43:26: Ich habe irgendwann, ich glaube das war eins, zwei Jahre vorher oder so, mal recherchiert irgendwie nach obdachlosen Arbeit in Köln und habe irgendwie nicht so wirklich was gefunden.

00:43:35: Es war auch so eine sehr, sehr oberflächliche Suche damals.

00:43:38: Und dann war da auf einmal dieses Büro direkt bei mir vor der Tür, wo ich mich halt auch gefragt habe, okay, wie lang sind die schon da und wie lang?

00:43:44: Wie viele Jahre habe ich jetzt irgendwie übersehen und habe mich da einfach direkt angemeldet und durfte dann auch direkt mithilfen und so.

00:43:50: Und in die Vorstandsarbeit bin ich dann halt einfach so ein bisschen ein bisschen reingerutscht, weil der alte Vorstand halt zurückgetreten ist.

00:43:55: Also von drei Leuten hat nur noch eine Person weitergemacht und es hat sich halt niemand gemeldet für für die anderen beiden Positionen und dann bin ich halt irgendwie eingesprungen und seitdem lassen die mich irgendwie nicht mehr gehen.

00:44:08: Seit wann gibt es den Verein überhaupt?

00:44:09: Jetzt seit zehn Jahren.

00:44:10: Wir haben dieses Jahr im März, April oder so, zehnjähriges Bestehen gefeiert.

00:44:16: Das hat damals wohl ganz primitiv angefangen mit ein paar Bollerwagen, die durch die Stadt gezogen sind und Leuten, die sich irgendwie über Facebook irgendwie zusammengetan haben.

00:44:25: Und hat sich dann halt irgendwie ein bisschen professionalisiert.

00:44:27: Das wurden verein gegründet und dann halt der erste Bus gekauft, der jetzt aufm Friedhof, aufm Autofriedhof ruht und wir vor ein paar Jahren neuen kaufen konnten.

00:44:37: Wie ist es, kann man aktives und ruhendes Mitglied sein?

00:44:40: Also Mitglied, also ... das Geld gibt und aber nicht zwingend mitarbeitet.

00:44:45: Und Mitglied, das vielleicht kein Geld gibt, aber dafür mitarbeitet.

00:44:49: Wie kann man sich beteiligen beim Kölner Kältebus?

00:44:51: jetzt über eine Spende hinaus und über das Thema Spende sprechen wir dann jetzt auch?

00:44:55: Genau, also ich sag mal, es gibt so, also es gibt eine passive Mitgliedschaft, es gibt eine aktive Mitgliedschaft.

00:45:01: Wir haben aber auch der Großteil der Leute, die jetzt bei uns irgendwie auf der Platte am Breslauplatz das Essen ausgeben.

00:45:09: sind gar keine Mitglieder, sondern das sind einfach nur Helfende, die sich irgendwann mal gemeldet haben und sagen, ich möchte helfen.

00:45:15: Ich werbe immer sehr dafür, dass die Leute dann auch irgendwann in den Verein eintreten, weil ich das irgendwie, ich sag mal so aus so einer demokratischen Sicht, wichtig finde, dass die auch einfach auf der Mitgliederversammlung erscheinen und mitbestimmen können, was so passiert.

00:45:29: Aber viele wollen halt einfach auch nur quasi helfen und jetzt irgendwie nicht in die Struktur mit rein.

00:45:35: Und ich muss halt auch sagen, das tut mir mal so ein bisschen leid.

00:45:39: Also wir haben gerade jetzt auch im Winter und gerade jetzt aktuell sehr viele Anfragen von Menschen, die irgendwie helfen wollen.

00:45:46: Und ja, wir haben quasi jetzt schon so eine Art Warteliste einfach, weil wir halt auch darauf achten müssen, dass der Pool von Helfen denn nicht zu groß wird.

00:45:56: Weil dann natürlich auch so ein bisschen immer die Gefahr besteht, dass das nicht alle auf... ihre Ausgaben kommen, also dass manche Leute dann irgendwie in einem Monat überhaupt nicht am Breslauer Platz irgendwie mithelfen können und das dann auch so ein bisschen Unzufriedenheit schafft.

00:46:08: Ja und deswegen ist das gerade so ein bisschen schwierig mit Leuten, die sich bei uns melden, die versuchen wir nach und nach so ein bisschen abzuarbeiten oder halt auch mal zu fragen, hey, kannst du vielleicht erst mal im Lager bei uns helfen oder künftig wollen wir vielleicht auch das Telefon da irgendwie so ein bisschen mehr mit denen im Vordergrund bringen.

00:46:24: Aber also... Wir können uns wirklich nicht beklagen von, was so Anfragen und so angeht.

00:46:28: Es ist leider gerade eher zu viel.

00:46:32: Das ist ja doch auch erfreulich.

00:46:34: Es ist auf jeden Fall erfreulich.

00:46:35: Die meisten Leute haben dann auch Verständnis dafür.

00:46:37: Wir haben auch schon ein, zwei Situationen gehabt, wo Leute dann irgendwie kein Verständnis dafür hatten, wenn man gesagt hat, nee, wir können dich jetzt noch nicht einplanen, weil wir halt einfach eine Warteliste haben und so.

00:46:45: Aber in der Regel sind das generell immer sehr, sehr liebe und hilfsbereite Menschen, die sich bei uns bewerben, sag ich jetzt mal.

00:46:53: Von Spenden kann es ja wahrscheinlich nie zu viel geben.

00:46:55: Also Geld, Konto-Nummer haben wir schon besprochen.

00:46:58: Die werde ich auch in den Show-Nots angeben.

00:47:01: Wie ist es mit

00:47:03: Sachspenden?

00:47:03: Ja, Sachspenden ist auch so ein schwieriges Thema.

00:47:06: Also wir werden gerade wirklich mit Sachspendenanfragen erschlagen.

00:47:09: Das habe ich so auch noch nicht erlebt.

00:47:11: Und wir müssen da sehr, sehr stark selektieren.

00:47:14: Weil, ich sag mal, so der klassische Fall ist ja, dass Leute irgendwie zu Hause ihren Kleiderschrank ausräumen, irgendwie die alte Winterkollektion kommt raus und es wird Platz für eine neue geschaffen.

00:47:25: Und dann schreiben die uns und sagen so hier, ich hab ein paar Sachen, wollt ihr die haben.

00:47:29: Wir haben aber nur relativ begrenzte Lagerkapazitäten und vor allem haben wir, es gibt halt, es gibt halt gewisse Sachen, die brauchen wir in größerer, manche in kleinerer Menge und da müssen wir irgendwie gucken, wie wir das lagern und so.

00:47:39: Und deswegen müssen wir da momentan auch relativ viel, viel absagen, was wir eigentlich... Versuchen immer anzunehmen, auch wenn wir dann irgendwie im Lager irgendwie noch ein paar Kartons stapeln müssen, sind halt Winterjacken, weil die relativ, die nehmen viel Platz weg.

00:47:57: Dadurch ist das Lager voll, aber es sind netto gar nicht mal so viele Jacken.

00:48:01: Schlafsäcke natürlich, Decken und Isomatten.

00:48:05: Das sind so Sachen, die wir immer, ja und Jogginghosen, weil Jogginghosen so der absolute Renner auf der Straße sind.

00:48:11: Das sind so die Sachen, die wir immer annehmen.

00:48:12: Ansonsten schreiben die Leute uns eine E-Mail, beziehungsweise da haben wir mittlerweile auch so ein schönes Kontaktformular auf der Website, sagen was sie uns anbieten und wir sagen dann ja oder nein, dann bitte ich oder dann werbe ich auch mal so ein bisschen für Verständnis, wenn wir dann irgendwie in einer relativ knapp formulierten E-Mail sagen, so hier haben wir keinen Bedarf für, weil halt einfach das ist eine ganze Menge, die wir da irgendwie am Tag irgendwie auch ehrenamtlich abarbeiten müssen.

00:48:37: Ich habe ein Gespräch von ihrem Kollegen gehört, ein Podcastgespräch.

00:48:41: Ich glaube, es war der Podcast-Weltverbesserer, der sagte dann, dass es auch schon mal das Angebot gegeben hat, zum Beispiel alte Stöckelschuhe abzugeben, wo er dann gesagt hat, ja, damit können wir halt wenig anfangen.

00:48:53: Die Menschen auf der Straße brauchen jetzt eher keine Stöckelschuhe.

00:48:56: Aber das war wahrscheinlich ein totaler... Ausnahmefall.

00:48:59: Ja,

00:49:00: es ist tatsächlich gar nicht mal so selten, weil wie gesagt, das ist so der Klassiker, so empfinde ich das, ist halt wirklich, dass die Leute ihren Schrank ausräumen und dann manche... Also ich hatte halt auch schon so eine kleine Diskussion mit jemanden, der uns eine E-Mail geschrieben hat, weil er dann irgendwie nicht eingesehen hat, dass er irgendwie auflistet, was für Sachen er uns geben möchte und... Was für Größen das sind und so.

00:49:21: Das ist für uns aber zentral, weil wir haben kaum Leute, die halt irgendwie S oder M tragen jetzt unter den Männern.

00:49:27: Das heißt, da brauchen wir halt hauptsächlich größere Größen.

00:49:29: Und wenn wir da irgendwie ein Regal voll haben mit Pullover und Hosen und so weiter in der kleinen Größe, dann können wir nichts weiteres mehr annehmen.

00:49:38: Aber wir sehen, also deswegen haben wir auch so extrem angefangen vorzusortieren, sage ich jetzt mal, schon bei der Anfrage, weil wir wirklich... ... echt viel Schrott bekommen haben.

00:49:48: Also da sind dann Kinderklamotten bei, ... ... da sind wirklich so Stöckelschuhe bei, da sind ... ... da sind viele Herrenhalbschuhe, ... ... die dann noch nicht mal eine Sohle haben, ... ... die sehen super auf dem Anzug aus wahrscheinlich, ... ... aber sind jetzt nicht so straßentauglich.

00:50:01: Also es gibt schon oder verdreckte Sachen, ... ... kaputte Sachen und so ... ... getragene Unterwäsche und so, das sind alles Sachen, ... ... also Unterwäsche, Socken, Kaufenwald immer neu, ... ... sagen wir den Leuten dann halt auch, ... ... dass wir das nicht annehmen.

00:50:11: Wir haben teilweise wirklich schon so, ich sag mal, Lieferungen an einem Lagertag gehabt, wo dann halt unsere Helfenden irgendwie, weiß ich nicht, zehn, fünfzehn Säcke, Kartons insgesamt von verschiedenen Leuten angenommen haben und die Hälfte entsorgen müssen.

00:50:25: Also wir haben mittlerweile, haben wir so eine Wühlkiste, die wir immer mit zum Bahnhof nehmen.

00:50:29: Da sind dann die Sachen drin, wo wir sagen, die können wir halt so für die normale Ausgabe nicht gebrauchen.

00:50:35: Und die Leute können dann einfach nehmen, was sie haben wollen.

00:50:37: Das sind auch, was weiß ich, irgendwelche Tücher und so was.

00:50:39: Also alles, was jetzt nicht so ... wirklich straßentauglich ist und was für uns jetzt ... ... unnötige Lagerkapazitäten irgendwie nehmen würde, ... ... das schmeißt man einfach da rein, ... ... die Leute nehmen das und was übrig bleibt, ... ... das nimmt dann die AWB mit.

00:50:51: Wie ist das mit Essen?

00:50:54: Ja.

00:50:54: Gibt es Unternehmen, die dann Paletten spenden oder ... ... wird das auch immer von den Spenden einfach gekauft?

00:51:01: Also unsere Mahlzeiten, die wir haben, ... ... die kriegen wir von Katerine, ... ... zwei Mal die Woche, weil wir bei ... durch die Menge, die wir haben, können wir leider nicht mehr selber kochen, weil das gibt eine normale Küche halt einfach nicht her, da irgendwie, äh, sechzig bis neunzig Liter Suppe zu kochen.

00:51:16: Ähm, wo wir beim Thema Spenden sind, also wir sind auch immer offen, wenn jetzt irgendwie, äh, eine gastronomische Betrieb oder so, irgendwie, sagt ich möchte gern mal, ein Tag bei euch das Essen spendieren, sehr gerne, dann bringen wir, wenn wir das irgendwie logistisch hinbekommen, bringen wir die Töpfe vorbei, dann kann das befüllt werden.

00:51:33: Also das nehmen wir sehr, sehr gerne an.

00:51:35: Ansonsten... Wenn es irgendwie so ein bisschen begrenzt ist, wenn jetzt jemand kommt und sagt, ja, ich hätte jetzt hier irgendwie, weiß ich nicht, ein paar Dosen mit Dosenfrüchten oder sowas, wollt ihr das haben, dann nehmen wir es mal an und geben es dann direkt raus.

00:51:47: Aber oft sind das ja dann eher so größere, größere Mengen, die uns da angeboten werden und dann sagen wir, ja, nee, das ist jetzt für uns nicht so ideal.

00:51:54: Es gibt andere Gruppen, an die wir dann auch mal verweisen, weil die da irgendwie mehr Verwendung haben.

00:51:59: Aber ansonsten essen auch eher weniger.

00:52:02: Außer, wie gesagt, jetzt kommt ein Restaurant und sage ich mich mal, bei euch mal einen Tag beliefern, dann sehr, sehr gerne.

00:52:09: Das klingt wirklich nach wahnsinnig viel Arbeit.

00:52:12: Wie viele Stunden stecken Sie da ehrenamtlich pro Woche rein?

00:52:16: Also ich sag immer, wenn man alles zusammennimmt, im Schnitt übers Jahr bestimmt so zehn bis fünfzehn.

00:52:24: Also im Winter ist es natürlich sehr viel und was man halt auch nie vernachlässigen darf, ist halt

00:52:28: zehn bis fünfzehn Stunden die Woche.

00:52:32: Es ist ja es sind die E-Mails die ich bearbeite es sind Telefonate die ich noch führe es sind halt auch Interviews die man dann halt mal gibt.

00:52:39: Aber auch sehr sehr viel und das darf man halt auch nicht unterschätzen ist es halt.

00:52:45: Den ganzen Tag ist irgendwie Betrieb in unseren WhatsApp Gruppen.

00:52:48: Dann gibt es irgendwelche Anfragen oder die Touren werden geplant und so weiter und da ist man halt auch viel am Handy mit aktiv und so was.

00:52:57: Ab und zu fährt man dann halt auch selber mal mit raus.

00:52:59: Ich versuche einmal die Woche am Breslauer Platz zu sein.

00:53:01: Das sind dann auch wieder zwei, drei Stunden und so.

00:53:03: Aber so im Schnitt würde ich schon sagen, so übers Jahr, zehn bis fünfzehn jetzt im Winter sogar eher zwanzig.

00:53:10: Wir müssen leider zum Schluss kommen.

00:53:13: Vielleicht einfach nochmal abschließend, wenn Sie nochmal einen Wunsch los werden dürfen an die Kölnerinnen und Kölner.

00:53:21: Was wird manchmal unbeabsichtigt falsch gemacht, vielleicht im Umgang mit wohnungslosen Menschen, oder was würden sie sich einfach wünschen abschließend?

00:53:30: Also wir haben gerade jetzt in diesem Winter den Eindruck gewonnen oder erlebt, dass die Menschen in Köln sich sehr, sehr gut um die Leute sorgen, dass die wirklich auch regelmäßig nach den gucken und dann mit uns auch in den Austausch gehen, sagen hier, ihr seid ja letztes da gewesen, ich habe heute noch mal nach dem geguckt.

00:53:48: Also da würde ich wirklich... einfach sagen macht so weiter.

00:53:51: und dann vielleicht einfach so ein bisschen so ein bisschen rücksicht jetzt auch auf das ehrenamt das bei uns ist auch mal ein bisschen länger dauert bis die email bearbeitet wird oder wir halt nicht nicht sofort jeder bei uns mitmachen kann oder wie nicht jede sachspende irgendwie annehmen können.

00:54:06: Gibt es noch was Organisatorisches oder in Sachen Logistik, was Ihnen helfen würde?

00:54:10: Also, bräuchte es einen dritten Kältebus oder also irgendwas, was helfen würde, die Strukturen, in denen sie ja ehrenamtlich arbeiten, irgendwie noch zu verbessern?

00:54:20: Ja, wir werden jetzt natürlich intern so ein bisschen gucken, dass wir uns neu strukturieren.

00:54:24: Also wir professionalisieren, digitalisieren halt jetzt gerade viel.

00:54:28: Das heißt, das sind dann eher so interne Prozesse, wo wir gerade dran sind, wo die Leute irgendwie von aus uns jetzt nicht so großartig helfen können.

00:54:35: Außer irgendjemand hat jetzt eine total innovative Idee und sagt, ich hätte eine super Idee, wie er euch irgendwie noch ein bisschen besser organisieren könnte, dann sind wir natürlich auch immer offen, uns das anzuhören.

00:54:46: Vielen, vielen Dank jetzt für Ihre Zeit für das Gespräch und natürlich vor allem für Ihre Arbeit.

00:54:51: und ja mit lieben Grüßen auch an alle Ehrenamtler, die den Kölner Kettlebus am Leben erhalten und wirklich tolle Arbeit leisten.

00:55:00: Ja, vielen Dank auch für die Einladung und wir sind die nächsten Tage auch noch.

00:55:04: Es ist ja noch ein bisschen kalt, sind wir unterwegs jede Nacht.

00:55:07: Das war die erste Talk mit K-Podcast-Folge im neuen Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im.

00:55:20: Falls Sie eine Frage an mich loswerden möchten oder auch Kritik oder einen Talk-Ast-Vorschlag, schreiben Sie mir einfach eine E-Mail unter sarah.brasag.atkstrmedien.de und ich werde diese E-Mail-Adresse auch in den Show-Notes hinterlegen.

00:55:35: Ich freue mich sehr, wir hören uns kommende Woche Donnerstag wieder.

00:55:38: Machen Sie es gut, bis dahin.

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